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FamilienMomente / 05. Mai 2020

Hygiene nach der Geburt: Darauf sollten Sie achten

Während einer Schwangerschaft gibt es viele Dinge, auf die man achten oder verzichten sollte. Aber auch nach der Geburt bleiben Einschränkungen bestehen. Besonders in Bezug auf die Körperpflege im Wochenbett. Das heißt, in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Entbindung, gibt es einiges zu beachten.

Mutter mit Baby auf Brust
© Natalia Deriabina - stock.adobe.com

Veränderung des Körpers

Was verändert sich an Ihrem Körper durch die Geburt?

Nachdem bei der Geburt die Plazenta ausgestoßen wurde, befindet sich an der Innenseite der Gebärmutterwand eine große Wunde. Während diese Wunde langsam verheilt, sondert sie ihr Wundsekret durch die Scheide ab. Unterstützt wird dieser Ausfluss durch die Nachwehen und die Hormonausschüttung beim Stillen. Die Menge, Farbe und Konsistenz dieses Wochenflusses verändern sich im Verlauf des Wochenbettes. In den ersten Tagen nach der Geburt besteht er aus einer sehr starken Blutung. Am Ende der ersten Woche ist er bereits dünnflüssig-bräunlich – vergleichbar mit getrocknetem Blut. Danach nimmt er eine gelbliche und noch etwas später eine weißliche Farbe an. Ab der dritten Woche wird der Wochenfluss immer weniger und versiegt etwa nach sechs bis acht Wochen – damit ist die Wundheilung der Gebärmutter abgeschlossen.

Wenn dieser Wochenfluss allerdings nicht richtig abfließen kann oder gewisse hygienische Grundlagen nicht beachtet werden, bietet er einen guten Nährboden für Keime. Deshalb sollten Sie bei der eigenen Körperhygiene sowie beim Stillen einige wichtige Dinge beachten. Machen Sie sich aber keine Sorgen, der Wochenfluss ist ein ganz normaler und wichtiger Vorgang nach der Geburt und Teil der Rückbildung. Gönnen Sie sich in dieser Zeit besonders viel Ruhe, sodass sich Ihr Körper nach der anstrengenden Geburt erholen kann. Bei Unsicherheiten in Bezug auf den Wochenfluss: Scheuen Sie sich nicht und fragen Sie Ihre Hebamme um Rat.


Pflege des Intimbereiches

So pflegen Sie Ihren Intimbereich richtig


Bereiten Sie sich schon während der Schwangerschaft auf die Geburt sowie die ersten Wochen danach vor. Dazu gehört, sich einen ausreichenden Vorrat an Binden anzulegen, die auch in die Kliniktasche gepackt werden sollten, wenn es zur Geburt ins Krankenhaus geht. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Binden möglichst weich sind und eine hohe Aufnahmefähigkeit haben. Es ist außerdem wichtig, dass die Binden luftdurchlässig sind und keine Zusatzstoffe und Plastikeinlagen enthalten. Wechseln Sie die Binden regelmäßig, um Infektionen zu vermeiden – denn Wärme und Feuchtigkeit bilden einen optimalen Nährboden für Keime.

Spülen Sie den Wochenfluss nach jedem Toilettenbesuch mit warmem Wasser ab. Anschließend nur noch vorsichtig mit Toilettenpapier nachtupfen. Zusätzlich zur Säuberung sollten Sie bei jedem Toilettengang den äußeren Genitalbereich mehrmals täglich mit klarem, warmem Wasser abspülen. Am effektivsten geht das unter der Dusche. Wenn Ihnen klares Wasser für die Reinigung nicht ausreicht, können Sie auch spezielle Intim-Waschlotionen verwenden. Hierbei darauf achten, dass die Lotion pH-neutral ist und keine Parfüm- oder Konservierungsstoffe enthält. Nach der Dusche den Bereich gut trocknen – mit einem weichen Handtuch abtupfen oder an der Luft trocknen lassen. Achten Sie darauf, zusätzliche Handtücher für den Intimbereich zu verwenden und diese täglich zu wechseln. Vor allem nach einem Dammschnitt ist es wichtig, die Wunde in der Zeit des Wochenflusses besonders gut zu schützen.

Auch bei der Unterwäsche gibt es einiges zu beachten: Viele Frauen bevorzugen kurz nach der Geburt Unterwäsche, die dem Bauch etwas mehr Halt gibt. Baumwollslips mit hoher Taille sind hier ideal, da sie fast bis zum Bauchnabel gehen. Positiver Nebeneffekt: Sie bieten auch genug Platz für die Wochenbett-Binden. Um alle Bakterien aus Handtüchern und Unterwäsche zu entfernen, sollte alles bei 60 Grad waschbar sein.


