Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Nicht Ihre Filiale?
Ändern
Ihre Kaufland-Filiale

Ihre zuletzt gewählten Filialen
FamilienMomente / 05. August 2020

Eingewöhnung in die Kita – Tipps und Hinweise

Die Eingewöhnung in Kita oder Kindergarten kann bei Kindern für viele Tränen sorgen und auch Eltern müssen häufig mit ihren Emotionen kämpfen. Und doch ist klar, dass dieser Entwicklungsschritt der Kleinen sehr wichtig ist. Für eine möglichst unbelastete Eingewöhnung gibt Elterncoach Jennifer Günther hier Tipps.

Vater mit Tochter an der Hand
© JenkoAtaman / stock.adobe

Was ist Eingewöhnung?

Das versteht man unter einer Eingewöhnung

Sind Kinder alt genug, in die Betreuung zu gehen – zum Beispiel in die Kita, den Kindergarten oder zur Tagesmutter – bedeutet das einen gravierenden Einschnitt in ihr Leben. Plötzlich sind Mama und/oder Papa nicht mehr die ganze Zeit da. Längere Zeit weg von zu Hause, umgeben von anderen Kindern und fremden Erwachsenen – damit müssen die Kleinen erst mal zurechtkommen.

Damit dieser wichtige Entwicklungsschritt gut gelingt und die Kinder unbelastet auf die Kita vorbereitet werden, gibt es das Angebot der Eingewöhnung. Hierbei wird in kleinen Schritten auf die Fremdbetreuung vorbereitet. Gemeinsam mit Mama oder Papa wird das Abenteuer langsam gestartet. Die Erzieherinnen und Erzieher der gewählten Betreuungseinrichtung helfen natürlich in dieser Phase mit ihrem Fachwissen weiter.


Vorbereitung

Die Eingewöhnung vorbereiten

Die Eingewöhnung in die Kita kommt auf alle Eltern zu. Das bedeutet viel organisatorischen Aufwand, wobei auch die Kinder behutsam mit dem Thema in Kontakt gebracht werden sollten.

Organisationsschritte der Eltern

Betreuungsplätze sind heutzutage rar – gerade in städtischen Einrichtungen. Durch die hohe Nachfrage wird Eltern heute geraten, sich bereits kurz nach Geburt über mögliche Einrichtungen zu informieren.

Wichtige Fragen dabei sind:

  • In welchem Alter soll mein Kind in die Betreuung starten?
  • Für welches Konzept entscheide ich mich – Kindertagesstätte, Kindergarten oder Tagesmutter?
  • Für wie viele Stunden muss mein Kind betreut werden?

Auch wenn Kinderbetreuungsplätze zugewiesen werden, sollten Sie auf jeden Fall den ein oder anderen Kindergarten vorher einmal genauer unter die Lupe nehmen. Dann können Sie schauen, für welche Kindergärten Sie sich bewerben wollen. Zudem hat jede Kita vorab Termine für Eltern, um die Einrichtung und das Konzept kennenzulernen. „Selbst wenn Sie Ihr Kind nicht schon gleich in die Kita geben wollen, kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig zu bewerben. Dann sind Sie bereits im System vorgemerkt und das kann Ihnen später die Anmeldung erleichtern. Abhängig ist dies natürlich von der Kita und Ihrem Wohnort. Leider gibt es für Bewerbung und Auswahl kein deutschlandweit gültiges Vorgehen, sondern es kann sich von Einrichtung zu Einrichtung und je nach Kommune unterscheiden“, meint Jennifer Günther.

Das Kind auf die Eingewöhnung vorbereiten

Kinder auf die Eingewöhnung oder überhaupt die Betreuung vorzubereiten ist ein wichtiger Schritt. Geben Sie Ihrem Nachwuchs Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Wichtig ist es, als Familie das Thema immer wieder zu besprechen und das vor allem positiv. Selbst wenn diese Kurzzeit-Trennung für Sie als Eltern natürlich auch nicht so einfach ist. Denn wenn die Eltern dem Schritt selbst eher unsicher gegenüberstehen, wird dies natürlich auch auf das Kind projiziert. Daher sollten sie immer die Vorteile der Kita hervorheben und diesen Wandel zu einem positiven Erlebnis für Ihr Kind machen.

