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FamilienMomente / 24. Juli 2020

Baby baden: So gelingt der Badespaß

In der Badewanne gibt es viel zu entdecken und spielerisch zu lernen – sauber wird man da ganz nebenbei! Bei uns erhalten Sie Tipps für den ersten Ausflug in die Wanne. Außerdem erfahren Sie, wie der Besuch in der Badewanne zum Hautpflegeerlebnis für die besonders empfindliche Babyhaut wird.

Baby in Badewanne wird von Mutter gewaschen

Das erste Mal

Wann können Babys das erste Mal in die Wanne?

Unmittelbar nach der Geburt sollte Ihr Baby erst einmal nicht gebadet werden, da die Käseschmiere, die es umhüllt, schützende Eigenschaften für die Haut Ihres kleinen Sonnenscheins hat.

Zu Hause sollte das Baby erst dann baden, wenn der Nabelschnurrest abgefallen und der Nabel verheilt ist. Sonst besteht die Gefahr, dass Keime in die Wunde gelangen und Infektionen verursachen. Fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Kinderarzt um Rat, wenn Sie unsicher sind, ob Sie Ihr Baby schon baden können.


Hautbesonderheiten

Babyhaut – empfindlich zart und samtig weich

Wer einmal Babyhaut berührt hat, weiß, dass diese besonders zart und empfindlich ist. Das liegt daran, dass die Haut noch nicht voll entwickelt ist. Die natürliche Hautschutzbarriere Ihres kleinen Sonnenscheins bildet sich erst im Laufe der ersten zwölf Monate aus. Doch was genau heißt das für die Babypflege?

Da Babyhaut circa 30 Prozent dünner ist als bei Erwachsenen, kann sie zwar schneller Feuchtigkeit aufnehmen, trocknet aber gleichzeitig auch schneller aus und ist anfälliger für Keime. Eine regelmäßige Hautpflege, die auf die besonderen Bedürfnisse der Babyhaut abgestimmt ist, ist daher besonders wichtig.

Adäquate Pflege

Da der Blinzelreflex bei Babys noch nicht voll ausgebildet ist, sollten Sie darauf achten, dass die Pflegeprodukte nicht in den Augen brennen. Verwenden Sie einen milden Badezusatz, der speziell auf die Bedürfnisse Ihres Babys angepasst wurde. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass diese Zusätze im Vergleich zum Baden mit klarem Wasser positive Auswirkungen haben. Darüber hinaus reinigen Badezusätze auch fettlösliche Substanzen – hier reicht Wasser allein leider nicht aus.


Häufigkeit

Wie oft geht's in die Wanne?

Wann und wie oft Sie Ihrem kleinen Schatz ein Wohlfühlbad gönnen, bleibt Ihnen überlassen. In den ersten Wochen werden meist zwei bis drei Bäder pro Woche empfohlen. Für die Sauberkeit des Babys reicht es meistens schon aus, wenn Sie regelmäßig das Gesicht, die Hände und den Po mit einem in warmes Wasser getränkten Waschlappen reinigen.

Grundsätzlich gilt: Baden Sie Ihr Baby, wenn es schmutzig geworden ist, zum Beispiel wenn es sich mit Milch bespuckt hat oder einmal in der Windel etwas danebengegangen ist.


Wanne oder Eimer?

Worin das Baby baden – Wanne oder Eimer?

Schon bei der Zusammenstellung der Baby-Erstausstattung fragen sich werdende Eltern, was hier die beste Wahl ist. Aber auch hier gilt wie bei so vielem: Ausprobieren ist die beste Lösung, denn auch beim Baden ist Ihr kleiner Schatz ganz individuell und hat seine eigenen Vorlieben. Nutzen Sie die Bademöglichkeit, bei der sich Ihr Baby und Sie am wohlsten fühlen. Alternativ können Sie auch einen Wäschekorb ohne Löcher zur Babybadewanne umfunktionieren.

Wir stellen Ihnen die Vor- und Nachteile von Wanne und Eimer vor.

Babybadewanne

Vorteile

  • kann länger verwendet werden, da auch ältere Babys hereinpassen
  • leichte Handhabung
  • kann später anderweitig verwendet werden, zum Beispiel als Wäschekorb oder Spielzeugkiste
Nachteile
  • mehr Wasser zum Befüllen benötigt
  • durch die größere Wasseroberfläche kühlt Wasser schneller aus

Badeeimer

Vorteile

  • durch enge Begrenzung nach allen Richtungen ähnliches Gefühl wie in Mamas Bauch
  • Baby kann nicht wegrutschen
  • Wasser bleibt länger warm
  • geringerer Wasserverbrauch
  • platzsparend
Nachteile
  • nicht lange verwendbar, da Babys schnell zu groß dafür werden
  • Handhabung erfordert ein wenig Mut, da das Baby am Kopf festgehalten werden muss; Hebamme zeigt, wie es geht

So geht's

Baby baden: So wird's gemacht

Infografik: Baby baden

Zum Baden brauchen Sie:

  • Babybadewanne oder Babybadeeimer
  • Badethermometer
  • Handtücher und Waschlappen
  • gegebenenfalls milder Badezusatz speziell für Babys
  • gegebenenfalls Badespielzeug, je nach Alter

Bevor es für Ihren kleinen Schatz in die Wanne geht, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden.

