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FamilienMomente / 30. September 2019

Auf die Plätze – fertig für den Still-Marathon?

Stillen ist wundervoll, aber manchmal auch frustrierend. Vielen Mamas begegnen irgendwann Hürden wie Milchmangel, Milchüberschuss oder wunde Brustwarzen. Wie Sie trotzdem dranbleiben und Ihrem kleinen Liebling etwas Gutes tun, erfahren Sie hier.

© Alena Ozerova - stock.adobe.com

Stillen als Herausforderung

Stillen ist eine wirklich wunderbare Erfahrung für Sie und Ihren kleinen Sonnenschein! Auch die Weltgesundheitsorganisation „WHO” empfiehlt in den ersten sechs Monaten uneingeschränkt zu stillen. Gleichzeitig denkt fast jede Mama irgendwann mal: „Das war´s! Das Stillen und ich gehen ab jetzt getrennte Wege.“

Die Ursachen für Schwierigkeiten beim Stillen sind individuell sehr verschieden, aber auch eins: völlig normal! Denn fast alle Mamas erleben diesbezüglich irgendwann Unsicherheiten, Sorgen und/oder Frust. Einige Frauen produzieren zu wenig Milch, es kann ein Milchstau auftreten oder die Brustwarzen sind gereizt, wund oder sogar entzündet. Und auch beim kleinen Sonnenschein ziehen mal Gewitterwolken auf und beim Stillen wird gezappelt, geschrien oder einfach durchgeschlafen.

Das ist in den allermeisten Fällen aber noch kein Grund aufzugeben. Mit der richtigen Unterstützung, ganz viel Einfühlungsvermögen und Geduld finden sich für viele Probleme Lösungen, die sowohl für Sie als auch für Ihren kleinen Liebling richtig gut sind!

Weniger Sprint als ein Marathon

Das Stillen ähnelt einem Ausdauerlauf: Manchmal läuft es auf der Strecke supergut. Und zu anderen Zeiten tut einfach nur alles weh und Sie wollen am liebsten aufgeben. Wenn Sie nun aber dranbleiben, belohnt Sie – genau wie bei einem Marathon – das großartige Gefühl bis zum Ziel durchgehalten zu haben. Und wer in puncto Stillen am Ball bleibt, bekommt eine noch viel bessere Belohnung: nämlich die Gewissheit, seinem Kind etwas wirklich Gutes zu tun.

Muttermilch ist ein Wunder der Natur

Abbildung: Infografik Wunderdrink Muttermilch
Quelle: Nestlé – für einen guten Start in die Zukunft

In weiser Voraussicht hat Mutter Natur nämlich dafür gesorgt, dass Ihre Milch ein wahres Wunderwerk ist. Ihr kleiner Sonnenschein bekommt über die Muttermilch ganz automatisch immer genau jene Nährstoffe, die er in seiner jeweiligen Entwicklungsphase gerade benötigt. Deshalb unterscheiden sich auch die sogenannte Vormilch, die Übergangsmilch und die reife Muttermilch optisch und in ihrer Zusammensetzung voneinander. Sie alle gemeinsam haben allerdings, dass sie „HMO” (Humane Milch Oligosaccharide) enthalten.

HMO: ein Meilenstein in der Säuglingsernährung

HMO sind komplexe Kohlenhydrate und kommen natürlicherweise nur in der Muttermilch vor, also weder in Kuh- noch in Ziegen- oder Stutenmilch. HMO sind besonders wichtig für die Darmgesundheit des Babys. Sie fördern nicht nur das Wachstum guter Darmbakterien, sondern können auch vor potenziell krank machenden Keimen schützen. Diese werden dann an einzelne HMO gebunden und in die Windel ausgeschieden. Auf diese Weise können die HMO das Baby vor Infektionen schützen und stärken gleichzeitig langfristig sein Immunsystem – die kleinen Teilchen sind also wahre Alleskönner.

Fakten zur Muttermilch

Fakt 1 – Jungs und Mädchen

Muttermilch ist nicht gleich Muttermilch und hat sogar je nach Geschlecht des Babys eine andere Zusammensetzung. Muttermilch für Jungs ist in der Regel 25 Prozent kalorienreicher. Grund hierfür ist die unterschiedliche Entwicklung der beiden Geschlechter.

