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FamilienMomente / 05. Mai 2020

Der Hebammen-Ratgeber: Hebammensuche und Co.

Wer schwanger ist, sucht schon bald nach einer Hebamme. Doch worauf sollte ich bei der Suche achten und was macht eine Hebamme eigentlich genau? Hebamme Judith Fuchs gibt hier Tipps zu all diesen Fragen.

Hebamme Judith Fuchs
© Isabell Steinert Fotografie

Unsere FamilienMomente-Hebamme

Judith Fuchs stellt sich vor

Bei Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ist der Rat einer Hebamme gefragt. Judith Fuchs ist seit fünf Jahren leidenschaftliche Hebamme. Mit ihrem umfangreichen Wissen steht Judith dem FamilienMomente-Portal zur Seite und hilft werdenden Müttern, sich zu informieren und Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Hallo, ich bin Judith, Mama eines kleinen Mädchens. Als Hebamme begleite ich Geburten im Kreißsaal sowie Frauen und ihre Familien während der Schwangerschaft, dem Wochenbett und der Stillzeit zu Hause. Schon als Kind haben mich schwangere Frauen fasziniert und es war immer mein größter Wunsch, später einmal Frauen durch die Zeit der Schwangerschaft, während der Geburt und bei dem Abenteuer Familie unterstützend zur Seite stehen zu können. In meinem Hebammenkoffer finden Sie neben den üblichen Utensilien, wie Maßband, Hörrohr, einer Waage, jede Menge guter Ratschläge, Optimismus, Expertentipps, ein offenes Ohr, ein Lächeln und eine große Portion Humor. Eine respektvolle, individuelle und interventionsarme Betreuung sind mir ein Herzensanliegen.
Hebamme Judith Fuchs

Aufgaben  

Was macht eine Hebamme?

Eine Hebamme unterstützt werdende Mütter in allen Stadien: Das heißt, sie hilft sowohl in der Schwangerschaft als auch bei der Geburt selbst und betreut Mütter außerdem in der Zeit nach der Geburt, während des sogenannten Wochenbetts.

Betreuung in der Schwangerschaft

Zu den Vorsorgeuntersuchungen gehören:

  • Kontrolle von Gewicht, Blutdruck, Urin- und Blutwerten der Schwangeren
  • Abtasten des Bauches mit den Händen, um Kindslage und Größe des Kindes zu prüfen
  • Abhören der kindlichen Herztöne mit einem Pinard-Hörrohr oder Dopton

Zudem steht sie bei Fragen der Schwangeren und der werdenden Eltern natürlich mit Rat und Tat zur Seite. Auch wenn es Ängste oder Sorgen gibt, kann man diese mit der Hebamme besprechen, ebenso wie vorliegende Befunde. Wenn Sie unter Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Rückenschmerzen oder Ähnlichem leiden, kann eine Hebamme Ihnen ebenfalls helfen und Tipps geben.

Manche Hebammen bieten auch Geburtsvorbereitungskurse an. In diesen Kursen wird zum Beispiel das Atmen für die Geburt geübt, aber auch Entspannungstechniken und die richtige Babypflege steht auf dem Programm.

Wenn keine Risikoschwangerschaft vorliegt, können Hebammen sogar alle Vorsorge-Untersuchungen durchführen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Der Ultraschall muss in einer Arztpraxis durchgeführt werden. Hebamme Judith Fuchs

Betreuung während der Geburt

Hebammen dürfen eine normale Geburt eigenverantwortlich begleiten. Das heißt, sie beobachten den Geburtsverlauf, prüfen, ob alles in Ordnung ist. Sollte das nicht der Fall sein, können sie entweder selbst eingreifen oder Hilfe hinzuziehen, wenn es notwendig wird.

Insgesamt unterstützen sie Frauen also während der Geburt dabei, selbstbestimmt und sicher gebären zu können. Das tun sie durch verschiedene Methoden und Maßnahmen, wie Massagen, gemeinsames Atmen oder dem Finden der richtigen Geburtsposition. Gleichzeitig ist es ihre Aufgabe, die kindlichen Herztöne und das Wohlbefinden der Schwangeren – sowie deren Begleitperson – zu überwachen. Eine Hebamme untersucht während der Geburt die Öffnung des Muttermundes und verabreicht bei Bedarf Medikamente.

Direkt nach der Geburt hilft sie beim Stillen und vor allem dem ersten Anlegen des Neugeborenen. Das ist für das Bonding – also dem Aufbau der Mutter-Kind-Beziehung – sehr wichtig. Außerdem prüft sie direkt nach der Geburt weiterhin den gesundheitlichen Zustand der Mutter und nimmt bei dem Neugeborenen die erste Untersuchung, die sogenannte U1, vor. Hierbei wird der kindliche Zustand beurteilt und es findet ein erstes Messen des Babys statt.