Die richtige Temperatur

Heizen Sie das Badezimmer rechtzeitig auf, wenn Sie planen, Ihr Baby zu baden. Halten Sie Fenster und Türen verschlossen, sodass Ihr Baby in der Wanne keine Zugluft abbekommt. Die Raumtemperatur sollte nicht unter 22 Grad fallen. Optimal ist eine Badewasser-Temperatur von 37 bis 38 Grad – so wird es Ihrem kleinen Schatz in der Wanne weder zu warm noch zu kalt. Mit speziellen Badethermometern können Sie die Wassertemperatur überwachen.

Sauber in die Wanne

Reinigen Sie den Windelbereich Ihres kleinen Schatzes, bevor er in die Wanne geht. So gelangen keine Fäkalreste ins Wasser. Viele Babys mögen es nicht, wenn Wasser in ihr Gesicht kommt – in diesem Fall empfiehlt es sich, das Gesicht vorab mit einem Waschlappen zu reinigen.

Haltung bewahren

Die Grundhaltetechnik für Babys in der Wanne ist ein Arm unter dem Kopf beziehungsweise Schulterbereich und oberen Rücken. Die andere Hand hält den Po Ihres kleinen Schatzes. Tauchen Sie zuerst die Füße Ihres Babys ins Wasser, sodass es sich zunächst an das warme Nass gewöhnen kann, und achten Sie darauf, dass der Kopf Ihres Kindes über Wasser bleibt.

Manche Kinder mögen es auch, in Bauchlage zu baden. Wenn Ihr Baby etwas wasserscheu ist, versuchen Sie, es zu beruhigen. Das gelingt am besten, indem Sie das Baby anlächeln, ihm gut zureden oder zum Beispiel etwas vorsingen.

Tipp von Hebamme Judith: Am besten achtet man auch darauf, dass das Baby beim Setzen in die Wanne mit den Füßen den Rand der Wanne berührt, damit es eine Begrenzung spürt. Zudem ist es empfehlenswert, ein Mulltuch mit in die Wanne zu geben, mit dem man das Baby zudecken kann. So fühlen sich die meisten Kinder wohler und kühlen auch nicht so schnell aus.

Das erste Babybad ist für viele Eltern etwas ganz Besonderes. Ihr Hebamme ist gern dabei und zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Baby richtig halten und welche Vorbereitungen Sie am besten vorab treffen sollten.
 
  Hebamme Judith Fuchs

Von oben nach unten

Waschen Sie Ihr Baby von oben nach unten. Fangen Sie also beim Kopf an. Dann kommt das Gesicht, der Hals, der Oberkörper, Arme und Hände. Anschließend die Beine und Füße und am Ende erst den Intimbereich und den Po.

Baby beaufsichtigen

Gerade am Anfang macht es Sinn, das Baby zu zweit zu baden, da es unter Umständen etwas Übung braucht, bis die Abläufe sitzen. Lassen Sie Ihr Kind auf keinen Fall unbeaufsichtigt in der Wanne, auch wenn Sie nur kurz im Nebenraum ein Handtuch holen – nehmen Sie es in diesem Fall lieber kurz aus der Wanne und tragen es mit sich.

Mama wickelt Baby in Kapuzenhandtuch ein

Wie lange baden?

In den ersten Lebensmonaten dauert das Babybad circa 5 bis 10 Minuten. Eine Faustregel besagt, dass das Bad pro Lebensmonat um 5 Minuten verlängert werden kann. Zudem kann es hilfreich sein, das Handtuch vorzuwärmen, sodass Ihr Baby es nach dem Baden schön warm hat.

Richtig abtrocknen

Verwenden Sie zum Abtrocknen Ihres kleinen Schatzes ein großes Handtuch. Es gibt hier auch tolle Modelle mit Kapuze. Heben Sie das Baby vorsichtig aus der Wanne. Schütteln Sie es keinesfalls ab oder lassen es abtropfen, sondern nehmen Sie es direkt klitschnass aus dem Wasser. Hüllen es in das Handtuch und tupfen es vorsichtig trocken. Es kann auch hilfreich sein, das Baby gleich im Handtuch aus der Wanne zu heben, so rutscht es nicht weg.

Die empfindliche Babyhaut mag kein kräftiges „trocken frottieren“. Achten Sie auch darauf, alle Hautfalten zu trocknen.


