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Wiki / 05. November 2020

Flexitarier werden: aus diesen fünf Gründen

Der übermäßige Konsum von Fleisch steht immer öfter in der Kritik. Immer mehr Menschen versuchen deshalb, Fleisch bewusster zu essen und bevorzugen eine sogenannte flexitarische Ernährung. Aber was ist das überhaupt und wie lässt sich dieser Ernährungsstil besonders leicht umsetzen? Wir verraten fünf gute Gründe, warum es sich lohnt, Flexitarier zu werden.

Bunte Vielfalt aus Gemüse, Obst und Fleisch verteilt auf einem dunklen Holztisch
© aamulya / stock.adobe.com

Definition

Was is(s)t ein Flexitarier?

Wenig überraschend stammt der Begriff aus der nordamerikanischen Sprachkultur. Das englische Wort „flexitarian“ setzt sich zusammen aus „flexible“ und „vegetarian“. Diese Personen essen zwar Fleisch, machen dieses Lebensmittel jedoch nicht zum zentralen Ankerpunkt ihrer Ernährung.

So planen sie viele fleisch- und fischlose Tage in der Woche ein. Einer Studie von „ProVeg Deutschland“, dem deutschen Vegetarierbund, zufolge verzichten Flexitarier an mindestens drei Tagen in der Woche auf Fleisch.

Im Grunde haben wir es beim Flexitarismus mit einer besonderen Ausprägung des Vegetarismus zu tun, die sich auch als Teilzeitvegetarismus bezeichnen lässt. Verschiedenen Statistiken und Umfragen zufolge gibt es in Deutschland bereits viele Millionen Flexitarier. Davon ist einem Großteil gar nicht bewusst, dass sie sich flexitarisch ernähren. 


Vegetarische Ernährung

Verschiedene Ausprägungsformen

Etwa elf Prozent der Deutschen ernähren sich mittlerweile vegetarisch. Ausgehend vom ursprünglichen Oberbegriff, der den bewussten Verzicht auf Fleisch bei der Ernährung beschreibt, haben sich viele unterschiedliche Formen des Vegetarismus entwickelt. Die verschiedenen Ausrichtungen, Regeln und Begrifflichkeiten können verwirrend sein.  

  1. Flexitarier
    Bei der flexitarischen Ernährung ist alles erlaubt. Fleisch steht allerdings nur selten auf dem Speiseplan.
  2. Vegetarier
    Vegetarier essen tierische Produkte, wie zum Beispiel Joghurt oder Eier, jedoch kein Fleisch.
  3. Vegane Ernährung
    Kompletter Verzicht auf alle tierischen Lebensmittel und Erzeugnisse.
  4. Rohkost-Ernährung
    Es werden nur Nüsse, Gemüse und Obst gegessen, das nicht erhitzt worden ist.
  5. Lacto-Vegetarismus
    Eier sind tabu. Milchprodukte sind hingegen erlaubt. 
  6. Pescetarier
    Fleischprodukte stehen nicht auf dem Speisplan. Fisch und andere Meerestiere allerdings schon.

Flexitarier werden

Fünf Gründe für die Umstellung

Immer mehr Menschen wollen etwas über die Herkunft und die Qualität des Fleisches wissen, das bei ihnen auf dem Teller landet. Im Zuge dieser Überlegung stellen sich viele außerdem die Frage, welche Menge Teil einer ausgewogenen Ernährung ist. So ist es zum Trend geworden, Fleisch deutlich seltener zu essen und ganz bewusst zu genießen. Wir haben fünf Gründe für Sie zusammengestellt, die für einen flexitarischen Ernährungsstil sprechen.

Grund 1: Für die Gesundheit

Ein übermäßiger Fleischkonsum, vor allem von rotem Fleisch, kann zu einem erhöhten Cholesterinspiegel, Bluthochdruck oder auch zu Diabetes führen. Außerdem kann der übermäßige Fleischgenuss das Risiko erhöhen Darmkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen. Um das zu minimieren hilft es bereits, an einigen Tagen in der Woche komplett auf Fleisch zu verzichten.

