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Einkaufslexikon / 23. Juli 2020

Biologischer Anbau: Das macht den Unterschied aus

Im Supermarkt lauert die ein oder andere unverständliche Vokabel. Unser „Einkaufslexikon” klärt fremde Begriffe und sorgt so für mehr Durchblick beim Einkaufen. Dieses Mal: der Unterschied zwischen kontrolliert biologischem Anbau und konventionellem Anbau.

Landwirt im Salatfeld
© fotografixx / E+ / Getty Images

Was bedeutet biologischer Anbau?

Das gibt's vom Anbau bis zum fertigen Produkt zu beachten

EU-Bio-Siegel

Damit Lebensmittel die Abkürzung „kBA“ für „kontrolliert biologischer Anbau“ tragen dürfen, müssen sie einige Bedingungen erfüllen. Für die Produzenten geht das mit einem deutlich höheren Aufwand einher, als es etwa der konventionelle Anbau verlangt. So verzichten sie insbesondere auf:

  • mineralische Kunstdünger,
  • chemische Pestizide für Pflanzen,
  • Gentechnik, aber auch auf
  • Wachstumsregulatoren und andere Mastmittel für Nutztiere.

Das gibt's bei der Weiterverarbeitung zu beachten

Bei der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln dürfen die Hersteller keine künstlichen Farbstoffe oder Geschmacksverstärker einsetzen. Felder düngen sie nur mit Mulch, Jauche oder Gründünger. Wichtig ist auch die biologische Schädlingsbekämpfung, zum Beispiel durch bestimmte Insekten, die Pflanzenschädlinge fressen. Das Ziel ist es, schadstofffreie und geschmacksstarke Produkte herzustellen und die Böden dafür nicht auszulaugen. In der Europäischen Union gilt für die biologische beziehungsweise ökologische Produktion die Verordnung Nr. 834/2007. Sie legt fest, wie Lebensmittel und andere Erzeugnisse herzustellen sind, um als Öko-Produkte das EU-Siegel zu erhalten.


Unterschied zum konventionellen Anbau

Konventioneller Anbau vs. biologischer Anbau

Infografik: Unterschiede konventionelle und ökologische Landwirtschaft

Die konventionelle Landwirtschaft hat ihren Ursprung in der Mitte des 19.Jahrhunderts. Bis heute kommen dabei eher traditionelle Verfahren für Ackerbau und Viehzucht zum Einsatz. Konventionelle Landwirtschaft ist in Deutschland weit verbreitet. Anders als im Öko-Landbau dürfen die Bauern dabei Dünge- und Pflanzenschutzmittel verwenden. Für die Umweltverträglichkeit der Produktion gelten jedoch ebenfalls gesetzliche Vorschriften, zum Beispiel das seit 2009 geltende Düngegesetz. Moderne Technik und neues Wissen haben außerdem dazu geführt, dass die Eingriffe in die Umwelt auch im konventionellen Anbau stetig weniger werden. Die so genannte integrierte Produktion, also eine naturnahe und tierfreundliche Landwirtschaft, findet seit den 1980er-Jahren auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Im Alten Land bei Hamburg wird sie beispielsweise im Obstanbau angewandt.


Vorteile

Die Vorteile von biologischem Anbau

Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt stetig an. Bei uns sind mittlerweile mehr als 1.800 Bio-Produkte Teil des Sortiments. Aber warum wünschen sich die Kunden immer mehr Lebensmittel aus kontrolliert biologischer Erzeugung? Ein Blick auf die Vorteile des biologischen Anbaus liefert Begründungen:

Weniger Zusatzstoffe: In der konventionellen Landwirtschaft sind bis zu 300 Zusatzstoffe für die Herstellung von Produkten zugelassen. Bei Bio-Produkten dürfen signifikant weniger Zusatzstoffe zum Einsatz kommen.

Kein Einsatz von chemischen Pestiziden, Kunstdüngern und Gentechnik: Pestizide schützen Pflanzen etwa vor dem Befall von Pilzen oder Insekten. Produzenten versprechen sich davon eine ertragreichere Ernte und damit eine verbesserte Wirtschaftsweise. Doch chemische Pflanzenschutzmittel können einen negativen Einfluss auf die biologische Vielfalt nehmen, indem sie beispielsweise das Nahrungsangebot wild lebender Tiere einschränken. Außerdem können sich Pestizide im Boden ablagern. Bio-Landwirte dürfen Pestizide dieser Art nicht verwenden. Ein weiterer Vorteil von Bio-Produkten ist der Verzicht auf Gentechnik. Gentechnisch veränderte Pflanzen können die Artenvielfalt bedrohen, was sich negativ auf die Insektenpopulation auswirken kann.

