Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Getränke / 05. November 2016

Wodka: ein beliebtes „Wässerchen“

Einst wegen einem Überfluss an Roggen hergestellt, ist Wodka heute eine international beliebte Spirituose. Die meisten Anhänger hat er in Nord- und Osteuropa sowie Russland. Warum es auch beim Wodka große Unterschiede gibt und wie man ihn am besten genießt, verraten wir hier.

Wodka: ein beliebtes „Wässerchen“
© Artem Shadrin - Fotolia

Rohstoffe

Wodka kann aus verschiedenen Ausgangsstoffen hergestellt werden, solange sie kohlenhydrathaltig sind. Traditionell wird Getreide verwendet. Aber auch Kartoffeln und Melasse, ein Nebenerzeugnis der Zuckerproduktion, sind üblich. Sogar aus Trauben wurde schon Wodka produziert, denn eine Beschränkung der möglichen Rohstoffe gibt es in den meisten Ländern nicht.


Der Name trügt

Dass es sich um einen Hochprozentigen handelt, verrät der Name nicht: „Wodka“ leitet sich nämlich vom slawischen Wort „Voda“ (dt.: Wasser) ab und ist eine Verkleinerungsform des Wortes. Streng genommen ist Wodka also ein „Wässerchen“, obwohl er mindestens 37,5 Volumenprozente besitzt.


Herstellung und Stile

Entscheidend für die Qualität des Wodkas ist die Anzahl der Destillationen, bei denen der Alkohol von der Gärmasse getrennt wird. Anschließend erfolgt eine Filtration, bei der verbleibende Unreinheiten beseitigt werden. Die Filtration ist entscheidend für das Geschmacksergebnis.
Wodkas aus Polen und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion einschließlich Russland besitzen meist einen etwas schwereren Körper, während Wodkas westlichen Stils, also aus dem Rest der Welt, dem Ideal von völliger Neutralität in Geruch und Geschmack nahekommen wollen. Daneben existieren aromatisierte Wodkas. Dafür können zum Beispiel Büffelgras oder Vanille ins Spiel kommen. Auch Kompositionen mit mehreren Aromen, ganzen Früchten oder Kräuter-Auszügen sind möglich.


Russland oder Polen? Woher stammt Wodka?

Die erste wodkaartige Spirituose aus Getreide wurde im 14. Jahrhundert gebrannt. Ob dies in Polen oder Russland geschah, ist allerdings bis heute ungeklärt. Beide Länder beanspruchen die Erfindung für sich.


Wodka genießen

Am besten genießt man Wodka kalt, aber nicht eiskalt. Eine Trinktemperatur von acht bis zehn Grad ist optimal. Dazu werden kleine deftige und würzige Häppchen gereicht, die Zakuski. In Russland beißt man nach dem Wodka-Genuss gern in eine Salzgurke. Sie ist für den Wodka quasi die Zitrone zum Tequila.

Beliebte Wodka-Mythen

Gläser zerschlagen

Speziell mit russischem Wodka verbinden viele die Vorstellung, nach dem Austrinken von Wodka müssten die Gläser auf den Boden zerschmettert werden. Dieses Bild geht auf einen uralten Hochzeitsritus zurück: Nach der ersten Brautnacht servierten die Gäste dem Bräutigam ein Glas Honigwein. Dann verfolgten sie seine Reaktion aufmerksam. War die Braut noch, hat der junge Mann den Wein ausgetrunken und das Glas danach zerschlagen. Falls dem nicht so war, wurde das Glas nicht zerschlagen. Mit russischer Trinktradition hat das aber nichts zu tun.

Auf-Ex-Trinken

Früher glaubte man, dass ausschließlich die alkoholischen Dämpfe und weniger die Flüssigkeit für den Einfluss von Alkohol auf den menschlichen Körper verantwortlich sind. Indem man Wodka mit einem Mal zu sich nahm, dachte man, man könne den alkoholischen Dämpfen entgehen und so eine Wodka-Session beliebig ausdehnen. Das Auf-Ex-Trinken ist in Russland auch heute noch weit verbreitet.