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Frisch Gebloggt / 04. August 2016

Zu Tisch mit Madame Cuisine: Auberginen mit Büffelmozzarella – oder: Wie ich lernte, Auberginen zu lieben!

Als Kind mochte ich Auberginen so gar nicht, waren sie doch meistens matschig, fad und geschmacklos. Erst als ich 16 war, wurde ich eines Besseren belehrt. Mein Vater, der als Purser für die Lufthansa um den halben Erdball flog, nahm mich mit auf einen Trip nach Nairobi, Kenia. Ich liebte es, mit meinem Vater mitzufliegen! Zu der Zeit waren die Vorschriften noch weniger streng, so dass ich sogar gelegentlich im Cockpit Platz nehmen durfte. Tolle Sache! Aber zurück zu den Auberginen, zurück nach Nairobi.

Zu Tisch mit Madame Cuisine: Auberginen mit Büffelmozzarella – oder: Wie ich lernte, Auberginen zu lieben!

Von Afrika im Allgemeinen und Kenia im Besonderen hatte ich damals noch überhaupt gar keine Vorstellung. Entsprechend aufgeregt und erwartungsfreudig war ich. Das Crew-Hotel war vielversprechend: kein großer Hotelbunker, sondern kleine Hütten mit Strohdach, wie zu einem afrikanischen Dorf arrangiert. Zumindest stellte ich mir ein afrikanisches Dorf damals so vor. Nun ist es bei der Fliegerei so, dass die Crew sich nach der Ankunft in der Regel zu einem gemeinsamen Abendessen oder Drink an der Bar verabredet. So auch in Nairobi. Allgemeiner Tenor – lasst uns beim Inder treffen! Beim Inder!? In Afrika!? Ich war schwer enttäuscht. Da hätte ich ja auch gleich nach Delhi oder Mumbai mitfliegen können, oder? Aber gut, die Crew musste es ja wissen, schließlich waren die meisten Besatzungsmitglieder nicht zum ersten Mal in Nairobi.

Tatsächlich erlebte ich dann ausgerechnet beim Inder in Afrika mein persönliches Wunder, wenn nicht gar eine Offenbarung. Noch nie zuvor in meinem Leben hatte ich so gut gegessen! Da mir die Beschreibungen in der Speisekarte nichts sagten, überließ ich es der Crew, die Bestellungen aufzugeben. Noch so eine ungeschriebene Regel in der Fliegerei – Bestellungen erfolgen querbeet durch die Speisekarte, der ganze Tisch wird eingedeckt und jeder isst und probiert von allem. Direkt vor meiner Nase, ein kleiner Tontopf mit geschmorten Auberginen. Da ich nicht gleich negativ mit „Ich mag aber keine Auberginen!“ auffallen wollte, aß ich tapfer von der Eierfrucht. Und was soll ich sagen – sie schmeckten so gut, dass ich den Topf gar nicht mehr hergeben wollte. Zart geschmort, in einer Soße aus Tomaten und köstlichen Gewürzen aß ich Auberginen, wie ich sie noch nie zuvor gegessen hatte. Seither liebe ich Auberginen. Und zwar sehr.

Wichtig bei der Zubereitung von Auberginen ist: Geduld. Auberginen mögen bei milder Hitze langsam gegart werden. Sie müssen am Ende durch und durch weich sein, damit sie nicht bitter schmecken. Vor dem Braten sollten die in Scheiben oder Würfel geschnittenen Auberginen gesalzen und für etwa 20 Minuten stehen gelassen werden, anschließend mit einem Küchenpapier abgetupft. So ziehen die Auberginen Wasser und werden beim Anbraten nicht matschig. Auberginen haben im Juli und August Hochsaison – sie mögen die Wärme, weshalb sie auch nicht zu kalt gelagert werden sollten. Am besten bei etwa 10 Grad im Gemüsefach des Kühlschranks. Da Auberginen nur wenig Eigengeschmack haben, lassen sie sich mit allen möglichen Aromen anderer Zutaten kombinieren. Zum Beispiel mit Büffelmozzarella, Basilikum und feinstem Olivenöl. Mehr braucht es wahrlich nicht!

 

Auberginen mit Büffelmozzarella und Basilikum


Zutaten für 2 Personen:

500g Mini-Auberginen

1 Kugel Büffelmozzarella

3 – 4 EL feinstes Olivenöl

grobes Meersalz, Pfeffer

½ Bund frisches Basilikum

Zubereitung

Die Auberginen waschen, putzen und der Länge nach halbieren. Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Auberginen zunächst auf der Schnittseite, dann auf der Hautseite für jeweils 5 bis 6 Minuten bei milder Hitze anbraten. Wichtig – die Auberginen müssen am Ende durch und durch weich sein!

Die Auberginen anschließend mit Meersalz und Pfeffer würzen. Den Büffelmozzarella grob zerzupfen und über den Auberginen verteilen. Deckel auf die Pfanne geben, den Herd ausschalten und alles für 2 bis 3 Minuten ziehen lassen.

Die Basilikumblätter abzupfen, waschen, grob hacken und kurz vor dem Servieren über die Auberginen geben. Mit knusprigem Baguette oder Ciabatta servieren.

Über Madame Cuisine

Madame Cuisine (www.madamecuisine.de) ist ein deutschsprachiger Food-Blog von Sonja Stötzel aus München. Sonja ist Physiotherapeutin, Mutter von zwei Kindern und Ehefrau. Bei ihren Rezepten sind Sonja zwei Dinge wichtig: Es darf nicht zu kompliziert sein – und man sollte sich bewusst machen, was man isst und wo es herkommt.