Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Nicht Ihre Filiale?
Ändern
Ihre Kaufland-Filiale

Ihre zuletzt gewählten Filialen
FamilienMomente / 09. Juni 2020

Geschwisterrivalität vorbeugen

Neuer Nachwuchs bedeutet für größere Kinder eine starke Veränderung ihres Alltags. Plötzlich gibt es jemand anderen, der Aufmerksamkeit von den Eltern bekommt. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Rivalität vorbeugen können. Außerdem verraten wir, wie Sie damit umgehen, wenn ihr älteres Kind eifersüchtig auf den neuen Erdenbürger reagiert und wie Sie allen Kindern die Beachtung geben können, die sie brauchen.

Großer Bruder mit kleinem Geschwisterkind auf Couch

Vorbereitung auf das Geschwisterchen

Geschwisterrivalität vorbeugen – schon während der Schwangerschaft

Wenn weiterer Nachwuchs kommt, ist die Freude natürlich groß. Doch manchmal verstehen die größeren Kinder nicht, was das bedeutet oder wie sie mit der Situation umgehen sollen. Und in manchen Fällen kann es auch zu Eifersucht kommen – schließlich kündigt sich da jemand an, der einem die Zeit mit Mama und Papa streitig macht.

Bücher und Geschichten zur Veranschaulichung

Damit Ihr Kind auf das Geschwisterkind bestmöglich vorbereitet ist, sollten Sie ihm die Situation genau und altersgerecht erklären. Bücher und Geschichten zu diesem Thema können Sie dabei unterstützen, da die Beispielgeschichten für die Kinder anschaulich und verständlicher sind.

Nicht fragen, ob Kind sich lieber Bruder oder Schwester wünscht

Wichtig ist auch, wie Sie das Geschlecht des Babys verkünden. Viele Eltern wollen Ihre Kinder einbinden, indem sie fragen, ob die Kleinen sich einen Bruder oder eine Schwester wünschen. Das ist aber nicht empfehlenswert, da den Kindern so das Gefühl vermittelt wird, dass sie eine Wahl hätten. Die Enttäuschung ist dann umso größer, wenn ihr Wunsch nicht in Erfüllung geht. Daher sollten Sie Ihrem älteren Nachwuchs einfach mitteilen, welches Geschlecht das Baby hat.

Keine Schuldgefühle zulassen

Frauen bekommen häufig das Gefühl, nicht genügend Zeit mit beiden Kindern verbringen zu können. Lassen Sie dieses nicht zu und haben Sie keine Angst: Sie werden auf jeden Fall genügend Zeit für beide haben und das ältere Kind wird Ihnen gegenüber keine Hassgefühle aufbauen.


Rivalität vorbeugen

So beugen Sie Rivalität vor, wenn das Baby geboren wurde

Auch wenn sich Ihr Kind am Anfang auf das Baby freut, kann sich dieses Gefühl verändern, sobald das größere Geschwisterkind merkt, wie viel Aufmerksamkeit das Baby benötigt. Wir empfehlen Ihnen je nachdem, wie alt das Geschwisterkind ist, dieses bereits nach der Geburt mit einzubeziehen:

  • Besuch im Krankenhaus: Sollte das ältere Geschwisterkind im Krankenhaus zu Besuch kommen, legen Sie den Fokus auf dieses. Fragen Sie es direkt nach der Begrüßung zuerst, wie es ihm geht. Erkundigen Sie sich danach, was es in den letzten Stunden oder Tagen gemacht hat. Stellen Sie erst danach das Baby vor.
  • Einbinden: Lassen Sie Ihr Kind zuschauen, wenn Sie das Baby stillen oder baden. Erklären Sie ihm, was Sie gerade machen. Vielleicht hat auch das Geschwisterkind Lust, dem Baby ein Einschlaflied vorzusingen? Oder es kann Ihnen den Schnuller reichen.
  • Rückblick: Nutzen Sie die Zeit mit Ihrem großen Kind, um ihm zu zeigen, dass es selbst einmal ein Baby war. Schauen Sie mit ihm seine Babyfotos an und erzählen Sie von dieser Zeit. Das hilft dem Geschwisterkind, die Sache besser zu verstehen, und es steht in dem Moment im Mittelpunkt. Vermitteln Sie dem Kind, dass es dieselbe Aufmerksamkeit als Baby bekommen hat und heben Sie hervor, dass es nun schon groß ist und inzwischen vieles selbstständig tun kann. Stärken Sie das Gefühl, dass es Ihr Kind ist und auch weiterhin bleibt – unabhängig davon, dass das Geschwisterchen viel Aufmerksamkeit braucht.
  • Geschenk: Manche Eltern besorgen für Ihre größeren Kinder auch ein Geschenk, das sie den Kindern beim Besuch im Krankenhaus überreichen mit dem Hinweis, dass es ein Geschenk vom Geschwisterkind ist. Alternativ können Freunde oder Familie bei Ihrem Besuch statt dem Baby dem älteren Geschwisterkind ein Geschenk mitbringen.