Pflege des Oberkörpers

 

Den Oberkörper richtig pflegen

Nach der Geburt beginnt der Milcheinschuss und damit die ersten Stillversuche. Somit werden die Brüste stark beansprucht – vor allem die Brustwarzen sind das Saugen des Babys noch nicht gewöhnt, sodass es schnell zu schmerzhaften Rissen und einer sehr trockenen Haut rund um die Brustwarze kommen kann. Cremen Sie daher Ihre Brüste sowie speziell die Brustwarzen oft und gut ein. Hierfür eignet sich eine Creme, die ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe beinhaltet – im Idealfall reines Lanolin. Das Wollfett hat eine pflegende Wirkung und ist auch für Ihren kleinen Sonnenschein gut verträglich, sodass die Salbe vor dem Stillen nicht abgewaschen werden muss. Achten Sie außerdem darauf, dass das Produkt keine Konservierungsstoffe enthält und farb-, geruchs- und geschmacksneutral sowie hypoallergen ist.

Aber auch, wenn Sie zu den Frauen gehören, die keine Probleme beim Stillen haben, benötigen Ihre Brüste während des Wochenbettes besondere Aufmerksamkeit. Vor allem der Milcheinschuss kann oft schmerzhaft sein und das Auflegen von lindernden Kühlpads beansprucht die Haut. Nutzen Sie reichhaltige Cremes, die Ihrer Haut helfen, mit der neuen Situation umzugehen. Des Weiteren kommt es in den ersten Wochen nach der Geburt oft zu einem unkontrollierten Milchfluss. Hierbei helfen Stilleinlagen weiter – achten Sie jedoch auch hier darauf, die Einlagen in regelmäßigen Abständen zu wechseln. Ansonsten kann schnell Feuchtigkeit an den Brustwarzen zurückbleiben und einen Nährboden für Pilze und Bakterien bilden.

Viele Frauen haben nach der Schwangerschaft mit Dehnungsstreifen im Bereich des Bauches und der Brüste zu kämpfen. Es ist auch normal, dass die Haut im Bauchbereich nach der Geburt erst einmal schlaff und faltig ist – schließlich hat hier in den letzten neun Monaten ein kleiner Bauchbewohner seinen Platz gefunden. Aber keine Sorge: Die gedehnte Haut zieht sich wieder zusammen. Unterstützen können Sie dies durch Rückbildungsgymnastik, regelmäßige sportliche Betätigung, eine gesunde Ernährung sowie eine ausreichende Feuchtigkeitspflege.


Dammpflege

Auch nach der Geburt ist die Dammpflege nicht zu vernachlässigen

Vor der Geburt ist Dammpflege tatsächlich ein relativ häufiges Thema. Vor allem an Dammmassagen, im Sinne einer guten Geburtsvorbereitung, wird dabei gedacht. Sobald das Baby dann aber auf der Welt ist, wird das Thema Damm ganz schnell wieder zum Tabu. Auch wenn kein Dammriss vorliegt, ist es wichtig, sich über die richtige Pflege dieser Region zu informieren. Durch die Geburt haben sich Scheide und Damm unglaublich gedehnt und im wahrsten Sinne des Wortes Großes vollbracht. Durch diesen Druck der Geburt kann ein Dammriss entstehen oder selbst, wenn alles heil geblieben ist, sich ein Ödem bilden. Daher verdient Ihr Damm auch nach der Geburt ein bisschen Pflege.

Sie können das Abschwellen Ihres Damms zum Beispiel durch Kühlung beschleunigen. Einfach eine Vorlage in hochwertigem Bio-Oliven – oder Sonnenblumenöl tränken und einfrieren. Anschließend vor den Damm legen und solange dort lassen, wie es Ihnen angenehm erscheint. Oft werden zur Dammpflege auch Sitzbäder empfohlen. Einfach eine Plastiktüte eng über die Klobrille ziehen, darin das Sitzbad einlassen und darauf Platz nehmen. Klingt im ersten Moment vielleicht etwas seltsam, funktioniert aber sehr gut. Das Sitzbad kann einmal täglich für 10-15 Minuten und bei einer Wassertemperatur von 35 Grad Celcius auch mit entsprechenden Zusätzen angewendet werden. Ansonsten gilt generell für jegliche Art der Dammverletzung: Mindestens fünf Tage so wenig wie möglich sitzen oder laufen. Machen Sie es sich für die erste Zeit so bequem wie möglich – und zwar im Liegen.


