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Baby & Kind / 02. Mai 2016

Im Kindergarten: So essen Kinder gesund

Damit Kindergartenkinder genügend Energie und Nährstoffe zum Spielen, Toben und Lernen haben, ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Doch was bedeutet das eigentlich? Eine gute Orientierung bietet die sechsstufige Ernährungspyramide. Hieran erkennen Eltern und Erzieher schnell, welche Lebensmittel in welchen Mengen auf den Tisch kommen dürfen. Die Portionsgrößen beziehen sich immer auf die Menge, die in die jeweilige hohle Kinderhand passt.

Im Kindergarten: So essen Kinder gesund
© micromonkey - Fotolia

Die sechsstufige Ernährungspyramide für Kinder

  1. Getränke: Sechs Portionen
    Kinder müssen ausreichend trinken. Nicht nur während der Mahlzeiten, auch zwischendurch sollten sie jederzeit die Möglichkeit haben, einen Schluck zu sich zu nehmen. Als mögliche Getränke bieten sich Leitungs- oder Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen, ungesüßte Früchte- sowie Kräutertees oder ein Glas Saft pro Tag an. Milch und Kakao eignen sich nicht als Durstlöscher, sondern sind einer eigenen Lebensmittelgruppe zuzuordnen (siehe Punkt 4). Limonaden oder vermeintliche Kindergetränke enthalten oftmals viel Zucker und werden deshalb ebenfalls nicht als Getränk gezählt (siehe Punkt 6).

  2. Obst und Gemüse: Fünf Portionen
    Die Empfehlung „5 am Tag“ von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bezieht sich auch auf die Ernährung von Kindern im Kindergartenalter. In Gemüse und Früchten stecken reichlich Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, die wichtig für die geistige und körperliche Entwicklung der Kleinen sind. Selten greifen Kinder jedoch freiwillig zu einem Apfel oder zu gegartem Gemüse. Wenn Eltern und Erzieher die Nährstoffbomben jedoch ansprechend präsentieren, kommen Obst und Gemüse richtig gut an – oder fallen gar nicht erst auf. Rohkost zum Knabbern, zum Beispiel mit einem leckeren Quark-Dip serviert, oder ein bunter Obstteller mit mundgerechten Stücken machen gleich viel mehr Spaß. Rohkostmuffel werden mit den nötigen Vitaminen versorgt, wenn man Gemüse püriert und als Nudelsoße oder Suppe tarnt.

  3. Brot, Getreide und Beilagen: Vier Portion
    Aus Kohlenhydraten zieht der Körper am schnellsten die nötige Energie. Der Brennstoff steckt in Form von Stärke und Ballaststoffen zum Beispiel in Brot, Brötchen, Müsli, Kartoffeln, Nudeln und Reis. Produkte aus Vollkorngetreide machen länger satt und enthalten zudem wertvolle Nährstoffe. Andere vermeintliche Sattmacher wie Pommes, Toastbrot oder süßes Gebäck bringen statt verwertbarer Energie Fett und Zucker mit, die langfristig dick machen.

  4. Milch und Milchprodukte: Drei Portionen
    In Milch stecken Kalzium und Eiweiß, die der Körper – gerade im Wachstum – für starke Knochen und Zähne sowie für kräftige Muskeln benötigt. Milchprodukte können in Form von einem Glas Milch, einem Joghurt, Quark oder Milchmixgetränken mit Früchten angeboten werden. Auch in frisch zubereitetem Pudding oder Grießbrei steckt Milch.

  5. Fette und Öle: Zwei Portionen
    Auch Öle und Fette liefern wichtige Energie für jeden Tag, den die kleinen Entdecker erleben. Pflanzliche Öle sind tierischen Fetten jedoch vorzuziehen: Sie enthalten ungesättigte Fettsäuren und fettlösliche Vitamine und sind ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des kindlichen Gehirns. Brote sollten trotzdem nur dünn mit Butter oder Margarine bestrichen werden, auch beim Kochen setzt man Fett und Öl nur sparsam ein. Lebenswichtige Fettsäuren stecken zum Beispiel in Nüssen, die ältere Kinder zwischendurch knabbern können.