Eine wichtige Aufgabe der Hebamme während der Geburt ist es, immer an der Seite der Schwangeren beziehungsweise des Paares zu sein. Sie hilft, die medizinischen Fachbegriffe zu verstehen, klärt über die verschiedenen Umstände auf und hilft den werdenden Eltern dabei, Entscheidungen zu treffen. Hebamme Judith Fuchs

Betreuung nach der Geburt

Während des Wochenbetts übernimmt die Hebamme zahlreiche Aufgaben, um der jungen Familie die ersten Schritte mit dem neuen Nachwuchs zu erleichtern. Viele der Aufgaben knüpfen direkt an die Zeit nach der Geburt an. Denn natürlich müssen auch jetzt noch der Gesundheitszustand von Mutter und Kind kontrolliert werden. Bei der Mutter wird auch die psychische Verfassung im Auge behalten, um zum Beispiel bei der Wochenbettdepression schnell Hilfe hinzuziehen zu können. Gleichzeitig unterstützt sie weiterhin das Bonding und bestärkt die Mutter beim Einfinden in ihre neue Rolle als Ansprechpartnerin bei allen Fragen rund um die Versorgung des Kindes. Weitere wichtige Aufgaben nach der Geburt sind:

  • Unterstützung beim Stillen: Die Hebamme gibt zum Beispiel Tipps zur Brustpflege, klärt über verschiedene Stillpositionen auf, gibt Anleitung zur Brustmassage und hilft bei wunden Brustwarzen oder Brustentzündungen.
  • Untersuchung des Neugeborenen: Auch in den Wochen nach der Geburt wird regelmäßig das Gewicht beziehungsweise die Gewichtszunahme des Kindes kontrolliert, das Abheilen des Nabels wird beobachtet, ebenso wie der Allgemeinzustand des Kindes.
  • Babypflege-Tipps: Die Hebamme zeigt, wie man die Kinder ordentlich wickelt und steht jungen Eltern auch beim ersten Babybad zur Seite.
  • Kontrolle der Rückbildung: Sie tastet den Höhenstand der Gebärmutter ab, schaut nach dem Heilungsverlauf von Geburtsverletzungen und unterstützt bei Rückbildungsübungen.
  • Allgemeine Beratung: Schwangere haben natürlich jede Menge Fragen. Egal, ob es um die Ernährung in der Stillzeit geht, die Alltagsgestaltung mit dem Baby oder eine sichere Schlafumgebung – bei all diesen Fragen können Sie sich an Ihre Hebamme wenden.

Eine der traurigeren Aufgaben einer Hebamme ist die Betreuung von Frauen nach einer Fehl- oder Totgeburt.

Insgesamt geht die Betreuung der Hebamme nach der Geburt noch etwa zwölf Wochen. Je nach gesundheitlichem und allgemeinem Zustand kann das aber mit einem ärztlichen Attest verlängert werden. Ist eine kürzere Unterstützung ausreichend, müssen die zwölf Wochen natürlich nicht abgewartet werden. Die Hebammenbetreuung passt sich dem Bedarf von Mutter und Kind an.

Bei einem typischen Nachsorge-Termin kommt die Hebamme nach Hause zur Mutter. Beim ersten Besuch werden die Geburt und das Geburtserlebnis besprochen. Danach gibt es eine ausführliche Anamnese – gab es Besonderheiten bei der Geburt oder der Folgezeit? Alle möglichen Fragen, die eine Wöchnerin belasten, können nun geklärt werden. Dann folgt die körperliche Untersuchung der Mutter und gegebenenfalls kommt es zu einer Unterstützung beim Stillen. Natürlich wird dann auch das Neugeborene noch mal komplett untersucht. Hebamme Judith Fuchs

Sonstige Leistungen

Die Arbeit einer Hebamme ist sehr vielseitig. Genauso vielseitig sind auch all die Leistungen, die sie zusätzlich anbietet. Dazu gehören zum Beispiel Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse, aber auch Beratungsleistungen rund um das Stillen und die Beikost.

Zudem können Hebammen sich auch weiter ausbilden und dann zum Beispiel Akupunktur, Kinesio-Taping, Yoga, Babymassage, Trageberatung und Lasertherapie bei wunden Brustwarzen zusätzlich anbieten.


