Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Baby & Kind / 22. März 2016

Brauchen Kinder wirklich Fleisch – oder geht’s auch komplett ohne?

Fleischverzicht bei Kindern: Ist das tatsächlich sinnvoll? Diese Frage stellt sich vielen Eltern. Zum einen, weil sie selbst vegetarisch leben und prinzipiell wünschen, dass auch ihre Kinder Fleisch meiden. Und zum anderen, da viele Kinder sich im Laufe ihrer Entwicklung mit der eigenen Ernährung auseinandersetzen und dann womöglich beschließen, auf Fleisch zu verzichten. Brauchen Kinder überhaupt Fleisch? Ist eine fleischlose Ernährung bei Kindern gesund – oder gibt es gesundheitliche Risiken?

Brauchen Kinder wirklich Fleisch – oder geht’s auch komplett ohne?
© JenkoAtaman - Fotolia

Fleischlose Ernährung bei Kindern und Jugendlichen


Gründe für eine vegetarische Ernährung bei Kindern finden sich zuhauf: Ethische Beweggründe und religiöse Motive veranlassen Eltern und Kinder oftmals dazu, auf Fleisch, Wurst und Co. zu verzichten. Das Robert-Koch-Institut hat herausgefunden, dass drei Prozent der unter 18-Jährigen in Deutschland fleischlos leben. Bei den Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren sind es sogar sechs Prozent. In den meisten Fällen kommen immerhin noch Eier, Milch und Milchprodukte auf den Tisch, mitunter auch Fisch. Erst wenn auf jegliche tierischen Produkte verzichtet wird, spricht man nicht mehr von Vegetarismus, sondern von veganer Ernährung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht sich im Allgemeinen für eine ausgewogene vegetarische Ernährungsweise aus – demnach brauchen auch Kinder nicht unbedingt Fleisch. Viele Eltern fürchten jedoch, ihrem Nachwuchs könnten dadurch wichtige Nährstoffe fehlen, die die körperliche und geistige Entwicklung beeinflussen. Und ganz Unrecht haben sie damit nicht.

Fleisch oder Gemüse? Auf die Inhaltsstoffe kommt es an!


Fleisch liefert Eisen, Eiweiß und B-Vitamine. Diese Stoffe sind essenziell für die Energiegewinnung und -umwandlung sowie für die Entwicklung des Nervensystems – gerade im Kleinkindalter. Das Spurenelement Eisen braucht der Körper vor allem für den Sauerstofftransport im Blut. Die Proteine, die der Organismus am besten aus tierischen Eiweißen umwandeln kann, spielen eine wichtige Rolle als Energielieferant und sind Baustoff für Zellen und Gewebe. Die B-Vitamine werden für den Energiestoffwechsel benötigt. Sie wandeln beispielsweise aufgenommene Kohlenhydrate in den Muskeln in Energie um. Ist das Kind zu wenig mit diesen Nährstoffen versorgt, erkennt man das an einem blassen Gesicht, Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Eine tatsächliche Unterversorgung mit Eisen zeigt sich durch Blutarmut sowie Beeinträchtigungen im Verhalten und der psychomotorischen Entwicklung des Kindes. Der Mangel an Eisen gehört in der westlichen Welt zu den häufigsten Nährstoffdefiziten.

Vegetarische Alternativen für tierische Nährstoffe


Allerdings kann man den Körper auch mit pflanzlichen Lebensmitteln ausreichend mit Spurenelementen, Eiweißen und Vitaminen versorgen. Außerdem empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund ohnehin keine großen Mengen Fleisch: Vier- bis Sechsjährige sollten zum Beispiel nicht mehr als 40 Gramm Fleisch und Wurst am Tag essen, Sechs- bis Siebenjährige maximal 50 Gramm. Tierische Nährstoffe lassen sich durch eine ausgewogene vegetarische Ernährung mit folgenden Lebensmitteln ersetzen:

  • Vollkornprodukte und Getreide liefern pflanzliches Eisen:
    Kinder benötigen je nach Alter zwischen 8 und 15 Milligramm Eisen pro Tag. Amarant, Quinoa und Hirseflocken enthalten beispielsweise 9 Milligramm Eisen auf 100 Gramm, sie eignen sich gut als Beilage.

  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen enthalten ebenfalls viel Eisen und Eiweiß:
    Pro Kilogramm Körpergewicht empfiehlt die DGE für Kinder und Jugendliche je nach Alter 1 bis 1,2 Gramm Proteine am Tag. Linsen, Bohnen und Kichererbsen enthalten pro 100 Gramm bis zu 20 Gramm Eiweiß, Sojabohnen immerhin noch 12 Gramm.

  • Milchprodukte, Nüsse und Eier versorgen den Körper mit essentiellen Aminosäuren, die Bestandteile der Nahrungsproteine sind:
    100 Gramm Magerquark liefern rund 12 Gramm Eiweiß, ein Ei etwa 7 Gramm und 100 Gramm einer Nussmischung mit Cashews, Erdnüssen, Walnüssen und Mandeln circa 19 Gramm.

  • Gemüse, Reis, Nudeln und Kartoffeln sind reich an Kohlenhydraten und Ballaststoffen, die Energie liefern:
    Die benötigte Energie hängt vom Alter und von der körperlichen Aktivität ab. Zwischen 1.100 und 2.600 Kilokalorien (kcal) sind pro Tag nötig. Mehr als 50 Prozent der Energiezufuhr sollte durch Kohlenhydrate gedeckt sein. 100 Gramm Kartoffeln haben zum Beispiel rund 70 Kilokalorien.

  • Obst und Gemüse enthalten Vitamin C, wodurch der Körper das pflanzliche Eisen besser verwerten kann:
    100 Gramm einer rohen roten Paprikaschote übersteigen mit rund 140 Milligramm Vitamin C den Tagesbedarf von Kindern.

  • Fisch liefert Nicht-Vegetariern tierisches Eiweiß, wertvolle Omega-3-Fettsäuren und Jod:
    Ein- bis zweimal in der Woche sollte Fisch auf den Tisch. Als besonders gesund gelten Seefische wie Lachs, Makrele und Hering.

Brauchen Kinder Fleisch? Wenn Eltern unsicher sind, können sie mit einem Bluttest beim Arzt auf Nummer sicher gehen. Der Test gibt Aufschluss darüber, ob bei einem Kind eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen besteht. Wenn Fleisch bei der Kinderernährung partout keine Option ist, kann der Einsatz von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln zeitweise sinnvoll sein.