Kommunizieren Sie Ihrem Kind zum Beispiel, wenn die Bestätigung über den Betreuungsplatz gekommen ist. Zeigen Sie ihm auf, dass das eine schöne Zeit wird, in der es neue Freunde findet, dass es tolle Sachen erlebt, es wird gebastelt, gelesen und gespielt. Dann fällt es Ihrem Nachwuchs leichter, neugierig und positiv gespannt in diese Phase zu gehen.

Wird die Vorbereitung weggelassen, sind die Kleinen überfordert, wenn sie plötzlich morgens in die Kita geschickt werden. Dann funktioniert die Eingewöhnung meist nicht so erfolgreich.

Ein guter Zeitpunkt für die Vorbereitung des Kindes ist, sobald man einen Platz bestätigt bekommen hat. Erzählen Sie Ihrem Kind von der Kita, gehen Sie mit ihm bereits den Weg dorthin ab, um es langsam damit vertraut zu machen. Auch Bücher, die das Thema behandeln, kann man nutzen, um zu zeigen: ‚Bei dir ist es auch bald soweit. Jennifer Günthers Tipp

Wenn das Kind zum Beispiel auch mal von den Großeltern betreut wird oder es ab und zu schon allein bei Freunden spielt, erleichtert dies die Veränderung zusätzlich. Denn so ist es bereits daran gewöhnt, nicht ständig bei Mama oder Papa zu sein und die Trennung klappt leichter. Gleiches gilt auch für Krabbel- oder Turngruppen. Hier ist noch der zusätzliche Vorteil, dass solche Gruppen meist auch Rituale am Anfang und dem Ende einer Einheit haben. Es gibt zum Beispiel Lieder, die auch in der Kita gesungen werden. So lernt das Kind schon vieles kennen, auf das es dann auch in der Betreuung trifft.

Übrigens, auch für Kinder gibt es in manchen Einrichtungen Schnupperbesuchstage. Oder Sie gehen mit Ihrem Kind einfach mal auf ein Kita-Fest, falls eines ansteht. Hierzu laden die Einrichtungen die Eltern mit ihrem Nachwuchs meistens ein. Am besten Sie besprechen die Möglichkeiten mit Ihrer Einrichtung.

Haben Sie Freunde, deren Kinder bereits in der Kita sind? Dann holen Sie doch einfach alle zusammen das Kind aus der Kita ab. Dann kann Ihr Kind die Einrichtung schon einmal sehen. Jennifer Günthers Tipp

Eingewöhnungsphase

Ihr Kind wird eingewöhnt: So läuft es ab

Der Platz wurde bestätigt? Dann ist die Eingewöhnung nicht mehr fern. Hier erklären wir Ihnen, wie diese in der Regel abläuft und geben Ihnen Tipps, damit es bei Ihrem Schatz gut mit dem Übergang in die Betreuung klappt.

Wie läuft die Eingewöhnung ab?

Meist bekommt man im Frühjahr die Bestätigung über den Betreuungsplatz. Dann haben Sie noch ein paar Monate Zeit, um Ihren Sonnenschein auf das Abenteuer Kita beziehungsweise Kindergarten vorzubereiten. Nach den Sommerferien, also etwa im August und September, startet oft die Eingewöhnungsphase.

Erst mal bleiben die Kinder nur wenige Stunden in der Einrichtung. Anfangs vielleicht nur ein bis eineinhalb Stunden, in denen die Eltern noch dabei sind. Schritt für Schritt verlängert sich die Aufenthaltszeit und die Bindung zu den Eltern wird mehr und mehr gelockert. Das geschieht zum Beispiel dadurch, dass die Eltern nicht mehr die ganze Zeit anwesend sind oder vor dem Gruppenraum warten – bis es letztlich möglich ist, das Kind allein und über die gewünschte Betreuungszeit in der Kita zu lassen.

Wichtig sind die Gespräche mit den Erziehern, um zu schauen, was gut klappt und was nicht. Je nach Einrichtung läuft die Eingewöhnung natürlich anders ab. Es gibt ein bekanntes Modell der Eingewöhnung, das „Berliner Modell“, welches viele Einrichtungen anwenden. Aber letztlich hat jede Einrichtung ihr eigenes Konzept. Meist ist dies online sogar nachzulesen. Aber natürlich spielt das Kind selbst bei der Eingewöhnung eine große Rolle. Nicht jedes Kind reagiert auf diese Situation gleich. „Planen Sie für die Eingewöhnungsphase viel Zeit ein. Wenn Sie unter Zeitdruck stehen, klappt es meist nicht, da sich dieser Druck aufs Kind überträgt“, so Jennifer Günther.

