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Lebensmittel ABC / 29. Juni 2016

Tequila: Geist der blauen Agave

Wusstet ihr schon, dass die Herstellung von Tequila die wahrscheinlich anstrengendste der Welt ist? Wir haben 7 spannende Fakten rund um die Spirituose zusammengestellt.

Tequila: Geist der blauen Agave
© sarymsakov.com - Fotolia

1. Streng reguliert

Tequila wird aus der blauen Agave gewonnen. Dieses Gewächs, das übrigens mit dem Spargel verwandt ist, darf nur in bestimmten Regionen Mexikos und nur nach festgelegten Methoden zu Tequila weiterverarbeitet werden.

2. Lange Wartezeit

Eine Agave braucht etwa acht Jahre, bis sie die richtige „Reife“ für die Verarbeitung zu Tequila hat. Sonst liefert sie nicht genug Zucker für die Sirupgewinnung. Wegen ihres langsamen Wachstumsprozesses und ihrer einmaligen Blüte wird sie auch „Jahrhundertpflanze“ genannt.

3. Beschwerliche Ernte

Zur Herstellung benötigt man das Herz der Agave, also das Kernstück – die Einheimischen nennen es auch „Haus des Mondes“. Es wird freigelegt, von den Blättern befreit, gekocht, zerkleinert und ausgepresst. So ein Herz kann mehr als 60 Kilogramm schwer sein und hart ist es noch dazu. Sogar Motorsägen können darin stecken bleiben. Deshalb braucht es zum Zerhacken eine kiloschwere Spezial-Machete. Die Ernte der Agavenherzen ist also vielleicht die härteste der Welt. Der so gewonnene Sirup oder Most wird anschließend mit Hefe vergoren und zweimal destilliert.

4. Eichenfässer nur für VIPs

Tequila gibt es in verschiedenen Reifestufen. Je älter er ist, desto milder wird er. Die Reifung in Eichenholzfässern – meist in alten Whisky-Fässern – ist der letzte Schritt und den “Reposado” und den “Añejo” vorbehalten.

Blanco und Plata sind nicht oder nur ganz kurz gereift.

Joven ist nicht oder nur kurz gereift und mit Karamell getönt.

Reposado ist zwischen zwei und neun Monate im Holzfass gereift.

Añejo wurde zwischen einem und drei Jahren im Holzfass gelagert.

Extra Añejo ist eine relativ neue Kategorie. Es gibt sie seit 2006 und bezeichnet Tequila, der mindestens vier Jahre im Eichenholzfass ausgebaut wurde. Der Brand bekommt dann eine dunkle Farbe und oftmals sogar starke Karamell- oder Vanillenoten.

5. Tequila ist nicht gleich Tequila

Tequilas, auf denen einfach nur „Tequila“ steht, sind meistens „Mixtos“. Sie bestehen nur zu 51 Prozent aus Agavensirup. Nur, wenn 100 Prozent drauf steht, ist auch 100 Prozent Agavenzucker drin. So pur ist Tequila eine Rarität und wird wie ein guter Whisky pur bei Zimmertemperatur getrunken – ganz ohne Salz und Limette.

6. Die liebe Verwandtschaft

Tequila ist kein Whisky oder Rum, sondern ähnelt von seiner Anlage eher europäischen Obstbränden. Ohne Reife kommen zitrusartige Aromen durch. Bei längerer Lagerung im Eichenfass bekommt er Nuancen, die an Sherry erinnern.
Er ist die bekannteste Sorte verschiedener mexikanischer Agavenbrände, die Mezcal, die aus verschiedenen Agavensorten ganz traditionell in einem Erdofen gebrannt werden.

7. Wie war das nochmal – erst Salz, dann Limette?

Junger Tequila wird in Mexiko klassisch mit Salz und Limette serviert. Eine bestimmte Reihenfolge, in der man diese drei Komponenten genießt, gibt es aber nicht. Tequila mit einer Orangenscheibe und Zimt zu trinken, ist eine deutsche Erfindung und in Mexiko nicht üblich. Die beliebtesten Tequila Cocktails sind übrigens die Margarita und der Tequila Sunrise.