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FamilienMomente / 16. Januar 2020

Viereckige Augen? Handy & Co. in Kinderhänden

Mittags eine halbe Stunde Fernsehen, abends noch ein bisschen mit dem Smartphone spielen: Die Welt unserer Kinder ist heute digital. Doch worauf sollten Sie als Eltern dabei achten? Bringen Sie Ihren Kindern einen maßvollen Umgang mit Medien bei. Denn im Idealfall gehen so Spaß, Unterhaltung und kindgerechtes Lernen Hand in Hand.

Kleinkinder am Tablet
© Irina Schmidt - stock.adobe.com

Kinder und Mediennutzung? So normal wie Kinder und Spielen

Mediennutzung und -kompetenz gehen Seite an Seite daher. Eine Ihrer Aufgaben als Eltern ist es deshalb auch, Ihre Kinder an die Nutzung der verschiedensten Medien heranzuführen – und ihnen so einen vertrauensvollen Umgang damit beizubringen.

Die „Kinder-Medien-Studie 2018” hat gezeigt, dass Kinder in Deutschland Medien mit allen Sinnen nutzen: zuschauen, zuhören und lesen. Für sie gibt es kein „entweder oder“, es ist vielmehr ein „sowohl als auch“: Für die heutige Generation ist draußen zu spielen so normal, wie digital unterwegs zu sein. 

Kinder möchten heute nicht mehr nur Bücher anschauen, sondern auch mal etwas auf dem Handy spielen, eine Kindersendung schauen oder ein Hörspiel hören. Aber das ist kein Grund zur Panik! Begleiten Sie Ihr Kind in seinem Medienerleben. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, was es konsumiert und es nichts spielen, gucken oder hören darf, was Ihnen nicht bekannt ist. Das bedeutet nicht, dass Sie ständig danebensitzen müssen. Seien Sie aber immer in der Nähe und ansprechbar.

Die Mischung macht's

Neben der Mediennutzung ist es für Kinder wichtig, ihre Welt zu entdecken und zu erleben. Kreative Spiele, Puzzle, Memory oder Geschicklichkeitsspiele helfen Kindern, wertvolle und wichtige Fähigkeiten wie Konzentration, Geschicklichkeit, Ausdauer, Kreativität und Teamfähigkeit zu lernen. So können Kinder ihre Stärken und Schwächen entdecken und lernen zu gewinnen, aber auch zu verlieren. Das ist eine gute Vorbereitung für das weitere Leben.

Wie viel Zeit darf mein Kind pro Tag am Bildschirm verbringen oder Hörspiele anhören? Jede Familie ist einzigartig. Deshalb muss auch jede Familie ihre eigenen Regeln für einen maßvollen Umgang mit Medien finden. Wussten Sie schon, dass Kinder Medien anders erleben als Erwachsene? Denn es ist abhängig vom Entwicklungsalter des Kindes, was es versteht. Während Kindergartenkinder zwischen drei und sechs Jahren meist nur einzelne Teile aus Filmen und Sendungen aufnehmen können, verstehen Grundschulkinder auch schon Ironie und Wortwitz.


Unsere Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien

Infografik: Mediennutzung bei Kindern
  • Geben Sie für die Mediennutzung feste Regeln vor: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, dass Kinder zwischen drei und sechs Jahren am Tag insgesamt höchstens 30 Minuten fernsehen oder am Computer, der Spielekonsole oder dem Smartphone aktiv sein sollen. Hörmedien sollten maximal 45 Minuten pro Tag genutzt werden.
  • Schaffen Sie einen Ausgleich für das Stillsitzen während des Fernsehens oder Handy-Spielens: Geben Sie Ihrem Kind Gelegenheit, sich richtig auszutoben. Denn es benötigt auch Zeit, sich ausgiebig zu bewegen. Vielleicht möchte es eine Runde Laufrad fahren oder auf den Spielplatz gehen.
  • Erleben Sie die unterschiedlichsten Medien mit Ihrem Kind gemeinsam. Eine zusammen geschaute Kindersendung, ein gemeinsam gelesenes E-Book oder ein zu zweit erkundetes Handy-Spiel bieten Wärme und gemeinschaftliche Erlebnisse.
  • Lernen Sie die Lieblingssendungen und -figuren Ihres Kindes kennen. Sprechen Sie nach der Sendung mit Ihrem Kind über das Gesehene oder Gehörte: Was hat die „Paw Patrol“ heute erlebt?
  • Bevor Sie Ihrem Kind eine Sendung, einen Film, ein Hörbuch oder ein Handy-Spiel anschalten, werfen Sie einen Blick auf die Altersempfehlung und -freigabe. Wenn Ihr Kind zu jung ist, suchen Sie besser etwas anderes aus.
  • Fernsehsendungen oder Filme sollten den Interessen Ihres Kindes entsprechen. Idealerweise bestehen die Sendungen aus mehreren kurzen Episoden – das macht das Abschalten leichter.
  • Geben Sie Ihrem Kind die Gelegenheit, das Erlebte bzw. Gesehene zu verarbeiten: Viele Kinder möchten sich durch Malen oder Rollenspiele damit auseinandersetzen, was sie gesehen oder gehört haben.
  • Fernsehen & Co. sollten nicht jeden Tag fest auf dem Programm stehen.
  • Leben Sie Ihren Kindern vor, dass Bildschirmgeräte wie Smartphones und Fernseher nicht rund um die Uhr an und verfügbar sein müssen.