Änderung der Verhaltensweisen

Suche nach Aufmerksamkeit

Wenn das Baby auf der Welt ist, versuchen die größeren Geschwister oftmals, die Aufmerksamkeit ihrer Eltern zurückzubekommen. Die Rede ist dann vom sogenannten Entthronungstrauma: Die Kinder verlieren durch die Geburt des Geschwisterkindes die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Eltern und fühlen sich zurückgesetzt. Folgende Eigenarten können die Kinder dann entwickeln:

  • Eifersucht: Die Ausprägungen können ganz unterschiedlich sein, je nachdem, wie alt das Kind ist und welchen Charakter es hat. Gerade bei Zwei- bis Dreijährigen, die sich in der Trotzphase befinden, ist Eifersucht besonders stark ausgeprägt.
  • Rückentwicklung: Das Baby bekommt Aufmerksamkeit, also versuchen sich die älteren Geschwister ähnlich zu verhalten, um auch Aufmerksamkeit zu bekommen. Zum Beispiel fordern sie wieder einen Schnuller oder wollen Windeln tragen und klettern ins Babybett, um dort zu schlafen.
  • An die Eltern klammern: Mit körperlicher Nähe versucht das Kind sich an die Eltern zu binden, um zu verhindern, dass es übersehen oder vergessen wird.
  • Kleine Streitereien provozieren: Auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit, wenn man verzweifelt ist. Manchmal machen größere Geschwister genau das, was sie nicht dürfen. Denn wenn sie es tun, können Sie sicher sein, Beachtung von den Eltern zu bekommen.

Unsere Tipps

Was können Sie als Eltern tun?

Sollten Sie gerade Nachwuchs bekommen haben und merken, dass sich das große Kind unsicher oder alleingelassen fühlt, dann nehmen Sie sich Zeit für es. Zeigen Sie ihm immer wieder, dass es ein wichtiger Teil Ihrer Familie ist, dass Sie es lieben und es keine Angst haben muss.

Zeit verbringen – mit jedem Kind alleine

Auch wenn es manchmal nicht so einfach ist: Räumen Sie jedem Kind Zeit ein, die sie nur mit ihm verbringen. Vielleicht können Ihr Partner, Großeltern und Freunde oder ein Babysitter Sie unterstützen. Es ist wichtig, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Beachtung erhält. Spielen Sie mit ihm zum Beispiel wenn das Baby schläft oder Sie das Geschwisterkind aus dem Kindergarten abholen und es Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit erhält.

Tagesroutine entwickeln und beibehalten

Rituale sind wichtig. Zum einen geben Sie Ihrem Kind damit eine Struktur und zum anderen fällt es auch Ihnen leichter, den Tag mit Neugeborenem und Kind zu planen. So können Sie die Zeit mit Ihrem älteren Kind gut einbauen. Tolle Routinen sind zum Beispiel das gemeinsame Frühstück – auch wenn das Baby schläft, Kuschelzeit nach dem Kindergarten, Baderituale oder das tägliche Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte. Die Rituale, die Sie mit Ihrem größeren Kind umsetzen, helfen diesem zu verstehen, dass es Routinen gibt, die das kleinere Kind betreffen, wie beispielsweise die Stillphasen.

Keine Vergleiche unter den Kindern

Ziehen Sie keine Vergleiche unter Ihren Kindern. Gerade, wenn diese größer sind. Das kann die Rivalität verstärken und Streitigkeiten fördern. Es ist ganz normal, dass Kinder unterschiedliche Stärken haben. Aber stellen Sie die Unterschiede nicht heraus und nutzen Sie sie auch nicht zum Vergleich.

Interessen berücksichtigen

Jedes Kind entwickelt sich ganz individuell und hat eigene Interessen. Wichtig ist, zuzulassen, dass Ihre Kinder diesen nachgehen. Nicht jeder muss Fußball spielen oder ein Instrument lernen. Geben Sie Ihren Kindern die Freiheit, sich selbstständig zu entwickeln und unterstützen Sie die Kleinen dabei. Dadurch entstehen weniger Rivalitätsgefühle bei den Kindern.

Fair bleiben

Sollte es zu Streit oder Auseinandersetzungen kommen, müssen Sie auf alle Fälle fair bleiben. Nehmen Sie nicht automatisch das jüngere Kind in Schutz, weil es vielleicht hilfloser ist. Und nicht immer ist das ältere Kind der Verursacher. Hören Sie sich beide Seiten an. Für mehr Tipps lesen Sie unseren Artikel zum Thema „Streit schlichten“.

Geschwisterliebe fördern

Versuchen Sie, die Geschwisterliebe Ihrer Kinder zu fördern. Wenn Sie ein Neugeborenes haben, lassen Sie Ihr großes Kind Sie bei der Pflege und Betreuung unterstützen. Je nachdem wie alt das Geschwisterkind ist, kann es Ihnen Dinge bringen oder vielleicht das Füttern und Bäuerchenmachen schon selbst übernehmen. Entwickeln Sie nach und nach – auch bei schon älteren Kindern – gemeinsame Rituale wie Vorlesen, Spiele spielen oder Lieder singen.

Fördern Sie, dass die Kinder gemeinsam spielen, ohne dass Sie dabei sind. Aber forcieren Sie dies nicht zu stark. Wenn die Kinder aufgrund Ihrer Persönlichkeiten oder des Altersunterschieds mal nicht miteinander spielen wollen, ist das auch okay. Wenn Sie Druck aufbauen, kann dies Rivalität und Streit befördern.