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FamilienMomente / 07. Oktober 2019

Die wichtigsten Fragen rund ums Stillen

Mama und Baby haben sich nach der Geburt gut erholt und langsam kehrt so etwas wie Alltag in Ihre kleine Familie ein. Und auch, wenn das Stillen immer besser klappt, schwingt häufig noch ein bisschen Unsicherheit bei den Mamas mit: Bekommt mein Baby genügend Milch? Wie viel Milch braucht es eigentlich über den Tag verteilt oder ist es okay, auch mal etwas Milch abzupumpen? Wir haben mit Hebamme Kathrin gesprochen und mit ihr die wichtigsten Fragen rund ums Stillen geklärt.

Hebamme Kathrin

Die Muttermilch ist ein echtes Wunder der Natur und damit das Beste für Ihr Baby. Sie ist in ihrer Zusammensetzung perfekt auf die besonderen Ernährungsbedürfnisse Ihres Babys abgestimmt und liefert genau die richtige Menge an Energie und Nährstoffen. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch, Babys bis zum 6. Monat voll zu stillen.

Auch wenn Stillen das Natürlichste auf der Welt ist, läuft es nicht immer ganz glatt oder Sie als Neu-Mama machen sich zu viele Gedanken. Stillen kann neben allem Schönen auch manchmal frustrierend sein, wenn nicht alles so klappt, wie man es sich wünscht, lesen sie hier Tipps, wie man trotzdem „am Ball“ bleibt.  

Hebamme Kathrin Vorbrink beantwortet die vier häufigsten Fragen aus ihrem Hebammen-Alltag.

Kathrin ist seit über 30 Jahren Hebamme und hat in dieser Zeit schon dabei geholfen, mehr als 3.100 neue Erdenbürger auf die Welt zu bringen. Als langjährige Hebamme blickt Kathrin auf einen reichen Erfahrungsschatz aus dem Gebiet Schwangerschaft und Babypflege zurück und ist Spezialistin bei Fragen rund um das Stillen.


Wie merke ich, ob ich genügend Muttermilch habe?

Stillende Mütter sind oft sehr unsicher, ob ihr Baby genügend Muttermilch über die Brust bekommt. Leider gibt es keine praktische Anzeige, die Ihnen sagt, wie viel Ihr Kind getrunken hat. Früher wurde Eltern deshalb empfohlen, eine Wiegeprobe zu machen: Das Kind muss dafür einfach vor und nach dem Stillen gewogen werden.

Klar, danach weiß man sicher, wie viel Gramm das Baby getrunken hat. Der große Nachteil: Diese Methode hat auch viele Mütter verunsichert. Zum Glück orientiert man sich heute an anderen Anzeichen:

  • Wackelnde Ohren: Die Ohren Ihres Babys bewegen sich und es ist ein hörbares Schlucken vorhanden.

  • Ihr Baby ist nach dem Stillen zufrieden und schläft ein – ich sage gerne, dass das Baby dann im „Milchkoma“ ist.

  • Nach dem Stillen fühlt sich Ihr Busen weicher an.

  • Die Windel Ihres Babys ist immer gut mit Urin gefüllt. Stuhlgang dagegen muss nicht immer sein. Bei gestillten Kindern kann man sich als Faustregel „Sieben Mal am Tag oder einmal in sieben Tagen“ gut merken.

  • Ihr Baby liegt bei der regelmäßigen Gewichtskontrolle im Normgewicht. Hierzu können Sie sich als Orientierung merken, dass Ihr Baby innerhalb der ersten 14 Tage sein Geburtsgewicht erreicht haben sollte und danach pro Woche mindestens 150 Gramm zunimmt. Super ist es, wenn Ihr Baby mit 6 Wochen rund ein Kilogramm über dem Geburtsgewicht liegt – mehr geht natürlich immer.

Wie viel Milch braucht ein Baby?

Jedes Baby ist ein eigenständiges kleines Individuum. Und jedes Baby nimmt sich genau die Menge an Muttermilch, die es braucht. Alles ist dabei vom Temperament Ihres Babys abhängig, wie zum Beispiel Häufigkeit der Mahlzeiten, die Trinkmenge, der Zeitpunkt und die Dauer eines Stillvorgangs. Der Allgemein- und Gesundheitszustand Ihres Babys spielt dabei natürlich auch immer eine Rolle.