  6. Fleisch, Fisch und Ei: Eine Portion
    Auf derselben Stufe wie die Milchprodukte stehen auch die anderen tierischen Lebensmittel Fleisch, Fisch und Eier – allerdings in kleinerem Umfang. Für Kindergartenkinder genügt täglich eine Portion Fleisch, Fisch oder ein Ei. Vor allem das ausschließlich in diesen tierischen Nahrungsmitteln enthaltene Vitamin B12 ist entscheidend für ein gesundes Wachstum von Kindern. Ein Mangel führt zu Entwicklungsverzögerungen sowie zu Störungen der Zellteilung, Blutbildung und des Nervensystems. Häufig enthalten Wurst und Fisch neben den B-Vitaminen und Eiweiß aber auch viel Fett. Daher wählt man bestenfalls magere Fleischwaren wie Geflügel und gekochten Schinken und greift auf gedünsteten statt auf panierten Fisch zurück. Ein- bis zweimal in der Woche Fisch, zwei- bis dreimal Fleisch und Wurst und zwei bis drei Eier wöchentlich sind ideal für Kinder.

  7. Süßigkeiten: Eine Portion
    Naschen ist erlaubt – allerdings maximal eine Handvoll am Tag. Ob Gummibärchen, Kekse, Schokolade oder Chips: Die fettreichen und zuckerhaltigen Snacks gelten nur als Extra zur eigentlichen Ernährung. Wenn regelmäßig große Mengen Kuchen oder Schokoriegel verzehrt oder viel Limo getrunken werden, führt das zu Übergewicht und schadet den Zähnen.
     

Kindergartenkinder dürfen demnach reichlich Gemüse, Obst, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis essen, und so viel ungesüßte Getränke trinken wie sie möchten. Nur in Maßen stehen tierische Lebensmittel wie Milch, Käse, Joghurt, Eier, Fleisch, Wurst und Fisch auf dem Speiseplan. Von Margarine, Butter, süßen Aufstrichen, Naschereien und Zucker bekommen Kinder so wenig wie möglich angeboten.

Fünf ausgewogene Mahlzeiten über den Tag verteilt

Am besten essen Kinder fünf Mahlzeiten pro Tag: Gestartet wird mit einem reichhaltigen Frühstück, ein Pausensnack überbrückt die Zeit bis zum Mittagessen, am Nachmittag sorgt eine kleine Zwischenmahlzeit für einen letzten Energieschub, bis es schließlich nach dem Abendessen ins Bett geht. Wenn es alle drei Stunden etwas zu essen gibt, können Kinder ihren Energiebedarf konstant gedeckt halten, Müdigkeit und Konzentrationsabfälle werden vermieden.

Eltern wissen oftmals nicht genau, ob das Essen im Kindergarten wirklich gesund ist. Wichtig ist es dann, sich mit den Betreuern im Hort abzustimmen und beim Kind nachzufragen, um gegebenenfalls fehlende Elemente aus der Ernährungspyramide zu Hause auszugleichen.

  • Wenn das Kind morgens zu Hause Obst mit Müsli frühstückt, ist beispielsweise ein Käsebrot als Pausensnack gut geeignet.

  • Wurde der Kindergeburtstag in der Kita mit Kuchen und Süßigkeiten gefeiert, fällt der Snack am Nachmittag klein aus.

  • Gab es tagsüber in der Tagesstätte nur wenige frische Lebensmittel, bereiten Eltern abends zum Beispiel einen Salat oder Rohkost zu.

  • Wenn das Mittagessen aus einer warmen, vegetarischen Mahlzeit bestand, ist am Abend auch ein Wurstbrot erlaubt.

Im Kindergartenalter das gesunde Essverhalten prägen

Schon im Kleinkindalter wird das spätere Essverhalten geprägt. Abwechslungsreiche Kost mit allen nötigen Nährstoffen ist deshalb essenziell, damit Kinder Appetit auf gesunde Ernährung bekommen. Gleichzeitig wird damit Übergewicht und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Herzleiden vorgebeugt. Eltern und Erzieher gehen als gutes Beispiel voran und nehmen die Mahlzeiten gemeinsam mit den Kindern ein. Sie bieten Alternativen an, wenn etwas einmal nicht schmeckt und binden den Nachwuchs in Planung und Zubereitung der Speisen ein. Dank des gesunden Essens im Kindergartenalter lernen Kinder von klein auf, sich bewusst zu ernähren.