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FamilienMomente / 21. August 2020

Fremdeln: Wenn es bei Mama einfach am schönsten ist

Ihr Kind hat gerade seine Fremdel-Phase? Auch wenn es für Sie sehr anstrengend ist, können Sie doch beruhigt sein – denn das ist ein ganz normaler Entwicklungsschritt. Wir zeigen Ihnen auf, wie Sie am besten mit dem Fremdeln Ihres Kindes umgehen und geben Tipps, wie Sie Ihr Kind in dieser wichtigen Phase unterstützen können.

Mutter stillt Baby im Bett

Definition

Was bedeutet „fremdeln”?

Plötzlich will Ihr Kind nicht mehr zu anderen und hängt stark an Ihnen? Keine Angst – dieses sogenannte Fremdeln ist komplett normal. Hierbei handelt es sich um einen wichtigen Entwicklungsschritt im Leben Ihres Kindes, der zudem ein Zeichen der emotionalen und sozialen Reife ist. Das Baby erkennt zu diesem Zeitpunkt seine Bezugspersonen. Doch nicht nur das – mit diesen Bezugspersonen verbindet Ihr Kind Geborgenheit und vor allem Sicherheit. Verlässt diese wichtige Bindungsperson das Blickfeld oder den Raum, entsteht Panik oder Unruhe. Alles, was mit einem Fremden oder einer „fremderen“ Person als den Eltern zu tun hat, wird von den Kindern abgelehnt – auch körperlich, indem sie sich die Hände vors Gesicht halten oder wegschauen. Auch Tränen können in so einer Situation natürlich fließen.

Von Experten wird das Fremdeln auch „Achtmonatsangst“ genannt. Denn dies ist das Alter des Kindes, wenn diese Phase ungefähr auftritt.


Zeitpunkt

Wann fremdeln Kinder?

Wie oben bereits erwähnt findet das Fremdeln rund um den 8. Lebensmonat statt. Genauer gesagt, startet es etwa zwischen dem 4. bis 8. Lebensmonat. Meist dann, wenn das Kind anfängt, sich deutlich mehr zu bewegen – robben und krabbeln kann den Radius des Kindes jetzt erweitern. Doch neue Freiheit bedeutet auch neue Ängste. Daher ist die Sicherheit der Bezugsperson so wichtig.

Ab dem 2. und 3. Lebensjahr wird es weniger

Das Fremdeln ist gegenüber anderen Personen unterschiedlich stark ausgeprägt: Ist die Person wirklich jemand Fremdes, ist die Ablehnung ihm gegenüber größer als zu einer Person, die das Kind im Laufe seines Lebens schon einmal gesehen hat. Das Fremdeln klingt meist im 2. und 3. Lebensjahr wieder ab, wenn die Kindergartenzeit beginnt. Wie die Eingewöhnung in den Kindergarten klappt, können Sie hier nachlesen.


Gründe

Warum fremdeln Kinder?

Das Fremdeln hat viele verschiedene Gründe. Generell ist es aber immer eine Reaktion der Kinder auf Neues und Unbekanntes.

Fremdeln ist charakter- und entwicklungsabhängig

Insgesamt ist das Fremdeln aber sehr charakterabhängig. Es ist absolut normal, wenn Kinder unterschiedlich stark reagieren oder auch unterschiedlich lange fremdeln. Wie in so vielem, sind manche Kinder eher vorsichtig unterwegs und auch eher zurückhaltend, andere hingegen sind auch Fremdem gegenüber aufgeschlossener und hemmungsloser. Natürlich spielt auch die Entwicklung beziehungsweise der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine Rolle. Je nachdem wie weit es hier schon ist, tritt das Fremdeln vielleicht nicht so stark auf wie bei anderen Kindern oder setzt vielleicht auch schon früher ein.

Fremdeln als Schutzmechanismus

Fremdeln hilft Kleinkindern zwischen Vertrautem und Fremdem zu unterschieden. Sie sind in einem Alter, in dem Sie eine natürliche und gesunde Distanz gegenüber Fremden und Unbekannten entwickeln. Der Hintergrund hierfür liegt in der Evolution: Ein Misstrauen gegenüber dem Fremden half Kindern früher, zu überleben. Somit ist das Fremdeln also sowohl ein Schutzmechanismus als auch eine Sicherheitsgarantie.

Fremdeln aus Trennungsangst

Gleichzeitig ist das Fremdeln Ausdruck der Trennungsangst von der Bindungsperson/den Bindungspersonen. Das Kind hat in den ersten Monaten seines Lebens gelernt, wer es versorgt und seine Bedürfnisse gestillt. Die Bezugsperson(en) waren hierbei ein Hort der Verlässlichkeit und der Geborgenheit. Ist diese Person plötzlich weg, greift bei dem Baby die Angst um sich, dass es allein gelassen wird.

Später wird das Kind alles, was es in der Beziehung gelernt hat, nach und nach auf mehr Menschen beziehungsweise auf all seine zwischenmenschlichen Beziehungen ausweiten. Am Anfang ist sein Vertrauen aber erst mal nur auf die Person konzentriert, bei der Geborgenheit und Versorgung gesichert sind.

Fremdeln als Zeichen einer innigen Beziehung

Wenn Sie irritiert oder vielleicht auch genervt von der Anhänglichkeit Ihres Kindes sind, ist das natürlich einerseits verständlich. Anderseits können Sie aber auch beruhigt sein, da es sich hierbei um etwas ganz Normales handelt. Und außerdem ist es auch ein Lob an Sie! Denn Ihr Kind zeigt Ihnen damit, dass es sich bei Ihnen sicher fühlt. Es hat eine gute und stabile Beziehung zu Ihnen. Es hat Sie als Bezugsperson auserkoren und sieht Sie als Beschützer und Versorger an.

