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Getränke / 13. November 2016

Von Sumerern und Mönchen: Die Geschichte des Bieres

Bier ist so alt wie Menschheit – so lautet eine geläufige Behauptung. So viel steht allerdings fest: Bier ist alt. Wie alt genau, lässt sich nicht mehr feststellen. Aber es gibt Hinweise darauf, dass der schmackhafte Gerstensaft auf eine mindestens 6.000 Jahre lange Historie zurückblickt.

Von Sumerern und Mönchen: Die Geschichte des Bieres
© kishivan - Fotolia

Geschichte des Bieres: Es begann mit einem Unfall

Es war vermutlich ein Unfall, als vor etwa 6.000 Jahren ein Brotteig zu lange in der Sonne stehen gelassen wurde. Wilde Hefen, die durch den Wind in den Teig gelangten, taten das ihrige und der Teig vergor. Allerdings hatte die Masse eine berauschende Wirkung! Das zumindest besagen Bilder und Keilschriften der alten Sumerer, die damals im Zweistromland, also dem Gebiet zwischen Euphrat und Tigris, ansässig waren. Die Sumerer begannen, diesen zufälligen Prozess mehr oder weniger bewusst zu wiederholen – sie waren in der Geschichte des Bieres die ersten Brauer.

Ein paar hundert Jahre später kannten die Babylonier bereits rund 20 verschiedene Biersorten – von hell bis dunkel, vom Dünn- bis zum Starkbier. Für diese Geschmacksvielfalt nutzten sie unterschiedliche Getreidearten und Gärzeiten. Da Bier zu dieser Zeit noch ungefiltert war und dicke Brocken enthielt, wurde es durch eine Art Strohhalm getrunken. Die Bezeichnung „flüssiges Brot“ war also durchaus treffend!

Über Babylonien und Ägypten erreichte das Bier Europa. Die antiken Griechen und Römer zogen jedoch den Wein als alkoholisches Genussmittel vor. Ganz anders die Germanen und Kelten: Um 800 v. Chr. war Bier auch im Gebiet des heutigen Deutschland bekannt. Davon zeugt eine Bieramphore, die in der Nähe von Kulmbach gefunden wurde. Die Römer, die hier auf ihren Eroberungszügen einfielen, verschmähten Bier als Barbarengetränk. Im restlichen Europa – ob bei Wikingern oder Galliern („Komm Obelix, wir trinken eine Cervesia!“) – war der Gerstensaft jedoch sehr beliebt.


Mönche entdecken die Vorzüge des Hopfens

Der nächste Meilenstein in der Bier-Historie wurde im 9. Jahrhundert n. Chr. erreicht. Zu dieser Zeit begannen viele Klöster, Biere zu brauen. Es waren wohl die Mönche, die Hopfen als Bierzutat entdeckten – damit wurde das Gebräu nicht nur schmackhafter, sondern zudem haltbarer. Unter den bierbegeisterten Abteien war auch das Kloster Weihenstephan, das im Jahr 1040 das Braurecht erhielt und somit die älteste noch heute bestehende Brauerei der Welt ist. Übrigens: Ursprünglich stellten die Mönche Bier her, um ihre kärglichen Mahlzeiten etwas aufzupeppen – und um die freudlose Fastenzeit zu überstehen. Offiziell erlaubt waren für jeden Klosterbewohner stolze fünf Maß pro Tag!

Im Hochmittelalter hatte sich Bier bereits in vielen Regionen als Volksgetränk durchgesetzt – und die besten Biere stammten oft immer noch aus den Klöstern. Das stieß den bürgerlichen Gastwirten und Braumeistern sauer auf, deren Geschäfte zunehmend litten. Davon wiederum waren auch die Steuereinnahmen der Fürsten betroffen. Eine Klosterbrauerei nach der anderen wurde auf Anordnung hin geschlossen. Derweil entwickelte sich das Bier zum großen Exportschlager der Hanse: Um 1300 ging Bier von Bremen aus nach Skandinavien, Holland und England. Von Hamburg aus fand das Bier sogar seinen Weg nach Indien.


Die älteste Lebensmittelverordnung der Welt

Nun hatte das damalige Bier wenig mit dem Gerstensaft von heute zu tun – allerlei zweifelhafte Zutaten wie zum Beispiel Tollkirsche oder giftiger Schlafmohn fanden ihren Weg in die Brau-Behältnisse. Immer wieder versuchten die Landesfürsten, für eine gewisse Mindestqualität zu sorgen. Diese Bemühungen gipfelten am 23. April 1516 in dem wohl berühmtesten deutschen Lebensmittelgesetz, dem „Reinheitsgebot“. An diesem Tag ordneten die bayrischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. in Ingolstadt an, Bier dürfe nur aus Gerstenmalz, Hopfen und Wasser bestehen. Es ist die älteste lebensmittelrechtliche Verordnung, die bis zum heutigen Tag gilt – auch wenn sie später um die Zutat Hefe erweitert wurde, deren Wirkungsweise damals noch nicht bekannt war.


Der bierbrauende Soldatenkönig

Auch Friedrich der II. von Preußen (1712 bis 1786), besser bekannt als Friedrich der Große oder der Alte Fritz, erlernte das Handwerk des Bierbrauers. Zwar nicht ganz freiwillig – sein tyrannischer Vater steckte ihn erst ins Gefängnis und verdonnerte ihn dann zu der Ausbildung – aber so gelangte das Bier in die obersten preußischen Schichten.

Den Rest erledigten Wissenschaft und Technik. Mitte des 19. Jahrhunderts erforschte der französische Mikrobiologe Louis Pasteur (1822 bis 1985) die Rolle der Hefezellen im Gärungsprozess. Er konnte nachweisen, dass die Aufspaltung des Malzzuckers in Alkohol und Kohlensäure auf die Hefe zurückzuführen war. Darauf aufbauend, gelang es dem dänischen Biologen Emil Christian Hansen (1842 bis 1909) einzelne Hefezellen zu isolieren und zu vermehren – die Geburt der Hefereinzucht. Nun konnte der Gärprozess kontrolliert stattfinden, bei gleichbleibender Qualität.

Eine Innovationen fehlte aber noch: der Kühlschrank. Bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts konnte untergäriges Bier mehr oder weniger nur im Winter gebraut und gelagert werden. 1873 stellte der Ingenieur Carl von Linde (1842 bis 1934) eine Kühlmaschine vor – und zwar auf einem internationalen Braukongress, bei dem auch Pasteur und Hansen zugegen waren. Forschung und Technik hatten also dafür gesorgt, dass jetzt das ganze Jahr über Bier in allen Variationen gebraut werden konnte. Und das in einer konstanten Qualität.

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Füllmenge: 680 g, Abtropfgewicht: 650 g

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