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FamilienMomente / 03. März 2019

Wenn der Wickeltisch zum Spielplatz wird

Bis zu 6.000 Mal heißt es für Eltern Windeln wechseln. Umso wichtiger ist es, diese Momente nicht als lästige Pflicht, sondern als Chance für gemeinsame Zeit zu sehen. Wir haben tolle Wickeltisch-Spiele, die genau das möglich machen.

Windeln wechseln
© Science Photo Library - RUTH JENKINSON / Brand X Pictures / Getty Images

Gelegenheit macht Liebe

Zumindest in den ersten Wochen halten die süßen Winzlinge oft noch wunderbar still, bis die Eltern das Wickeln wie im Schlaf beherrschen. Aber spätestens wenn die Neugierde Ihres Babys auf seine Umwelt wächst, ist es vorbei mit der Schonfrist. Dann wird gezappelt, geweint und getreten, weil weder Wickeln noch Gewickelt-Werden zu irgendjemandes Lieblingsbeschäftigungen zählen.

Da hilft nur, das Wechseln der Windel von Anfang an zum schönen, gemeinsamen Erlebnis zu machen. Warum also nicht diesen Moment voll intensiver körperliche Nähe für zärtliche Berührungen, für eine liebevolle Ansprache und für anregende kleine Spiele nutzen?

Sie brauchen:

  • Wickeltisch und Auf- sowie Unterlage
  • gegebenenfalls Wärmelampe
  • Spieluhr
  • Buch mit Finger- und Krabbelversen
  • Mobile
  • Rassel
  • knisterndes oder klapperndes Spielzeug

So geht's – lassen Sie die Wickeltischspiele beginnen

Unsere eigene Stimmung überträgt sich unbewusst auch auf das Baby. Seien Sie also nicht gestresst, wenn die Zeit für eine saubere Windel kommt, sondern freuen Sie sich auf das gemeinsame Erlebnis. Tragen Sie Ihren kleinen Sonnenschein ganz entspannt zum Wickeltisch und sprechen Sie dabei mit ihm – Kinder lieben es, die vertraute Stimme der Eltern zu hören.

Singen Sie ihm etwas vor. Das mag er bestimmt noch mehr als eine Spieluhr. Und keine Sorge, dabei kommt es nicht auf eine Chorstimme an. Am Schönsten wird es übrigens, wenn Sie die gesungenen Zeilen mit kleinen Körperspielen kombinieren. Finger- und Krabbelverse, Kitzelspiele, Babymassagen und Gymnastik-Einheiten sind ideal für die intimen Momente auf dem Wickeltisch. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen und Ihrem Kind am meisten Spaß macht.

Das richtige Zubehör

Ein buntes Mobile, eine Rassel oder ein klapperndes, knisterndes Spielzeug können Ihr Baby beim Windelwechseln wunderbar beschäftigen. Bieten Sie das Spielzeug am besten nur auf dem Wickeltisch an, damit es besonders lange seine Faszination behält. Und wenn Sie alle paar Wochen ein neues Mobile aufhängen, gibt es auch hier immer wieder etwas Neues zu entdecken. Achten Sie darauf, dass das Mobile nicht nur von der Seite toll aussieht, sondern vor allem von unten. Vielleicht hält es Ihr Partner einfach mal über Sie. Die Perspektive des Kindes einzunehmen, kann immer wieder hilfreich sein.

Selbst wenn es Ihnen übrigens so vorkommt, als würde das Wickeln nie enden, irgendwann geht auch diese Zeit vorbei. Und in ein paar Jahren vermissen Sie es vielleicht sogar.

Drei kleine Wickeltisch-Spiele

 

Kitzelspiel: „Kleine Schnecke“

Singen Sie die Verse zur Melodie von „Bruder Jakob“ und krabbeln Sie mit den Fingern, wie im Lied beschrieben, am Körper Ihres Babys entlang.

„Kleine Schnecke, kleine Schnecke

krabbelt rauf, krabbelt rauf,

krabbelt wieder runter, krabbelt wieder runter,

kitzelt auf dem Bauch, kitzelt auf dem Bauch.”

 

Bewegungsspiel: „Die Maus hat rote Socken an“

Während der ersten Strophe des Gedichtes „radeln“ Sie mit den Beinchen Ihres Babys und während der zweiten Strophe „rudern“ Sie mit seinen Ärmchen.

„Die Maus hat rote Socken an,

damit sie besser radeln kann.

Sie radelt bis nach Dänemark,

denn Radeln macht die Waden stark.

Die Maus hat auch kein T-Shirt an,

damit sie besser rudern kann.

Sie rudert bis nach Dänemark,

denn Rudern macht die Arme stark.”

Überraschungsspiel: „Ein Kuss oder ein Pups?“

Verteilen Sie kleine Küsschen auf Hals, den Ärmchen sowie dem Bauch des Babys und streuen Sie hin und wieder ein kitzeliges „Pupsbussi“ ein. Hierzu tief einatmen, die Lippen auf den speckigen Babybauch pressen und feste ausatmen, bis ein Pupsgeräusch entsteht.

Nehmen Sie sich bewusst Zeit zum Wickeln. Sind Sie gestresst, angespannt oder unwillig, überträgt sich das schnell auf das Kind und macht alles schwieriger. Versuchen Sie lieber, diese Momente der intimen Nähe zu genießen. Unser Hebammen-Tipp