Umgang mit Inkontinenz

Blasenschwäche nach der Geburt ist nicht ungewöhnlich

Viele Mütter leiden stumm. Eine Blasenschwäche ist nichts, worüber man gerne oder sogar offenherzig spricht. Dabei ist das wirklich nichts Ungewöhnliches – etwa 20 Prozent aller Mütter haben nach einer natürlichen Geburt Schwierigkeiten, ihren Urin zu halten. Das liegt daran, dass durch eine Geburt der Beckenboden stark belastet wird: Die Wahrscheinlichkeit für eine mögliche Inkontinenz der Mutter steigt, wenn das Baby sehr groß ist, die Geburt lange dauert oder das Baby mit der Saugglocke geholt werden muss.

Starten Sie am besten schon vor Ihrer Schwangerschaft mit einem Beckenbodentraining, denn wer bereits vor der Geburt einen starken Beckenboden hat, hat auch danach meist weniger Probleme. Sollten Sie trotzdem mit einer Blasenschwäche zu kämpfen haben, können Sie Slipeinlagen, Einlagen oder spezielle Höschen verwenden. Diese Produkte bieten Schutz und sind gleichzeitig diskret – so können Sie den Alltag nach der Geburt auch mit anfänglicher Blasenschwäche unbeschwert genießen. Wenn Sie aber etwa acht Wochen nach der Geburt noch immer Probleme haben, Ihren Urin zu halten, trauen Sie sich, darüber mit Ihrem Gynäkologen zu sprechen. Nur wer darüber spricht, dem kann auch geholfen werden.

Sie brauchen für die Hygiene nach der Geburt:

  • Baumwollslips und dicke Binden
  • Stilleinlagen
  • Brustwarzencreme mit Lanolin
  • ggf. Intim-Waschlotion
  • Vorlagen
  • ggf. Oliven – oder Sonnenblumenöl

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No-Gos

No-Gos nach der Geburt

Auch nach der Geburt gibt es einige Dinge, die Sie besser vermeiden sollten:

  • Die Verwendung von Tampons. Diese sind in den ersten sechs Wochen nach der Geburt aufgrund von Infektionsgefahr tabu. Ein Tampon behindert die Ausscheidung von Klümpchen, die sich durch Verklumpung des Wochenfluss-Sekrets in der Scheide bilden können. So kann es zu einem Stau vor der Gebärmutter kommen, was das Infektionsrisiko erhöht. Zudem trocknet der saugfähige Tampon die durch die Geburt beanspruchte Scheidenschleimhaut zusätzlich aus und verzögert so die Regeneration der Scheidenflora. Also besser auf Tampons verzichten und stattdessen extrastarke Binden verwenden.

  • Direkt nach der Geburt ist Sport wahrscheinlich das Letzte, an das Sie denken. Und das ist auch gut so, denn das Wochenbett soll vor allem zum Ankommen und Ausruhen dienen. Nehmen Sie sich Zeit, Ihr neues Familienmitglied kennenzulernen und die Strapazen der Geburt zu verarbeiten. Wenn Sie sich aber unbedingt sportlich betätigen möchten, können Sie in den ersten Wochen höchstens langsam anfangen, Ihre Beckenbodenmuskulatur immer mal wieder anzuspannen. Ab der zweiten Woche ist leichtes Spazierengehen erlaubt und wenn sich das gut anfühlt, kann dies nach und nach ausgebaut werden.

  • Verwenden Sie nach der Geburt erst einmal kein Toilettenpapier. Reinigen Sie Ihren Intimbereich während des Wochenbettes nur mit lauwarmem Wasser. Toilettenpapier kann sehr unangenehm in der Benutzung sein und sowie schon wunde Stellen erneut strapazieren. Um den Intimbereich nach Toilettengang und Reinigung wieder trocken zu tupfen, empfehlen sich besonders kleine Handtücher, die auch bei 60 Grad in der Maschine waschbar sind.

  • Keine parfümierten Seifen oder Duschgels verwenden. Nutzen Sie in der ersten Zeit nach der Geburt besser nur Wasser für die Reinigung Ihres Körpers. In Seifen und Duschgels sind häufig Parfüms oder andere chemische Stoffe enthalten – und die sind für Ihre Scheidenflora nicht zu empfehlen.

  • Wenn Sie direkt nach der Geburt Sex haben möchten, denken Sie bitte daran, ein Kondom zu verwenden. Dies ist nötig, da innerliche Wunden Zeit zum Verheilen brauchen und währenddessen keine Keime dorthin gelangen sollten. Auch Wunden im Genitalbereich sollten vor dem ersten Sex nach der Geburt möglichst abgeheilt sein, da diese sonst wieder aufreißen können.
Auf das Wochenbett wird man nicht wirklich vorbereitet: Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, sorgsam mit seinem Körper umzugehen und ihm die notwendige Pflege und auch Ruhe zukommen zu lassen. Hebamme Kathrin