In der Regel möchten Babys circa acht Mal täglich gestillt werden, manche melden sich durchaus auch 10-12 Mal am Tag. Aber wie auch Ihr Baby selbst, wird sich auch die Still-Frequenz individuell entwickeln: In den ersten Tagen nach der Geburt wird es 2-20 Mal am Tag trinken wollen. Ist Ihr Baby etwas älter, wird es etwa alle vier Stunden nach Ihrer Brust verlangen.

Auch die getrunkene Milchmenge muss sich erst einstellen: Direkt nach der Geburt ist der Magen Ihres Babys noch klein und es braucht nur etwa 10 Milliliter Milch. Der Milchbedarf steigt quasi über Nacht um etwa 10 Milliliter pro Tag. Wussten Sie schon, dass Ihr Baby am 10. Lebenstag 1/6 seines Körpergewichts pro Tag trinken wird? Wiegt Ihr Baby also 3.500 Gramm, liegt der Tagesbedarf an Milch bei etwa 583 Milliliter.

Aber bitte fangen Sie jetzt nicht an, wie wild zu rechnen! Denn solange Ihr Baby zufrieden ist und zunimmt, ist alles super. Wichtig ist, dass Sie und Ihr Baby miteinander einen eigenen Rhythmus finden – und keine Sorge, falls das nicht sofort passiert – das kommt mit der Zeit. Versprochen!


Kann ich Muttermilch abpumpen und diese dem Baby mit der Flasche geben?

Prinzipiell können Sie alles machen, was Ihnen den Alltag mit Ihrem Baby erleichtert. Überlegen Sie vorher gemeinsam mit Ihrem Partner, ob Sie Ihr Baby stillen möchten oder ob die Fütterung mit abgepumpter Milch für Sie eine sinnvolle Alternative ist. Lesen sie auch hier nach, wie Papas ihre Partnerinnen beim Stillen unterstützen können.

Sicherlich ist es auch für die frisch gebackene Mama toll, mal wieder eine Nacht durchzuschlafen und das Baby nachts vom Papa mit abgepumpter Muttermilch aus einem Fläschchen füttern zu lassen. Bedenken Sie dabei aber, dass Ihre Brust trotzdem weiterhin Milch produziert – ein Milchstau ist mit großer Wahrscheinlichkeit vorprogrammiert. Tipps, die das nächtliche Stillen erleichtern können, gibt es hier. Aber auch Ihr Baby hat es mit einem Wechsel zwischen Flasche und Brust nicht leicht: Hierdurch kann es zu Saugverwirrungen kommen, da es für Ihr Baby ein unterschiedliches Trinkgefühl ist, was das eigentliche Stillen stark beeinflussen kann.

Wenn Sie allerdings verhindert sind oder Ihr Partner zu Hause bleibt und Sie als Mutter arbeiten gehen, ist das Stillen mit abgepumpter Milch auf jeden Fall eine Option, die auch gut funktionieren kann.


Was muss ich beim Thema Ernährung während der Stillzeit beachten?

Die gute Nachricht ist: Sie dürfen in der Stillzeit alles essen, worauf sie Appetit haben und müssen auf nichts verzichten. Da aber alle Inhalts- und Nährstoffe Ihrer Speisen auch in die Muttermilch wandern, kann es sein, dass Ihr Baby empfindlich auf ein Lebensmittel reagiert. Probieren Sie es einfach aus! Generell sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, frischem unbehandelten Obst und viel Gemüse achten. Vergessen Sie nicht, viel zu trinken, vor allem Wasser oder Kräutertees. Tipps für eine ausgewogene Ernährung und Rezeptinspiration gibt es hier.   

Wenn Sie merken, dass Ihr Baby ein Lebensmittel nicht so gut verträgt, probieren Sie es aber noch zwei-, dreimal aus, bevor Sie es vom Speiseplan streichen. So können Sie feststellen, ob die Unruhe des Babys wirklich darauf zurückzuführen ist. Es muss nicht zwingend etwas mit dem Lebensmittel zu tun haben.

Probieren Sie doch auch einmal die nussigen Stillkugeln oder die Stillzeit-Obstspieße mit Chiasamen aus.

Eltern müssen selbst herausfinden, was ihr Baby gut oder gar nicht verträgt, und – ganz wichtig – sich von Außenstehenden nicht verunsichern lassen.