Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Frisch Gebloggt / 12. Oktober 2017

Einkaufen mit Kindern: Die Kleinen mit einbeziehen

Mit einem Kleinkind einkaufen zu gehen – schon der bloße Gedanke daran kann Eltern den Schweiß ins Gesicht treiben. Ein Kind, das an der Kasse einen Wutanfall bekommt, weil es etwas nicht haben darf, sorgt unweigerlich für missbilligende Blicke und Kopfschütteln. Eine Horrorvorstellung, obwohl die meisten Eltern schon einmal eine solche Situation erlebt haben. An stressigen Tagen ziehe ich es daher vor, allein einzukaufen. Doch etwa einmal in der Woche kommt meine fünfjährige Tochter Claire mit.

Kinder einkaufen
© Leni Moretti

Absprachen treffen – und einhalten

Mein Tipp fürs gemeinsame Einkaufen: Vorab in Ruhe mit dem Kind absprechen, wie viele Sachen es für sich selbst aussuchen darf. Claire kann sich meist eine aussuchen, manchmal überredet sie mich zu zwei Sachen, zum Beispiel zu einem süßen Joghurt und einer Packung Kekse. Beim Gespräch vorab lernt sie, Argumente vorzutragen und sich für etwas einzusetzen, das ihr wichtig ist. Weil wir als Eltern natürlich nicht zu allem ja sagen können, kann das beim Kind für Frust sorgen. Aber nur über das Erleben und Zulassen dieses Gefühls können Kinder mit der Zeit ihre Frustrationstoleranz steigern. Dabei hilft es, wenn wir ihnen zeigen, dass wir seine Enttäuschung wahrnehmen. Ein Satz wie „Ich verstehe, dass du jetzt enttäuscht bist“, reicht oft schon.

Und wenn es doch zum Tobsuchtsanfall kommt? Dann ins Zwerchfell atmen (das entstresst) und das Verhalten des Kindes nicht als schlechtes Verhalten ansehen. Und: Auf keinen Fall von der Wut anstecken lassen und das Drama dadurch verstärken. Aber auch nicht nachgeben. Sonst speichert das Kind ab, dass Wutausbrüche zielführend sind. Stattdessen die Gefühle des Kindes ansprechen: „Du bist richtig wütend.“ Alles Weitere kann später und an einem anderen Ort besprochen werden.

Auf positive Weise über Lebensmittel aufklären

Ich spreche mit Claire auch darüber, warum ich gewisse Lebensmittel kaufe und andere nicht. Warum ich beispielweise im Frühling keine Trauben kaufe, die dann nicht Saison haben. Oder warum ich unverpacktes Obst vorziehe, für Brot meine Stofftasche dabeihabe und nur Freilandeier aus mobilen Hühnerställen statt aus konventioneller Hühnerhaltung wähle. Mir ist wichtig, in positiver Weise von meinen Entscheidungen zu sprechen – mit zu vielen kritischen Anmerkungen über Nahrungsmittel würde ich sie überfordern.

Selbstständiges Handeln stärkt das Selbstvertrauen des Kindes

Kinder wollen selbstständig handeln. Sie fühlen sich wohl, wenn sie sich in das Familienleben einbringen und für sich selbst Verantwortung übernehmen können. Dazu gehört, die Einkaufsliste gemeinsam abzuarbeiten und sie dann im Supermarkt eigenständig Dinge von der Liste suchen und in den Einkaufwagen packen zu lassen. Mit der Zeit lernen sie dadurch, in welchem Regal was zu finden ist. Diese Orientierungsfähigkeit schafft Selbstvertrauen.

Eigenständigkeit des Kindes fördern

Ab und an darf Einkaufen auch zur Familienunternehmung werden. Wir verbringen mit den Kindern auf dem Spielplatz und im Schwimmbad Stunden, warum soll da nicht auch mal der Einkauf ein paar Minuten länger dauern? In solchen Fällen schreiben wir vorab gemeinsam den Einkaufszettel. Claire sucht dann im Geschäft alles ohne meine Einmischung zusammen. Ich bin da und beantworte Fragen, sonst nichts. So ein Einkauf kann dann schon mal 50 Minuten kosten, aber Claire ist anschließend unglaublich stolz! Wenn Kinder den Supermarkt kennen und sie alt genug sind, ist das eine tolle Erfahrung für sie.

Benötige ich nur ein oder zwei Dinge, bleibe ich mit dem Baby sogar vor dem Geschäft und bitte Claire, den Einkauf ganz allein zu erledigen. Ich gebe ihr Geld und spreche kurz mit ihr, damit sie zum Beispiel nicht vergisst, das Wechselgeld mitzunehmen. Vielleicht kommt sie dann trotzdem mit einer falschen Sache aus dem Supermarkt, garantiert aber ein paar Zentimeter gewachsen!

Über CarrotsforClaire.com von Veronika Pachala

Als Mutter zweier Kinder geht es Veronika Pachala vor allem darum, schnell, einfach und unkompliziert zu kochen und dabei das Maximum an Geschmack und Gesundheit herauszuholen. Die Idee ihres Blogs Carrots for Claire geht auf die Unverträglichkeiten (Kuhmilchprodukte, Geschmacks- und Farbstoffe …) ihrer fünfjährigen Tochter Claire zurück. Verbunden mit dem Bedürfnis, Claire hochwertige Lebensmittel statt schlechter Fette, Fabrikzucker und „leerer“, also nährstoffloser Zutaten anzubieten, hat Veronika ihre Ernährung umgestellt. Sie hat auf diese Weise 13 Kilogramm verloren – und freut sich, dass ihre Familie inzwischen oft auf tierische Produkte verzichten kann. Veronika Pachala ist Montessori-Pädagogin und Lehrerin.