Berufsformen

Diese Hebammen gibt es

Nicht nur der Alltag einer Hebamme ist vielfältig, es gibt zusätzlich auch unterschiedliche Arten von Hebammen, die je nach Tätigkeitsgebiet und Anforderungen andere Aufgaben erfüllen.

Freiberufliche Hebammen

Freiberufliche Hebammen übernehmen die Vorsorge in der Schwangerschaft, betreuen Hausgeburten oder Geburten im Geburtshaus. Zudem bieten Sie Wochenbettbetreuung an und geben Geburtsvorbereitungs- sowie Rückbildungskurse.

Angestellte Hebammen

Angestellte Hebammen arbeiten meist im Kreißsaal einer Klinik oder auf einer Wochenbettstation und übernehmen die Betreuung rund um die Entbindung und die erste Zeit danach.

Beleghebammen

Beleghebammen sind freiberufliche Hebammen, die einen Belegvertrag mit einer oder mehreren Geburtskliniken haben und dann auch dort vor Ort die Geburten betreuen. Dabei handelt es sich meist um Frauen, die bereits vorher in der Schwangerschaft von der Hebamme betreut wurden und nun auch auf ihre Unterstützung im Krankenhaus zurückgreifen können.

Familienhebammen

Familienhebammen haben eine Zusatzqualifikation, mit der sie über Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett hinaus Familien unterstützen können. So betreuen sie zum Beispiel Familien in besonderen oder Problemsituationen.


Kostenübernahme

Was übernimmt die Krankenkasse?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die meisten Leistungen beziehungsweise Angebote von Hebammen. Bei Zusatzleistungen kann jede gesetzliche Krankenkasse entscheiden, welche Kosten sie übernimmt – ob anteilig oder vollbezahlt. Am besten setzen Sie sich mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung. Bei den privaten Krankenversicherungen müssen Sie nachfragen, wie die Leistungsübernahme aussieht – generell übernehmen aber auch die Privaten alle Hebammenkosten.

Schwangerenvorsorge und Geburtsvorbereitung

Krankenkassen übernehmen während der Schwangerschaft meist die Kosten für:

  • ein Vorgespräch, alle weiteren muss man selbst bezahlen
  • die telefonische Beratung
  • alle Vorsorgeuntersuchungen
  • Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden
  • die Überwachung mittels CTG – also das Abhören der Herztöne des Kindes und der Wehentätigkeit
  • Geburtsvorbereitungskurse

Manche Krankenkassen übernehmen noch weitere Kosten, wie zum Beispiel für eine Haushaltshilfe, falls dies aus gesundheitlichen Gründen, zum Beispiel aufgrund einer Risikoschwangerschaft, notwendig ist.

Die Geburt

Während der Geburt übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Geburt im Krankenhaus, in einem Geburtshaus oder auch zu Hause. Wenn man eine Beleggeburt hat, übernimmt auch hier die Krankenkasse die Kosten, allerdings muss die Rufbereitschaft der Hebamme selbst bezahlt werden. Bei manchen Krankenkassen kann man die Übernahme einer Rufbereitschaftspauschale beantragen.

Auch bei einer Fehlgeburt unterstützt die Krankenkasse.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Krankenkasse rund um die Geburt alles finanziell abdeckt, was medizinisch notwendig ist. Hebamme Judith Fuchs

Nach der Geburt

Auch nach der Geburt werden verschiedene Leistungen von den Krankenkassen übernommen.

  • Wochenbett: In dieser Zeit übernimmt die Krankenkasse die medizinischen Kosten. Egal, ob das Wochenbett Zuhause, in der Klinik oder im Geburtshaus abläuft. Auch der Besuch in der Hebammenpraxis sowie eine telefonische Beratung ist in dieser Zeit abgedeckt.
  • Rückbildung: Zehn Stunden an Rückbildungsgymnastik werden von der Krankenkasse übernommen. Vorgabe ist allerdings, dass diese Stunden vor dem neuten Monat nach der Geburt abgeschlossen worden sind. Zudem betrifft dies meist nur Rückbildungskurse in Gruppen und keine Onlineangebote oder Ähnliches.
  • Stillschwierigkeiten: Sollten Mütter Probleme beim Stillen haben, steht ihnen auch hier eine finanzielle Unterstützung durch die Krankenkasse zu. Bis zu acht Beratungseinheiten zu diesem Thema, aber auch bei Ernährungsfragen werden übernommen.
In den ersten zehn Tagen nach der Geburt übernimmt die Krankenkasse die Kosten von bis zu zwei Wochenbettbesuchen pro Tag. In den ersten zwölf Wochen nach der Geburt sind dann weitere 16 Besuche durch die Krankenkasse abgedeckt. Hebamme Judith Fuchs

Welche Leistungen muss man selbst zahlen?