Fakt 2 – 3-Gänge-Menü

Auch wenn Mamas es vielleicht nicht wissen, bei jedem Stillvorgang erleben sie mit ihrem Kind ein 3-Gange-Menü.

1. Gang: Die Vormilch. Sie ist dünnflüssiger und wässeriger und stillt den Durst.

2. Gang: Die Hintermilch. Durch das Saugen des Babys setzt der Milchflussreflex die sättigende, nährstoffreiche Hintermilch frei, die Babys für das Wachstum brauchen.

3. Gang: Als „Dessert“ gibt es eine fettreiche Nachmilch.

Fakt 3 – Geruchssinn

Babys können zwischen eigener und fremder Muttermilch unterscheiden. Sie haben bereits einen gut entwickelten Geruchssinn, mit dem sie sowohl ihre Mutter als auch die Muttermilch erschnuppern können. In Muttermilch stecken bis zu 40 verschiedene Duftstoffe.

So klappt es mit dem Durchhalten

Bei den meisten Stillschwierigkeiten hilft Ihnen Ihre Hebamme oder eine Still- oder Laktationsberaterin mit tollen Hinweisen und Empfehlungen. Sie sind offen für all Ihre Fragen und ihre Erfahrung hilft oft weiter. Zur Orientierung hier aber schon ein paar erste Tipps.

Sie brauchen:

  • Still-BH und Stilleinlagen
  • Milchpumpe
  • Quark
  • Kochsalzlösung aus der Apotheke
  • Brustwarzencreme
  • Brustwarzenschutz aus Kunststoff
  • Kuscheldecke
  • Stillkissen
  • weitere Kissen
  • beruhigende Musik
  • alkoholfreie Getränke, wie zum Beispiel Wasser, Kräuter-, Früchte- oder Milchbildungstees (Achtung: Salbei- und Pfefferminztee können die Milchproduktion bremsen)
  1. Sie haben zu wenig Milch für den Appetit Ihres kleinen Sonnenscheins? Dann befindet er sich wahrscheinlich gerade in einem Entwicklungsschub. Legen Sie Ihr Baby nun besonders häufig und bestenfalls auch nachts an. Das steigert die Milchproduktion. Milchbildungstees am besten nicht übermäßig verwenden, da es sich um pflanzliche Arzneiprodukte handelt.

  2. Falls Ihre Brust spannt und harte, schmerzende Stellen aufweist, kann dies ein Zeichen für einen Milchstau sein. Eine mögliche Ursache ist ein Entwicklungsschub Ihres Lieblings, aber auch ein drückender BH oder eine immer gleiche Stillposition. Kaufen Sie einen passenden Still-BH und legen Sie Ihr Kind zuerst an die schmerzende Brust. Sie können auch die Stelle erwärmen und ausstreichen oder die Milch abpumpen. Heiße, gerötete Stellen können Sie mit einem Quarkwickel lindern.

  3. Viele Mütter machen Erfahrungen mit gereizten, wunden Brustwarzen. Am Anfang müssen sich die empfindlichen Brustwarzen oft noch an das Stillen gewöhnen. Später kann es aber auch an einer falschen Anlege-Technik liegen. Lassen Sie auf wunden Brustwarzen etwas Muttermilch trocknen, um die Heilung zu fördern. Achten Sie zudem auf besondere Hygiene und waschen Sie die Brust ein- bis zweimal täglich mit lauwarmem Wasser. Spülen Sie sie anschließend mit physiologischer Kochsalzlösung ab und tragen Sie Brustwarzencreme auf. Sie können außerdem einen Brustwarzenschutz aus Kunststoff ausprobieren.

  4. Falls Sie selbst einmal Medikamente benötigen, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie nicht mehr stillen können. Lassen Sie sich einfach beraten, ob es auch Präparate gibt, die das Stillen zulassen.
Gehen Sie das Stillen auf jeden Fall ganz entspannt an. Machen Sie es sich mit Ihrem kleinen Sonnenschein so richtig gemütlich – mit Kuscheldecke, einem großen Stillkissen und ruhiger Musik. Genießen Sie diese innige Zeit und machen Sie sich nicht zu viel Druck aufgrund irgendwelcher Erwartungen, Sorgen oder Vorstellungen. Sie und Ihr Liebling werden genau den richtigen Weg miteinander finden – ganz egal, ob Sprint oder Marathon! Unser Hebammen-Tipp