Feste Rituale fördern die Selbstständigkeit Ihrer Kinder

Mutter und Kind legen Smartphone ins Handybett

Sie kennen das sicherlich noch aus der Zeit, als Ihr Kind noch ein Baby oder Kleinkind war: Feste Einschlafrituale geben den Kindern Sicherheit und es kann sich an die immer gleichen Abläufe gewöhnen. Behalten Sie Ihre Einschlafrituale bei und passen Sie sie an die neuen Gewohnheiten Ihrer Familie an.

Das Handybett – legen Sie das Smartphone gemeinsam schlafen

So kann zum Beispiel nach dem Abendessen und dem Zähneputzen der richtige Zeitpunkt sein, auch dem Handy „Gute Nacht“ zu sagen. Ideal dafür: das Handybett! Es soll Familien helfen am Abend zur Ruhe zu kommen und sich auf die gemeinsame Zeit zu fokussieren – ganz ohne Ablenkung. Als gemeinsames Ritual werden alle Smartphones mit den Kindern ausgeschaltet und im Handybett „schlafen“ gelegt. So fällt es allen in der Familie leichter, den Handykonsum für den jeweiligen Tag zu beenden, vor allem Mama und Papa.

Das Handybett kann von Kitas und Schulen kostenlos direkt über die Webseite der Auerbach Stiftung bestellt werden. Eltern, die das Handybett kaufen möchten, schauen am besten auf der Webseite www.handy-bett.de vorbei.


Interview mit der Auerbach Stiftung

Wir durften mit Steffen Heil, dem Vorstand der Auerbach Stiftung, zum Thema Mediennutzung sprechen und ihn dazu befragen, was ein verantwortungsvoller Umgang mit Tablet und Co. bedeutet.

Kaufland: Herr Heil, der Medienratgeber der Auerbach Stiftung soll Eltern dabei unterstützen, ein dem Alter entsprechendes Maß für die Mediennutzung ihrer Kinder zu finden. Ab wann empfehlen Sie den Kontakt mit digitalen Medien?

Steffen Heil: In den ersten drei Lebensjahren sollten Smartphone und Co. tabu sein, denn in diesem sehr wichtigen Zeitraum steht die gesunde Entwicklung an erste Stelle. Kinder können in diesem Alter die schnelle Abfolge von Bildern und Tönen in der Regel auch nicht erfassen und verarbeiten. Eine gute Beziehung zu den Eltern aufbauen und die Welt mit allen Sinnen zu entdecken – das großgeschrieben werden. Allein diese Eindrücke zu verarbeiten, bedeutet für ein Kind viel Arbeit. Ab dem vierten Lebensjahr können Kinder zum Beispiel schon einmal mit kurzen, altersgerechten Kinder-Serien in Berührung kommen. Uns ist dabei jedoch ganz wichtig, dass Eltern ihre Kinder dabei an die Hand nehmen, das heißt nicht einfach alleine vor das Gerät setzen. Darüber hinaus erhoffen wir uns, dass Eltern ein Gespür für eine gesunde Mediennutzung entwickeln. Das kann man bspw. mit dem Gespür für gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung vergleichen.

Kaufland: Was bedeutet maßvolle Mediennutzung für Sie?

Steffen Heil: Uns ist allen klar, dass Kinder heute in eine digitalisierte Welt hineingeboren werden. Von daher ist es wichtig, sich verantwortlich, sicher und gesund in der „digitalen Welt“ bewegen zu können – sowohl für Eltern als auch für Kinder. Eltern haben hier also eine Vorbildfunktion. Es geht uns nicht darum, digitale Medien zu verteufeln oder zu verbieten. Wir wollen Kinder allerdings vor einem maßlosen digitalen Konsum bewahren. Für Kinder ab drei Jahren reichen maximal 30 Minuten Bildschirmzeit vollkommen aus. Für Grundschulkinder darf es auch eine Viertelstunde länger sein. 

Kaufland: Worauf sollten Eltern im Umgang mit dem Thema Internet achten?

Steffen Heil: Eltern, die ihren Kindern die Nutzung des Internets erlauben, sollten diese immer begleiten. Sie sollten darauf achten, dass ihr Kind nur kindgerechte Seiten aufrufen kann und dabei nie allein ist. Zeit vor dem Bildschirm sollte dennoch die Ausnahme sein. Wir empfehlen stattdessen Bücher und Hörspiele. Sie fördern die Sprachfähigkeit des Kindes und das konzentrierte Zuhören und bereiten damit schon einmal auf die Schulzeit vor.

Kaufland: Vielen Dank, Herr Heil!