Spielzeug

Spielsachen für die Badewanne

Für ein richtiges Badeerlebnis darf auch das passende Spielzeug für Ihren kleinen Schatz nicht fehlen. Vor allem, wenn die Kinder älter sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Becher und andere Behälter, die mit Wasser befüllt und ausgegossen werden können, aber auch Schiffe, Quietscheentchen oder bunte Tiere, die nicht untergehen können, sorgen für eine Extraportion Spaß in der heimischen Wanne.

Auch lustige Waschhandschuhe, die verschiedene Tiere oder lustige Figuren darstellen, sind gern gesehene Gäste beim Baden – und machen noch dazu sauber. Einfaches Badespielzeug oder bunte Becher aus dem Küchenschrank faszinieren Ihr Kind und lassen sich immer neu entdecken. Das macht nicht nur Spaß, sondern das Spielen in der Badewanne fördert auch die Motorik und Kreativität.


Wellnessprogramm

Eincremen und Massieren danach

Nach dem Baden hat sich Ihr kleiner Schatz ein bisschen Wellness verdient. Das Eincremen nach dem Bad vermittelt Ihrem Baby Geborgenheit und stärkt darüber hinaus die frühkindliche Bindung. Natürlich gibt eine Creme der Babyhaut zudem die Feuchtigkeit zurück, die sie benötigt und verbessert wissenschaftlichen Studien zufolge darüber hinaus auch die Barrierefunktion der Haut.

Tragen Sie die Produkte beim Eincremen nur sehr dünn auf, damit sie sich nicht in den Hautfalten Ihres kleinen Sonnenscheins ansammeln können. Je nach Wetter und Temperatur empfiehlt es sich, Produkte mit einem höheren oder niedrigeren Fett- oder Wasseranteil zu verwenden.

Viele Babypflegelinien namhafter Hersteller sind speziell auf die unterschiedlichen Hauttypen verschiedener Babys zugeschnitten, so gibt es Linien für normale, empfindliche oder trockene Haut. Beobachten Sie Ihr Baby und schauen Sie, welches Produkt es am besten verträgt.

Massage rundet Verwöhnprogramm ab

Nach dem Bad ist auch ein guter Zeitpunkt für eine wohltuende Babymassage. Nach dem Erlebnis in der Badewanne sind die Kleinen meist sehr müde und hungrig – so ein Bad kann ganz schön aufregend sein! Der perfekte Moment zum Stillen Ihres kleinen Schatzes.


Baby mag nicht baden

„Hilfe, mein Baby mag kein Wasser“

Es gibt viele Gründe, wieso Ihr kleiner Schatz ungern baden geht. Dazu gehören zum Beispiel die Wasserhöhe in der Badewanne oder die Position des Babys in der Wanne. Manche Kinder mögen es lieber, wenn Sie die „Bodenhaftung“ beibehalten, also ihr Po auf dem Wannenboden aufliegt. Auch eine zu geräumige Badewanne macht vielen Babys Angst. Babys mögen es in der Regel eher eng, da sie den begrenzten Platz vom Mutterleib gewohnt sind. Hier kann ein Badeeimer sinnvoll sein.

Es ist auch möglich, dass sich das Baby einfach nur langweilt und deshalb zu weinen anfängt. Neben den weiter oben genannten Spielmöglichkeiten können Sie dem Baby auch das Thermometer zum Spielen geben oder einen eigenen Waschlappen, mit dem es sich in der Wanne beschäftigen kann.

Entspannte Atmosphäre wichtig

Achten Sie außerdem darauf, dass Sie selbst entspannt sind, wenn Sie Ihr Baby baden. Ausreichend Zeit und eine stressfreie Atmosphäre sind sehr wichtig für das Baderitual. Babys sind sehr sensibel: Schlechte Stimmung und Zeitdruck überträgt sich leicht auf Ihren kleinen Sonnenschein und das Baby wird verunsichert. Auch ein hungriges Baby möchte nur ungern gebadet werden! Achten Sie darauf, dass Ihr Baby satt ist, bevor Sie es baden.

Falls Ihr Baby beim ersten Baden weinen sollte, heißt das nicht, dass es Baden prinzipiell nicht mag. Vielleicht war es heute einfach nicht in Badelaune – probieren Sie es in ein paar Tagen einfach wieder. Hebamme Judith Fuchs

Spezialtipps

Hilfreiche Tipps für das Babybad

Viele ältere Kinder nehmen gern eine Puppe oder ein Badetier mit in die Wanne. Das können sie dann genauso waschen, wie Mama oder Papa es bei ihnen tut. Positiver Nebeneffekt für Sie: Das manchmal auch zu viel geliebte Kuscheltier, das sonst überall dabei ist, wird ohne größere Überredungskunst gleich mit gewaschen.

Ein Highlight für die Kleinen ist es aber, zusammen mit Mama oder Papa in die große Badewanne zu hüpfen. So fühlen sich auch wasserscheue Landratten direkt sicherer. Ihr Baby wird diesen besonders nahen Moment im warmen Nass mit Ihnen lieben!

Wir wünschen Ihnen und Ihrer kleinen Wasserratte viel Spaß beim Planschen!