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Getränke / 20. Mai 2016

Die Kaffee-Geschichte: Woher er kommt, was er kann

Es ist ein Ritual, das von Millionen Menschen täglich zelebriert wird: die erste Tasse Kaffee morgens nach dem Aufstehen als Wachmacher. Viele behaupten von sich, ohne ihren morgendlichen Kaffee kämen sie nicht in die Gänge. In Deutschland trinkt jeder Bundesbürger im Schnitt 162 Liter im Jahr (Stand 2014). Das macht, legt man eine durchschnittliche Tassengröße von 150 Millilitern zu Grunde, pro Nase mehr als 1.000 Tassen Kaffee. Kaffee enthält über 800 Aromastoffe, aber nur wenige Kalorien. Und er macht natürlich wach! Wie ist die Kaffee-Geschichte verlaufen? Was hat zum weltweiten Siegeszug der Kaffeebohne geführt? Und was alles kann Kaffee eigentlich?

Die Kaffee-Geschichte: Woher er kommt, was er kann
© Maksim Shebeko - Fotolia

Kaffee: Geschichte eines Volksgetränks


Glaubt man einer alten Legende, nahm die Kaffee-Geschichte ihren Anfang im 9. Jahrhundert, und zwar in Abessinien, dem heutigen Äthiopien. In der Provinz Kaffa verzweifelte ein Hirte an seinen Ziegen, die nachts nicht zur Ruhe kamen. Die Geistlichen eines Klosters lösten das Rätsel: Die Ziegen labten sich allzu gern an den kirschenartigen Früchten einer Pflanze – dem Kaffeestrauch. Vom Forscherdrang beseelt, bereiteten sich auch die Mönche einen Aufguss aus den Früchten zu. Sofort spürt sie, wie das Getränk ihren Körper mit neuer Energie versorgte.

Ob nun wahr oder nicht: Noch heute gilt das äthiopische Hochland als Wiege des Kaffees. Über das Rote Meer gelangte die Pflanze nach Arabien. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde im Jemen mit der Kultivierung des Kaffees begonnen. Schnell breitete sich die Pflanze über die gesamte arabische Halbinsel aus, bis 1720 war die Hafenstadt Mokka Zentrum des weltweiten Kaffeehandels. Zu dieser Zeit war Kaffee übrigens ein sündhaft teures Luxusgut, das nur der Adel bezahlen konnte.

Als das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert expandierte, kam auch der Kaffee nach Kleinasien, Syrien, Ägypten und ins südöstliche Europa. Die islamische Welt fand großen Gefallen an dem „nüchternen Rausch“, dessen Name sich vom altarabischen „qahwah“ für Wein ableitet. Kaffee wurde – da ein Alkoholrausch Muslimen untersagt ist – zum „Wein des Islams“.

1683 brachen die Türken die Belagerung von Wien ab und ließen dabei angeblich 500 Sack Kaffee zurück. Der Pole Georg Franz Kolschitzky soll mit dieser „Kriegsbeute“ das erste Wiener Kaffeehaus eröffnet haben, was allerdings nach heutigem Kenntnisstand unwahrscheinlich ist. Denn während Kolschitzky für seine Verdienste während der Belagerung im Jahr 1686 das Privileg des Kaffeeausschanks erhielt, hatte ein gewisser Johannes Theodat schon 1685 ein Kaffeehaus in Wien eröffnet.

Anfang des 18. Jahrhunderts begannen Kolonialmächte wie Holland, Kaffee auf Java, Ceylon, Niederländisch Guyana und in Indien anzubauen. Der Weg in die wichtigen Anbaugebiete der Tropen und Subtropen war damit geebnet, der Siegeszug des Getränks nicht mehr aufzuhalten. Kaffee wurde im 19. Jahrhundert zu einem internationalen Handelsgut, die Preise fielen und in immer mehr Ländern setzte er sich als „Volksgetränk“ durch. Heute ist Kaffee nach Wasser das weltweit populärste Getränk. Und die ganze (Kaffee-)Geschichte begann mit ein paar nervösen Ziegen!

Gretchenfrage: Was kann Kaffee?


Beliebt oder nicht: Lange Zeit stand Kaffee in dem Ruf, der Gesundheit abträglich zu sein. Er entziehe dem Körper Flüssigkeit und treibe den Blutdruck in die Höhe. Vorbei: Inzwischen wissen wir, dass Kaffeegenuss und Gesundheit Hand in Hand gehen können.

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, muss nicht befürchten, sein Blutdruck würde in die Höhe schnellen. Vielmehr bringt Kaffee den Kreislauf in Schwung, da er die Gefäße erweitert und den Blutfluss anregt. Nur Menschen, die unter einer Herzkrankheit, einem krankhaft hohen Blutdruck oder extremen Kreislaufproblemen leiden, sollten ihren Arzt konsultieren.

Kaffee liefert durch seine Röststoffe Antioxidantien – so hilft er gegen Kopfweh und Asthma, wirkt zudem vorbeugend gegen Diabetes, Alzheimer und Parkinson. Antioxidantien helfen uns im Kampf gegen freie Radikale, die beispielsweise durch Alkohol, Zigaretten oder UV-Strahlen hervorgerufen werden und unseren Zellen schaden. Sie lassen uns schneller altern, greifen aber auch unser Gehirn an. Die Antioxidantien und Polyphenole, die der Kaffee enthält, stellen sich dem entgegen. Die enthaltenen Antioxidantien helfen auch, Alzheimer vorzubeugen.

Ebenfalls widerlegt ist die Annahme, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Früher hieß es, für jede Tasse Kaffee müsste ein Glas Wasser getrunken werden, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Heute wissen wir: Wenn es um die empfohlene tägliche Aufnahme von Flüssigkeit geht, darf der Kaffee ruhig mitgezählt werden.