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FamilienMomente / 23. Oktober 2020

Sex nach der Geburt – Wissenswertes und Tipps

Wie so vieles im Leben ist es vollkommen individuell, ab wann Eltern nach der Geburt ihres Kindes wieder Lust haben, miteinander zu schlafen. Wenn die Entbindung noch nicht lange zurückliegt, gibt es einige Dinge, die Sie dabei unbedingt beachten sollten. Hier finden Sie allerlei Informationen und Tipps zum Thema Sex nach der Geburt.

Frau und Mann auf der Couch

Den richtigen Zeitpunkt finden

Ab wann ist Sex nach der Geburt wieder möglich?

Nach einer Geburt ist das Liebesleben erst einmal komplett auf den Kopf gestellt. Die Eltern machen eine große Umstellung durch und müssen sich in ihren neuen Rollen als Mutter und Vater zurechtfinden. Das ist nicht nur eine einschneidende Veränderung für den Alltag, sondern auch für die Beziehung. Besonders die Frau erlebt zum einen eine drastische körperliche Veränderung, zum anderen stellt sie sich auch psychisch auf die Mutterschaft ein. Oft hat dies zur Folge, dass die frisch gebackene Mama nach der Geburt zunächst keine große Libido hat. Sie ist mit ihren Gedanken voll und ganz bei ihrem Neugeborenen und muss sich von der Geburt erholen.

Irgendwann kommt dann doch der Moment, in dem Mann und Frau wieder Lust auf Sex bekommen. Vielen ist dabei nicht bewusst, was sie beachten müssen oder welche Mythen tatsächlich wahr sind. 

Das wird oft geraten

Die meisten Gynäkologen raten dazu, mit dem Sex nach der Geburt vier bis sechs Wochen zu warten. Der Körper einer Frau vollbringt bei einer Geburt wahre Wunder, die mit Wunden und einer enormen körperlichen Anstrengung einhergehen. Es ist deswegen wichtig, mit dem „ersten Mal“ nach der Geburt zu warten, bis der Körper sich erholt hat und der Wochenfluss versiegt ist.

Wann ist Vorsicht geboten?

Bei einer Geburt und auch in der Zeit danach können Verletzungen auftreten, die zur Heilung Zeit brauchen:

  • Geburtsverletzungen wie zum Beispiel ein Dammriss oder -schnitt können beim Sex Schmerzen verursachen. Es dauert etwa sechs Wochen, bis die Wunden vollständig verheilt sind.
  • Nach einem Kaiserschnitt bleibt eine etwa 10 bis 14 Zentimeter lange Narbe zurück, die circa zwei bis drei Wochen Zeit zum Heilen braucht.
  • Die Ablösung der Plazenta hinterlässt in der Gebärmutter eine Wunde, die in der Zeit des Wochenflusses verheilt. Der Ausfluss ist ein Zeichen, dass dieser Prozess noch andauert. Das Infektionsrisiko für die Mutter ist dann besonders hoch. Wenn die Lust dennoch überwiegt, sollte unbedingt mit Kondom verhütet werden, um eine Infektion zu vermeiden.
  • Auch die Gebärmutter muss sich zunächst zurückbilden, sonst kann es passieren, dass die Frau beim Geschlechtsverkehr Schmerzen hat.

Der Körper nach der Geburt

Was Sie über Östrogenspiegel, Milcheinschuss oder Beckenboden wissen sollten

Eine Geburt schenkt Ihnen nicht nur neues Leben, sondern bringt auch einige Veränderungen des weiblichen Körpers mit sich:

