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Kolumne „Die Besseresserin” / 30. Dezember 2018

Den inneren Schweinehund überwinden – bewusst ins neue Jahr

Neues Jahr, neues Glück: Im Januar ist bei vielen Menschen die Liste der guten Vorsätze lang. Doch oft dauert es nur ein paar Wochen, bis die Zügel wieder lockerer gelassen werden. Dr. Alexa Iwan gibt in ihrer Kaufland-Kolumne „Die Besseresserin” Tipps, wie sich bewusste Ernährung langfristig in den Alltag integrieren lässt.

Dr. Alexa Iwan

Bewusste Ernährung ist gar nicht so kompliziert

Na, wie sieht es bei Ihnen aus – haben Sie auch die ein oder anderen Neujahrsvorsätze gefasst? Eine bewusste Ernährung, mehr Sport machen, abnehmen, mit dem Rauchen aufhören: So sehen die beliebtesten Neujahrsvorsätze aus. Und was haben sie alle gemein? Genau – in drei bis vier Wochen ist meist nicht mehr viel davon übrig und wir sind im alten Trott. Der innere Schweinehund war mal wieder stärker.

Ich möchte Ihnen hier ein paar Tipps an die Hand geben, mit denen Sie Ihre Erfolgschancen steigern und Ihren inneren Schweinehund ausbremsen. Denn eins ist klar: Gesünder und ausgewogener leben zu wollen, ist ein klasse Vorsatz!

Warum scheitern Neujahrsvorsätze?

In der Regel sind die Vorhaben viel zu groß und das Ziel unkonkret formuliert. Ein frommer Wunsch reicht für die erfolgreiche Durchführung eines Neujahrsvorsatzes leider nicht aus. Was es braucht, ist ein klares und realistisches Ziel sowie die Planung einzelner kleiner Schritte dorthin. Wenn Sie also 2019 anfangen möchten, bewusster zu essen, dann überlegen Sie sich: Was heißt das genau?

Ihr konkretes Ziel könnte zum Beispiel lauten:

  • Ich möchte mehr Obst und Gemüse essen, um meine Vitaminaufnahme zu steigern.

Konkrete Schritte dorthin wären beispielsweise:

  • Ich trinke fünf Mal in der Woche einen frischen Obst- oder Gemüsesmoothie.
  • Ich esse jeden Tag zwei Stücke Obst.
  • Ich esse zu jeder Hauptmahlzeit eine Portion Gemüse oder Salat.
  • Ich tausche die Süßigkeiten am Nachmittag gegen Obst.

Ich starte jeden Tag mit einem frisch gepressten Orangensaft.Suchen Sie sich einfach aus, welchen Schritt Sie am ehesten gehen können. Auf diese Weise wissen Sie genau, was Sie tun müssen beziehungsweise möchten. Auch wenn Ihnen die Umsetzung vielleicht nicht jeden Tag gelingt, so werden Sie es dennoch an wahrscheinlich fünf von sieben Wochentagen schaffen. Und das dürfen Sie getrost als Erfolg werten und können Sie auch langfristig durchhalten.

Wer ist eigentlich dieser innere Schweinehund?

Trotz bester Planung und festem Willen kommt uns manchmal der innere Schweinehund dazwischen. Schwups, ist der Keks im Mund, noch bevor das Gehirn mit dem Denken überhaupt angefangen hat. Das ist nur allzu menschlich. Denn unser Gehirn kann zwar wie ein Computer verschiedene Situationen analysieren, aber anders als beim Computer funken bei uns Menschen ständig Emotionen dazwischen. Diese stammen aus einer Gehirnregion, die sich „limbisches System“ nennt – und genau dort wohnt Ihr innerer Schweinehund.

Das limbische System ist entwicklungsgeschichtlich schon sehr alt. Es denkt und analysiert nicht, es reagiert. Und zwar mit Furcht, Ärger, Lust, Appetit, Freude, Ekel, Trauer und ähnlichen Emotionen. Blitzschnell und ohne, dass Sie irgendeinen Einfluss darauf haben. Nun hat das limbische System im Laufe der Jahrtausende gelernt, dass Süßes lecker ist und unser Überleben sichert. Also: Her mit dem Keks! Und erst, wenn Sie schon kauen, fängt Ihre Großhirnrinde an, zu analysieren: Kekse sind ungesund, von Keksen wird man dick, ich sollte diesen Keks nicht essen. Tja, Pech gehabt. Denn Ihre limbische Reaktion war deutlich schneller.

Auf dem Weg zu einer bewussten Ernährung müssen Sie deshalb Ihr limbisches System überlisten. Denn mit Ihrem analytischen Großhirn werden Sie Dinge planen, die gegen den limbischen Urinstink anlaufen, der da lautet: essen, faul sein, nicht zu viel Energie verpulvern.

Meine Tipps, um den inneren Schweinehund in Zaum zu halten:

  • Benutzen Sie keine Süßigkeiten als Deko. Was das limbische System nicht sieht, ist ihm egal.
  • Streichen Sie nicht alle Süßigkeiten auf einmal von Ihrem Speiseplan, sondern gewöhnen Sie sich und Ihr limbisches System langsam an weniger Süße im Essen. Dadurch sinkt der Heißhunger auf Süßes und der Reflex, nach jedem Keks greifen zu wollen, wird kleiner.
  • Nehmen Sie bei richtig ungesunden Speisen kleinere Teller.
  • Wählen Sie am Buffet betont langsam aus. Ein Buffet stellt eine Maximalherausforderung für das limbische System dar. Versuchen Sie Ihre Reflexe zu bremsen, indem Sie erst einmal ohne Teller schauen gehen, was es alles Schönes gibt. Erst beim zweiten Gang den Teller befüllen. 
  • Wählen Sie Speisen, die intensiv riechen. Das limbische System lässt sich gut über Gerüche befriedigen. Manchmal muss man das Puddingteilchen gar nicht mehr essen, wenn man lange genug daran gerochen hat.
  • Gehen Sie nur mit Einkaufszettel einkaufen, so dass Sie kein Zeugs kaufen, das zwar lecker aussieht, Sie aber gar nicht brauchen.
  • Versuchen Sie herauszufinden, in welchen Situationen Sie besonders verführbar sind und ändern Sie möglicherweise Ihr Verhalten im Vorfeld. Zum Beispiel: Nehmen Sie kein Geld mit, wenn Sie nur einen Brief einwerfen möchten, auf dem Weg zum Briefkasten aber beim Bäcker vorbeikommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihren diesjährigen Vorsätzen und einen guten Start ins Jahr 2019!

 

Herzlichst,

Dr. Alexa Iwan