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FamilienMomente / 03. März 2021

Louwen-Diät: Ernährung für eine leichtere Geburt

So schmerzlos wie möglich wünschen sich Schwangere die Geburt. Wieso Sie bei der Entbindung von der Louwen-Diät profitieren können und welche Lebensmittel bei der Ernährungsform erlaubt sind, erfahren Sie in unserem FamilienMoment.

Schwangere Frau am Küchentisch

Definition

Was ist die Louwen-Diät?

Die Diät bezeichnet ein Ernährungskonzept, das auf Prof. Dr. med. Frank Louwen zurückgeht, den leitenden Arzt für Pränatalmedizin und Geburtshilfe an der Frankfurter Universitätsklinik. Sein Konzept besagt, dass ein Verzicht auf bestimmte Kohlenhydrate und Zucker in den letzten sechs bis acht Wochen der Schwangerschaft Schmerzen bei der Geburt reduzieren kann. Damit die Diät von Erfolg gekrönt ist, soll ab der 32. beziehungsweise der 34. Schwangerschaftswoche auf Kohlenhydrate aus hellem Getreide und auf Zucker verzichtet werden.

Der glykämische Index dient als Orientierung

Bei der Louwen-Diät handelt es sich nicht um eine Diät im klassischen Sinne, sondern um eine Umstellung auf eine Ernährung nach dem „Glyx-Prinzip”. Der glykämische Index gibt an, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. In den letzten Wochen der Schwangerschaft sollte dieser Spiegel optimalerweise auf einem konstant niedrigen Niveau gehalten werden. Verantwortlich für einen Anstieg sind sehr kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kuchen, Kekse, Süßigkeiten, helles Brot, Toast, helle Nudeln und heller Reis, Pellkartoffeln oder Mais.


Wirkungsweise

Wieso erleichtert die Diät die Geburt?

Laut ihres Erfinders kann die Louwen-Diät die Schmerzen bei der Geburt verringern und dafür sorgen, dass diese leichter und schneller vonstattengeht.

Worauf ist diese Wirkung zurückzuführen?

Vor der Geburt, etwa ab der 35. Schwangerschaftswoche, werden im Körper der werdenden Mama verstärkt Prostaglandine produziert. Das sind hormonähnliche Substanzen, die eine wichtige Signalwirkung für das Einsetzen der Wehen haben. Sie sorgen gegen Ende der Schwangerschaft natürlicherweise dafür, dass sich das Gewebe des Muttermunds auflockert. Bei diesem Prozess, den man Reifung nennt, wird der Muttermund weicher und kürzer. Dadurch kann er sich während der Geburt maximal dehnen und öffnen.

Isst eine Schwangere viele zuckerhaltige Speisen, so schüttet ihr Körper große Mengen des Hormons Insulin aus. Insulin dockt an der Gebärmutter allerdings an den gleichen Rezeptoren an wie die Prostaglandine. Die Folge: Die bereitgestellten Prostaglandine können nicht binden. Durch diesen Mangel wird einerseits der Geburtsbeginn blockiert, weil der Muttermund nicht weich wird. Andererseits schwimmen die übrigen ungebundenen Prostaglandine frei im Blut herum und wirken als Schmerzmodulatoren. Das heißt, sie verstärken den Geburtsschmerz. Eine Umstellung der Ernährung kann dafür sorgen, dass die Blockade der Rezeptoren für Prostaglandin verhindert und so eine pünktliche und weniger schmerzhafte Geburt ermöglicht wird.  


Lebensmittelauswahl

Ausgewogen ernähren nach der Louwen-Diät

Trotz Einschränkungen bleibt eine Vielzahl an Lebensmitteln übrig, die Sie bedenkenlos essen können.

  • Greifen Sie zu Vollkornprodukten und dunklen Getreidesorten.
  • Gemüse ist erlaubt, solange es nicht besonders stärkehaltig ist. Essen können Sie beispielsweise Blattsalate, Zucchini, Aubergine, Spinat, Brokkoli, Salatgurke, Sellerie, Knoblauch, Paprika, Tomaten oder Zwiebeln.
  • Obst mit einem niedrigen Fruchtzuckergehalt darf ebenfalls auf Ihrem Speiseplan stehen. Äpfel, Kiwis, Zitronen, Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Orangen, Mandarinen und verschiedene Beeren können Sie problemlos verzehren.
  • Greifen Sie zu bei Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten, Tofu, Tempeh, Linsen, Kichererbsen, Nüssen, Samen und Kräutern. 

Diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Verzichten Sie auf Zucker jeglicher Art, halten Sie sich auch bei Obst mit einem hohen Fruchtzuckergehalt zurück. Hierzu zählen unter anderem Trockenobst, Ananas, Melonen, Bananen, Mangos, Pflaumen oder Weintrauben. Gemüse mit einem hohem Stärkegehalt wie Kartoffeln, gekochte Möhren, Mais, Kürbis oder Erbsen sollten Sie nicht verzehren. Streichen Sie helle Getreidesorten von Ihrem Speiseplan. Darunter fallen Produkte aus Weißmehl, Reis, Hirse sowie Kuchen oder Kekse.

Rücksprache mit dem Arzt

Vorsicht bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes

Gesunde Frauen können problemlos mit der Louwen-Diät starten. Sprechen Sie vor Beginn aber immer mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt. Schwangere mit einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes Typ 1 sollten auf die Diät verzichten, so die Empfehlung von Prof. Dr. Louwen.