Eingewöhnung mit Oma oder Opa

Übrigens muss die Eingewöhnung nicht unbedingt mit Mama oder Papa gemacht werden. Hier kann ganz individuell vorgegangen werden. Wichtig ist nur, dass das Kind mit der jeweiligen Begleitperson eine enge Beziehung hat. Also können beispielsweise auch Oma oder Opa das Kind in der Eingewöhnungsphase begleiten. Idealerweise ist immer dieselbe Person mit dabei, aber wenn es nicht anders geht, dürfen Sie auch tauschen. Also zum Beispiel ein paar Tage mit der Mama und dann ein paar Tage mit dem Papa.

Wie kann ich mein Kind in der Eingewöhnung unterstützen?

Denken Sie daran, dass sich im Leben der Kinder durch diese neue Phase einiges verändert, an das sie sich erst gewöhnen müssen. Daher ist es wichtig, dass Sie auch in der Eingewöhnungsphase weiter mit Ihrem Kind über die Kita reden. Achten Sie auch auf das Verhalten Ihres Kindes – schläft es mehr, isst es mehr, ist es ruhiger, trauriger oder ähnliches, und kann das mit der Kita zusammenhängen. Behalten Sie so etwas im Blick, um schnell reagieren zu können, wenn Probleme auftauchen. Die Veränderung ist erst mal eine Belastung für Ihr Kind, das ist aber in der Regel nicht schlimm und ändert sich mit der Zeit auch.

Bereiten Sie Ihr Kind am Nachmittag oder Abend immer schon auf den nächsten Tag in der Kita vor, indem Sie mit ihm darüber reden, was alles ansteht und fragen, worauf es sich freut, mit wem es spielen möchte und so weiter. So wird der Kita-Besuch nach und nach Alltag.

Nehmen Sie sich Zeit, sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Helfen Sie Ihrem Kind, sich dareinzufinden. Fällt es Ihrem Kind zum Beispiel schwer, morgens so früh wach zu werden, nehmen Sie den Druck raus. Sonst reagiert Ihr Kind nur mit mehr Gegendruck und verweigert das Anziehen oder sogar das Frühstück. Es dauert einfach eine Zeit, bis sich das Kind an diesen neuen Rhythmus und Alltag gewöhnt hat. Geben Sie ihm die Zeit und die Ruhe, die es für die Umstellung benötigt. Jennifer Günthers Tipp

Nutzen Sie die Informationen der Erzieher, zum Beispiel was das Kind den ganzen Tag gemacht hat, als Grundlage, um das Thema Kita zu thematisieren. Nehmen Sie sich für die Nachmittage in dieser Eingangsphase nicht zu viel vor, sondern gehen sie das eher entspannt an, damit Ihr Nachwuchs nicht überfordert wird. Es kann in Ruhe spielen oder schlafen oder mit Ihnen kuscheln.

Manche Kinder sind auch durch die Erfahrungen leicht überwältigt und müssen zu Hause erst einmal weinen. Auch das ist normal und Sie sollten das Ihrem Kind zugestehen. Nehmen Sie es in den Arm und zeigen Sie ihm, dass diese Gefühle ganz normal und gar nicht schlimm sind. Auch Trennungsschmerz ist normal, Ihnen als Eltern geht es ja ähnlich, dass die Veränderung schmerzt. Lassen Sie daher diese Gefühle auch bei Ihrem Kind zu. „Die Zeit der Kita ist für die Kleinen eine Zeit, in der sie viele Entwicklungsschritte durchmachen. Dadurch kann es immer mal wieder dazu kommen, dass sie weinerlicher sind, ruhiger werden oder nörgelig. Das gehört dazu und sollte Ihnen keine Sorge machen. Nehmen Sie sich in diesen Momenten Zeit für Ihr Kind und zeigen Sie ihm, dass Sie für es da sind und alles gar nicht so schlimm ist“, so Jennifer Günther.

