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Frisch Gebloggt / 20. Oktober 2016

Zu Tisch mit zorra: Schweizer Butterzopf für Langschläfer

Zu Sonntagsfrühstück und Brunch gehört in der Schweiz traditionell ein Butterzopf. In vielen Haushalten kommt dafür ein vorgefertigter Frischback-Zopf zum Einsatz, der nur noch im Ofen aufgehen muss. Ich muss gestehen, solche Butterzöpfe habe ich früher auch serviert. Sie sind praktisch, weil man nach dem Aufstehen nur noch den Zopf in den Ofen schieben muss. Kein Kneten, kein Gehenlassen, kein Formen – und vor allem kein Warten. Der Nachteil: Der Zopf ist nicht selbstgemacht. Und selbstgebackenes Brot schmeckt nun mal um Welten besser. Selbstgemachter Butterzopf sowieso!

Zu Tisch mit zorra: Schweizer Butterzopf für Langschläfer

 

Der Zopf ist eine Erfindung umtriebiger Bäckersleute


Um den Zopf, wie der geflochtene Hefeteig genannt wird, ranken sich viele Geschichten. Das Zopfgebäck soll seine Form einer Grabbeigabe zu verdanken haben: Witwen schnitten sich ihren Flechtzopf ab und legten ihn zu ihrem verstorbenen Mann ins Grab. Irgendwann wurde das Haar angeblich durch den Butterzopf ersetzt.

„Alles Quatsch“, meinte der 2008 verstorbene Schweizer Brotforscher Dr. Max Währen. Er fand heraus, dass das geflochtene Backwerk bereits vor mehr als 500 Jahren in Basler Bäckereien angeboten wurde. Gebäck aus Weißmehl war damals jedoch Luxus. So wurde es nur vom Thomastag am 21. Dezember bis zum Dreikönigstag am 6. Januar und als kostbarer Liebesbeweis gekauft. Der Zopf war also ein Geschenk für besondere Anlässe.

Heutzutage können wir den Butterzopf das ganze Jahr über kaufen. Noch leckerer ist es aber, ihn selbst zu backen. Das geht sogar, ohne dass wir dafür früh aufstehen müssen. Ihr fragt euch wie? Mit Übernachtgare! Das heißt, der geflochtene Zopf geht über Nacht im Kühlschrank. Am nächsten Morgen muss der Zopf nur noch in den Ofen geschoben werden. Eine halbe Stunde später kann man seine Lieben mit dem Duft von frischem, selbstgemachtem Zopf wecken. Es gibt doch nichts Besseres!

So funktioniert die Übernachtgare


Für die Übernachtgare bereitet man den Hefeteig nach seinem Lieblingsrezept zu – allerdings schon am Vorabend und mit ein paar Besonderheiten. Für die Übernachtgare eignet sich beispielsweise haltbare Milch besser als Frischmilch: Die Bakterien von Frischmilch könnten die Hefe stoppen. Weil der Hefeteig über Nacht im Kühlschrank liegt, geht er langsamer auf und braucht zehn bis 20 Prozent weniger Hefe. Den Hefeteig wie gewohnt kneten und eine Stunde ruhen lassen. Danach formt man ihn zu einem Zopf und bepinselt ihn mit Eigelb.

Apropos Einpinseln: Damit das Eigelb – oder, wie wir in der Schweiz sagen, die Eistreiche – keine Schlieren gibt, streicht man das Ei vor dem Bepinseln durch ein Sieb. Nebeneffekt: Der fertige Zopf glänzt schön. Den bepinselten Teigling am besten noch 15 Minuten bei Raumtemperatur liegen lassen. Erst dann kommt er zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank.

Nach der Aufwärmphase in den Backofen


Am nächsten Morgen, bevor man den Backofen zum Aufheizen einschaltet, nimmt man den Teigling aus dem Kühlschrank. So gleicht er sich noch etwas der Raumtemperatur an, die Aufheizphase des Ofens reicht dafür aus. Kurz bevor man den Zopf in den Backofen schiebt, nochmals mit Eistreiche bepinseln.

Je nach Größe des Teiglings holt man nach 20 bis 30 Minuten einen ofenwarmen duftenden Zopf aus dem Ofen. Pures Sonntagsglück!

Schon gewusst? Schweizer Butterzopf ist nicht süß


Übrigens: Habt ihr gewusst, dass Butterzöpfe in der Schweiz nicht süß sind? Ein bisschen Zucker kommt zwar immer in den Teig – der ist aber nur für die Hefe und nicht zum Süßen des Teigs gedacht. Der Zopf lässt sich somit auch wunderbar mit herzhaftem Belag genießen. Probiert es aus! Das Rezept für einen Schweizer Butterzopf inklusive weiterer Tipps und Tricks findet ihr in meinem Blog.

Über 1x umrühren bitte aka kochtopf

zorra bloggt seit 2004 auf
1x umrühren bitte aka kochtopf
und gehört somit zu den Bloggerinnen
der ersten Stunde. Seit einigen Jahren
ist neben Kochen auch Brotbacken ihre
Passion. Mehr als 3.000 Rezepte,
davon über 450 Brotrezepte,
finden sich auf ihrem Blog.
Alle Rezepte sind passend zu ihrem Motto
„Keep it simple! Warum kompliziert,
wenn es auch einfach geht“
unkompliziert und können mühelos
nachgekocht und nachgebacken werden.