Grund 2: Eine ganzheitliche Ernährung

Die flexitarische Ernährungsweise schließt kein Lebensmittel aus. So sind moderate Mengen an Fleisch Teil des Speiseplans. Weil nichts verboten ist, ernähren sich Flexitarier vielseitig, ausgewogen und nährstoffreich. Deswegen benötigen sie keine Nahrungsergänzungsmittel, während Vegetarier und Veganer darauf achten sollten, ausreichend Vitamin B12 zu sich zu nehmen und auf pflanzliche Eiweißquellen zu setzen.

Grund 3: Die Umwelt schonen

Ein großer Teil der Treibhausgasemissionen hat seinen Ursprung in der Massentierhaltung. Aber auch andere Faktoren, wie ein nicht nachhaltiger Anbau von Tierfutter sowie ein hoher Wasserverbrauch, sollten dazu beitragen, dass wir den übermäßigen Konsum von Fleisch hinterfragen. Wenn wir unsere Erde lieben, dann sollten wir uns mit alternativen Ernährungsstilen, wie dem Flexitarismus, beschäftigen.

Grund 4: Für das Tierwohl

Auch die artgerechte Tierhaltung spielt bei der Überdenkung des Fleischkonsums eine wichtige Rolle. Um der hohen Nachfrage nach Fleisch gerecht zu werden und dabei noch eine Marge zu erzielen, müssen Nutztiere oft in beengten Verhältnissen leben.

Wer also diese Art der Fleischindustrie nicht unterstützen will, sollte seinen eigenen Konsum überdenken und sich fragen woher das Fleisch kommt, das auf dem Teller liegt. Aufschluss über die Herkunft und die Haltung geben die Haltungsformstufen. Diese sind auf den Verpackungen gut sichtbar gekennzeichnet.

  • Stufe 1 (Stallhaltung):
    Entspricht dem gesetzlichen Mindestmaß.
  • Stufe 2 (Stallhaltung Plus):
    Gewährt den Tieren mehr Platz. Das gekennzeichnete Fleisch stammt nachweislich aus Betrieben, die diese Zusatzkriterien erfüllen.
  • Stufe 3 (Außenklima):
    Gewährt Tieren noch mehr Platz als bei Stufe 2. Die Tiere bekommen Futter, das frei von Gentechnik ist. Außerdem haben sie Zugang zu Außenklimabereichen.
  • Stufe 4 (Premium):
    Entspricht den gesetzlichen Bestimmungen für Bio-Fleisch.

Grund 5: Abnehmen durch flexitarische Ernährung

Die flexitarische Ernährungsweise ist streng genommen keine Diät, sondern eine Umstellung. Vor allem bei Menschen, die vorher sehr viel Fleisch und Aufschnitt gegessen haben, werden schnell überflüssige Pfunde purzeln. Wer am Ball bleibt, wird langfristige Erfolge feiern und den Jo-Jo-Effekt dank der ausgewogenen Ernährung umgehen.

Ernährungswissenschaftlerin Dr. Alexa Iwan verrät in ihrer Kolumne, wie die Umstellung gelingt: Hier nachlesen.


Nährstoffe

Rundum versorgt trotz Umstellung

Eine flexitarische Ernährung bringt viele positive Effekte mit sich. Weil kein Lebensmittel verboten ist, gilt sie als besonders ausgewogen. Wer nur wenig Fleisch isst, sollte unbedingt auf seine Vitamin B12-Zufuhr achten. Diese ist elementar für die Zellteilung/-bildung, den Nervenfunktionen, dem Energiestoffwechsel und der Blutbildung.

Protein, auch Eiweiß genannt, gehört neben Kohlenhydrat und Fett zu den drei Hauptnährstoffen des Körpers und ist unerlässlich für den Erhalt und Aufbau von Muskeln. Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zufolge sollten Erwachsene etwa 0,8 Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht am Tag zu sich nehmen.

Fleisch enthält viel Protein und ist ein stetiger Begleiter in vielen Essensplänen, gerade wenn Sie sportlich aktiv sind. Dennoch gibt es auch viele andere Lebensmittel, die mit einem hohen Proteingehalt punkten können. Ein Toplieferant ist bespielsweise Magerquark. Aber auch Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sind eine gute Eiweißquelle.

Infografik: fleischlose Eiweißquellen