Erfahrungen mit Betreuungsangeboten

Für die älteren Kinder ist es manchmal ein Vorteil, wenn sie vorab bereits in einer Betreuungseinrichtung, zum Beispiel bei einer Tagesmutter oder in einer Krippe, waren. Dann kennen sie die Trennungssituation schon und können sich in diesem neuen Alltag besser zurechtfinden. Aber auch das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Die erneute Umstellung kann zu Verwirrung und Problemen führen. Seien Sie in solchen Momenten einfach bei Ihrem Kind und unterstützen sie es. Aber generell ist es für Kinder ein Vorteil, wenn sie auch an andere Bezugspersonen gewöhnt sind.

Die Rolle von Geschwisterkindern und Freunden

Sind ältere Geschwisterkinder bereits in Kita oder Kindergarten? Dann kann das ein Vorteil sein. Gerade wenn das Geschwisterkind positiv davon redet, hat das eine gute Wirkung auf das Kind in der Eingewöhnung. Ebenso können Freunde, die man bereits kennt und die die gleiche Einrichtung besuchen, natürlich ein großer Vorteil sein. Nichtsdestotrotz sollten Sie auch neue Freundschaften aus der Kita stärken. Private Verabredungen am Nachmittag oder Wochenende, bei denen die Kinder gemeinsam spielen, fördern die positiven Gefühle gegenüber dem Kita-Alltag.


Probleme

Was können Sie tun, wenn Schwierigkeiten auftreten?

Sollte es in der Eingewöhnung Probleme geben, muss das nicht unbedingt am Kind liegen. Vielleicht ist die Einrichtung oder auch das Einrichtungskonzept für den Nachwuchs einfach nicht die beziehungsweise das Richtige.

Auch die Eltern selbst können der Grund sein, warum die Eingewöhnung nicht klappt. Zum Beispiel, wenn die Trennung Ihnen selbst schwerfällt und das Kind diese Gefühle mitbekommt. Es ist möglich, dass sich das Kind dadurch selbst unwohl fühlt und sich gegenüber der Betreuungseinrichtung oder der Trennung von den Eltern sperrt. „Sollten Probleme auftreten, ist es wichtig, schnell Lösungen zu finden. Sprechen Sie mit den Erziehern oder auch der Einrichtungsleiterin. Wo sehen sie die Gründe? Manchmal kann eine Hilfe von außen sehr nützlich sein. Gemeinsam wird überlegt, wie sich die Situation verbessern könnte. Wichtig ist, alle Parteien, die eine Rolle spielen könnten, zu betrachten. Meistens ist eben nicht das Kind das Problem. Finden Sie gemeinsam eine Lösung in Absprache mit der Einrichtung“, empfiehlt Jennifer Günther.

Jennifer Günthers Tipps, um Kindern die Zeit in der Einrichtung einfacher zu machen

  • Seien Sie selbst positiv, wenn Sie über die Betreuungseinrichtung reden.
  • Stehen Sie hinter Ihrer Entscheidung für diese Einrichtung.
  • Nehmen Sie sich Zeit, Ihr Kind auf diese Phase vorzubereiten.
  • Führen Sie Rituale ein, zum Beispiel zwei Minuten umarmen, bevor Mama oder Papa morgens die Kita wieder verlässt.
  • Geben Sie Ihrem Kind ein Kita-Tier mit. Also ein spezielles Kuscheltier für die Zeit in der Einrichtung.
  • Im Notfall können auch Fotos der Familie helfen, oder ein kleines Familien-Fotobuch, das sich das Kind anschauen kann, wenn es traurig wird.
  • Geben Sie Ihrem Kind viel Aufmerksamkeit und Liebe, das ist besser als jedes Geschenk!
Ein Kind muss nicht immer in die Kita wollen. Ein regelmäßiger Kita-Besuch ist für die Kleinen wie ein Arbeitstag und manchmal einfach auch anstrengend. Sie sollten jetzt keinen Druck ausüben, denn ein ‚du musst aber‘ kann mehr Schaden anrichten als helfen. Manchmal ist es auch vollkommen in Ordnung, wenn sie es zeitlich einrichten können, zu Hause zu bleiben und eine Auszeit zu genießen. Jennifer Günthers Tipp

Sie machen sich Gedanken, welche gesunden Snacks Sie Ihrem Kind in die Kita mitgeben könnten? Dann lesen Sie unseren FamilienMoment „Gesunde Snacks für Kinder“.