  • Stillt eine Mutter, ist der Östrogenspiegel sehr niedrig. Dadurch wird gegebenenfalls zu wenig Scheidensekret in den Schleimdrüsen gebildet. Die Scheide wird nicht so schnell feucht und der Sex kann schmerzhaft sein.
  • Nach einer natürlichen Geburt muss die Scheide sich wieder zusammenziehen. Entgegen vieler Ängste braucht es nur circa ein bis zwei Wochen, bis der Ausgangszustand wiederhergestellt ist.
  • Auch der Beckenboden wird bei der Geburt einer starken Belastung ausgesetzt und muss im Anschluss erst wieder gestärkt werden. Was viele nicht wissen: Beckenbodentraining hat unter anderem Einfluss auf die Qualität des Geschlechtsverkehrs und seine Intensität.
  • Besonders während des Stillens haben viele Frauen sehr sensible Brüste, mitunter sogar wunde Brustwarzen, sodass an Anfassen nicht zu denken ist.
  • Der weibliche Körper hält nach der Geburt die ein oder andere Überraschung bereit, darunter zum Beispiel spontaner Milcheinschuss oder Reste vom Wochenfluss. Am besten ist es, wenn Sie mit allem rechnen und es mit Humor nehmen.

Tipps für das Liebesleben

Lassen Sie sich Zeit und reden Sie miteinander

Im Durchschnitt haben Eltern circa drei Monate nach der Geburt wieder Geschlechtsverkehr. Warten Sie damit, bis wirklich beide Lust verspüren. So kann sichergestellt werden, dass Frau und Mann entspannt sind und niemand unter Druck gesetzt wird. Mit Sicherheit ist das zweite „erste Mal“ fast genauso aufregend wie das erste. Sie sollten es deswegen unbedingt langsam angehen lassen und offen miteinander reden – denn Sie machen die Regeln selbst.

Das sollten Sie beachten:

  • Kaufen Sie Gleitmittel! Denn durch einen niedrigen Östrogenspiegel während des Stillens kann es dazu kommen, dass die Scheide nicht ausreichend feucht wird.
  • Nutzen Sie die Zeit, wenn Ihr Kind gerade schläft oder mit Oma und Opa einen Spaziergang macht. Vielleicht hilft es Ihnen auch, den Geschlechtsverkehr genau zu planen und zeitlich so zu legen, dass er stattfindet, während Ihr Kind gerade Mittagsschlaf macht.
  • Stellungen, bei denen der Partner nicht so tief in die Vagina eindringt, helfen, Schmerzen zu vermeiden. Empfohlen wird beispielsweise die Löffelchen-Stellung. 
  • Um die Lust anzuregen, kann auf Sexspielzeug zurückgegriffen werden – Liebeskugeln eignen sich auch für die Rückbildung nach einem Kaiserschnitt.

Auch beim Sex nach der Geburt wichtig: Verhütung

Dass man während der Stillzeit nicht schwanger werden kann, ist tatsächlich nur ein Mythos und stimmt nicht. Denn wenn zwischen den Stillphasen mehrere Stunden liegen, reicht der Prolaktinspiegel im Blut nicht aus, um den Eisprung zu unterdrücken. Prolaktin ist ein Hormon, das den Eisprung und die Reifung der Eizellen hemmt, sodass die Menstruation zeitlich verzögert wird. Das bedeutet wiederum, dass eine Frau trotz Stillen schwanger werden kann. Wer dies vermeiden möchte, sollte deswegen unbedingt verhüten.  

Wie Sie sich vor einer weiteren Empfängnis schützen, besprechen Sie am besten individuell mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme. Der einfachste Schutz vor einer weiteren Empfängnis ist die Benutzung von Kondomen. Diese haben den Vorteil, dass die Frau vor Infektionen geschützt wird. Des Weiteren kann auch eine Spirale eingesetzt oder eine Mini-Pille eingenommen werden, die ausschließlich Gestagen enthält. Eine Pille mit Östrogen sollte vermieden werden: Sie kann mitunter die Milchproduktion beeinträchtigen.

Lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Normen unter Druck setzen! Den Zeitpunkt, wann Sie wieder mit Ihrem Partner schlafen möchten, wählen Sie. Wichtig ist, dass Sie über Ihre Ängste und Wünsche reden, damit er besser weiß worauf er achtgeben muss. Hebamme Judith Fuchs