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Getränke / 30. November 2016

Eiswein: Süße Spezialität aus frostigen Trauben

Er benötigt Minusgrade, damit er seinen Geschmack voll entfalten kann: Erst bei anhaltendem Dauerfrost können die Trauben für den Eiswein geerntet werden. Eiswein ist ein klassischer Dessertwein und damit ein sogenannter Digestif. So bezeichnet man alkoholische Getränke, die im Gegensatz zum Aperitif nach dem Essen konsumiert werden.

Eiswein: Süße Spezialität aus frostigen Trauben
© McNic - Fotolia

Süßer Genuss: Eiswein schmeichelt den Gaumen wie Honig

Charakteristisch für den bernsteinfarbenen Eiswein aus hellen Riesling-Trauben sind seine konzentrierte, fruchtige Süße und die damit einhergehende, ausgesprochen intensive Aromenvielfalt. Eiswein wird gekühlt, aber nicht eiskalt getrunken. Die Temperatur beträgt idealerweise zehn bis zwölf Grad. Man trinkt zum Genuss nur kleine Mengen aus einem speziellen Eiswein-Glas, man kann aber auch ein Sekt- oder Sherryglas nehmen. Der vielfältige Geschmack ist unvergleichlich – ein einmalig süßes Erlebnis, bei dem Honignoten mit einer säurebetonten Fruchtigkeit perfekt harmonieren.


Warten auf den Frost: So aufwendig wird Eiswein gelesen

Damit Eiswein im Winter überhaupt entstehen und gelesen werden kann, müssen die Weintrauben den richtigen Reifegrad erreichen. Dazu muss anhaltender Frost von mindestens minus sieben Grad herrschen. Nur dann kristallisiert das Wasser in den hellen Weinbeeren richtig und der Fruchtzucker verbindet sich mit dem restlichen, in den Beeren enthaltenen Wasser und der Fruchtsäure.

Die Schwierigkeit liegt vor allem im Ernte- und Herstellungsprozess. Die einzelnen Weinbeeren müssen nach der Lese rasch verarbeitet werden, ohne dass dabei die Kühlkette unterbrochen wird. Das geschieht idealerweise in den frühen Morgenstunden. Nach dem Pressen der gefrorenen Weinbeeren unter hohem Druck bleibt gefrorenes Wasser übrig und ein hochkonzentrierter, süßer Traubenmost entsteht – die Grundlage für den Eiswein.

Für den Winzer ist die Produktion von Eiswein nicht ganz ohne Risiko. Die Ausbeute ist viel geringer als bei gewöhnlichem Wein. Ist der Winter zu mild, sodass die Trauben nicht richtig frieren, kann er außerdem seine komplette Ernte verlieren. Eiswein unterliegt den strengen deutschen Richtlinien für Prädikatsweine. Sie schreiben vor, dass die Trauben am Rebstock frieren müssen. Ein nachträgliches Einfrieren der Weinbeeren nach der Ernte und die Zugabe von Zucker während des Gärprozesses sind verboten.