Krankenkassen decken das Grundgerüst der medizinischen Versorgung und der Hebammenleistungen während der Schwangerschaft und Geburt ab. Natürlich gibt es aber auch eine Menge Zusatzleistungen: Dazu zählt die oben erwähnte Rufbereitschaft einer Beleghebamme. Aber auch weitere Leistungen wie Babymassagen, Yoga- oder Säuglingspflegekurse können von Hebammen angeboten werden. In diesem Fall müssen die Eltern die Kosten meist selbst tragen.


Hebammensuche

Was muss man beachten?  

Leider ist die Situation in Deutschland mittlerweile so, dass es zu wenig Hebammen gibt. Das heißt, Schwangere sollten schon frühzeitig nach einer Hebamme suchen. Denn ansonsten stehen sie vielleicht am Ende ohne Unterstützung da.

Die wichtigste Frage, die sich Schwangere vor der Hebammensuche stellen sollten, ist: Welche Art von Geburt und auch Hebamme möchte ich eigentlich haben? Lege ich Wert auf eine Hausgeburt, dann benötige ich natürlich eine Hebamme, die das auch anbietet. Oder suche ich eigentlich eine Beleghebamme?

So verrückt es klingt, aber am besten suchen Schwangere gleich nach einer Hebamme, sobald sie einen positiven Schwangerschaftstest erhalten haben. Zusätzlich sollten sich die werdenden Mütter bewusst werden, welche Leistungen ihre Hebamme erbringen soll. Gerade bei den Zusatzangeboten, muss sie natürlich genau schauen, welche Hebamme das überhaupt anbietet. Hebamme Judith Fuchs

Verfügbarkeit und räumliche Nähe

Hebammen sind mittlerweile rar in Deutschland. Es ist daher wichtig, zu schauen oder auch zu erfragen, wie die Auslastung der Hebamme aussieht. Denn wenn sie überlastet ist, kann das Auswirkungen auf Ihre Betreuung haben. Zudem macht es Sinn, im näheren Umkreis zu suchen. So ist die Hebamme immer schnell zur Stelle, falls etwas sein sollte, und muss nicht erst große Distanzen zurücklegen.

So finden Sie Ihre Hebamme

Sie können auf ganz unterschiedlichen Wegen zu Ihrer Hebamme gelangen. Fragen Sie zum Beispiel in Ihrem Freundeskreis, wenn es dort bereits Schwangere oder Mütter gibt. Diese können Ihnen eine Empfehlung geben. Manchmal kann auch der Frauenarzt beziehungsweise die Frauenärztin eine Empfehlung geben. Letztlich kann man auch im Internet nach Listen suchen oder aber über verschiedene Anbieter eine Aufstellung von Hebammen in der näheren Umgebung bekommen.  

Auf den Webseiten vom „Deutschen Hebammenverband“ oder dem „GKV-Spitzenverband“ werden Hebammen-Suchen angeboten. Hier kann man nicht nur nach lokalen Hebammen suchen, sondern auch bereits gewünschte Leistungen mitangeben, um noch gezielter nach Hebammen zu suchen. Hebamme Judith Fuchs

Tipps für das Erstgespräch mit der Hebamme

Hat man eine oder vielleicht sogar ein paar Hebammen gefunden, die für einen infrage kommen, sollte man ein erstes Gespräch mit ihnen führen, um sich gegenseitig kennenzulernen. Wichtige Inhalte bei diesem Gespräch sind:

  • Welche Wünsche und Vorstellungen haben Sie – passt das zum Angebot der Hebamme?
  • Wie läuft die Betreuung durch die Hebamme ab?
  • Welche Zusatzqualifikationen hat sie? Welche Zusatzleistungen bietet sie an?
  • Wie und wann ist die Hebamme zu erreichen?
  • Hat Sie eine Notfall-Vertretung?

Das erste Treffen mit der Hebamme sollten Sie relativ schnell angehen. Falls sich dann herausstellt, dass es doch nicht passt, haben Sie noch genügend Zeit, weitere Hebammen zu kontaktieren. Bei dem ersten persönlichen Gespräch brauchen sie erst einmal nur die Versichertenkarte und den Mutterpass.

Bei und nach dem ersten Kontakt ist es natürlich ganz wichtig, auf Ihr Bauchgefühl zu hören. Fühlt sich alles gut an, können Sie sich vorstellen, mit der Hebamme zusammenzuarbeiten. Wenn das zutrifft, steht einem ersten Besuch nichts mehr im Wege. Hebamme Judith Fuchs