Diese stabile Situation ist für die weitere Entwicklung Ihres Kindes sehr wichtig, denn nur aus einer sicheren Position heraus kann es dann seine Umwelt mehr und mehr entdecken, sich auch fremden Personen gegenüber offen zeigen und sich letztlich so zu einer selbstbewussten Person entwickeln.


Dos und Don'ts

Was tun, wenn das Kind fremdelt?

Don'ts – das sollten Sie nicht tun

Das Fremdeln ist eine natürliche Situation in der Entwicklung Ihres Kindes. Daher lässt sie sich nicht beheben oder gar abtrainieren. Ignorieren Sie auch auf keinen Fall die Bedürfnisse Ihres Kindes. Das heißt konkret: Drücken Sie es einer Person, gegenüber der es gerade fremdelt, nicht einfach in den Arm. Wenn Sie die Schutzbedürfnisse, die Ihr Kind gerade hat, ignorieren, verstärken Sie seine Angstgefühle eher. Sie sollten es aber auch nicht überbehüten, denn Sie wollen ja, dass es auch ein Vertrauen zu den anderen Personen aufbaut.

Dos – so gehen Sie mit der Situation richtig um

Fremdeln bedeutet aber nicht nur, dass ein Kind Angst vor dem Unbekannten hat. Es ist einfach verunsichert und orientiert sich daher bei seinem Verhalten auch an seinen Eltern, um die Situation besser einschätzen zu können. Gleichzeitig ist es dem Fremden gegenüber auch neugierig und interessiert. Aus der Geborgenheit des elterlichen Schutzes heraus betrachtet und erkundet es das Neue, sodass er die Angst langsam aber stetig ablegt.

Wichtig ist, dass Sie eine Balance finden, wie Sie mit der Person umgehen. Sie sind auch in dieser Situation Vorbild des Kindes und es schaut bei Ihnen ab, wie es sich verhalten soll. Zeigen Sie ihm also, dass keine Gefahr von der anderen Person oder dem Neuen ausgeht. Zudem stärken Sie Ihr Kind, indem Sie ihm Sicherheit und Geborgenheit geben.

Andere aufklären

Doch nicht nur für Ihr Kind ist die Situation besonders, auch die Menschen, gegenüber denen Ihr Kind fremdelt, fühlen sich oft vor den Kopf gestoßen. Daher sollten Sie unbedingt auch den anderen Personen das Verhalten Ihres Kindes erklären: Das Verhalten richtet sich nicht speziell gegen sie. Auch wenn die anderen das Fremdeln eigentlich kennen müssen, ist es noch einmal etwas anderes, wenn man selbst davon betroffen ist. Zeigen Sie auf, dass es etwas Natürliches ist und auch nur eine Phase während der Entwicklung Ihres Kindes, die wieder vergeht.

Weitere Tipps zum Vorgehen

  • Nicht lachen: Fremdeln bedeutet Ihr Kind ist verunsichert und hat Angst. Wenn Sie nun über sein Verhalten lachen, verunsichern Sie es und können dadurch die Eltern-Kind-Bindung stören.
  • Geduld: Fremdeln ist eine Phase, die wieder vorübergeht. Auch wenn es schwerfällt, zeigen Sie Ihrem Kind gegenüber Geduld.
  • Frühe Unterstützung: Sind Sie auf die Hilfe anderer (Babysitter, Großeltern etc.) angewiesen, sollten Sie diese schon sehr früh in den Alltag der Kinder integrieren, sodass auch diese Personen zu wichtigen Bezugspersonen Ihrer Kinder werden.
  • Gemeinsame Interaktion: Fremdelt Ihr Kind einer Person gegenüber, interagieren Sie mit ihr, wenn Ihr Kind in der Nähe ist, sodass es sieht, dass von dem Anderen keine Gefahr ausgeht.
  • Einbindung: Fremdelt Ihr Kind gegenüber einer Person, mit der Sie häufig in Kontakt sind, ist es sinnvoll, diese Person einzubinden, wenn Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes stillen, zum Beispiel beim Füttern, Baden, Windeln wechseln und auch beim Spielen.
  • Positivität: Ihr Kind schaut sich sein Verhalten bei Ihnen ab. Seien Sie daher in der Nähe anderer fröhlich und positiv. Wenn Sie keine Angst haben, hat es auch keine Angst. Gleiches gilt auch, wenn Sie ohne das Kind den Raum verlassen. Dann sieht das Kind, dass es nichts zu befürchten hat.
  • Aufklärung: Verlassen Sie niemals heimlich das Zimmer. Reden Sie mit Ihrem Kind, bevor sie Sie das Zimmer verlassen. Auch wenn es Sie nicht versteht, merkt er durch Ihre Stimmlage, dass nichts Negatives passiert.
  • Übung: Trainieren Sie mit Ihrem Kind das Alleinsein: Verlassen Sie den Raum, kommen Sie kurz danach wieder, bleiben Sie länger weg, dann kehren Sie zurück. Schauen Sie zwischendurch, wie Ihr Kind reagiert.
  • Ermutigung: Letztlich sollten Sie Ihr Kind stärken, Neues zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln. Seien Sie selbst nicht übervorsichtig oder ängstlich, das überträgt sich auf Ihr Kind und am Ende wollen Sie auch, dass Ihr Kind die Welt entdeckt und daran wächst.