Besonders nachhaltiger Anbau: Der Verzicht auf sämtliche chemische Mittel schützt den Boden, auf denen die Produzenten ihre Lebensmittel anbauen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf das Grundwasser aus, sondern auch auf die Artenvielfalt. Ebenso ist die Klimabilanz der nachhaltigen Landwirtschaft im Vergleich zur konventionellen Variante besser. Denn sie ist ressourcenschonender, was zu einem deutlich geringeren CO2-Ausstoß führt.

Tierwohl: Auch was das Tierwohl angeht, punktet die biologische Landwirtschaft mit einigen Vorteilen. Denn die artgerechte Haltung der Tiere steht hier im Vordergrund. Die Ställe sind größer und es gibt die Möglichkeit, sich Freien aufzuhalten. Außerdem bieten die Bio-Bauern ihren Tieren Beschäftigungsmaterial an, das artgerechtes Verhalten fördert. Auch beim Futter wird großen Wert auf Qualität gelegt: Entweder stammt es vom eigenen Feld oder es entspricht zumindest den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung für Futtermittel. Erfahren Sie mehr unter kaufland.de/tierwohl


Geschichte des Bio-Landbaus

Die Vorreiter

Das Wort „Bio” ist eigentlich eine Abkürzung für „biologisch-dynamisch“ und geht zurück auf die vom Demeter-Verband in den 1920er-Jahren entwickelte gleichnamige Landwirtschaftsmethode. Sie basiert auf einer Vortragsreihe über Landwirtschaft, die der Anthroposoph Rudolf Steiner gehalten hat. Auslöser für diese Entwicklung war das damalige Aufkommen der landwirtschaftlichen Massenproduktion, die durch die Verwendung von Kunstdünger möglich geworden war. Auf Initiative von Landwirten, die einen Geschmacksverlust der Erzeugnisse bei Kunstdüngereinsatz befürchteten, entwickelte Steiner ein System, bei dem auf Kunstdünger verzichtet wird.

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Der Weg bis heute

Lange Zeit bewirtschafteten aber nur wenige Landwirte ihre Felder auf diese Weise. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Fokus auf möglichst hohen Ernteerträgen. Denn die Menschen wollten endlich wieder genug zu essen haben. In den 1970er-Jahren aber kam es zu einer Wende. Viele Menschen achteten stärker als zuvor auf die Umwelt und wünschten sich Produkte aus einer umweltfreundlicheren Produktion. Anbauverbände wie Demeter und Bioland stellten im Zuge dieser Entwicklung Richtlinien auf, die Grundsätzliches zur Bewirtschaftung des Bodens oder zur Tierhaltung festlegten. Seit Ende der 1980er-Jahre fördert die EU den Öko-Landbau und 1991 entstand die erste EU-Öko-Verordnung. Diese regelt seitdem, was ein Bio-Produkt erfüllen muss. 1999 nahm man außerdem Standards zur Tierhaltung in die Verordnung mit auf. 2001 wurde das deutsche staatliche Bio-Siegel eingeführt, ein EU-weit verbindliches Bio-Siegel gibt es seit 2010.


Anforderungen an Bio-Produkte

Allgemeine Anforderungen für die Kennzeichnung von Bio-Produkten

Damit ein Lebensmittel ein Bio-Siegel tragen darf, muss es gemäß der Vorschriften der EU-Öko-Verordnung erzeugt und gekennzeichnet werden. Folgendes muss auf der Verpackung erkenntlich sein:

  • EU-Bio-Logo: Das Logo muss eine Größe von mindestens neun Millimetern (Höhe) mal 13,5 Millimetern (Breite) haben. Davon ausgenommen sind sehr kleine Verpackungen. Für die Farbe des Logos ist ein bestimmter Grünton vorgeschrieben. Hebt sich das Logo nicht vom Hintergrund ab, kommen Konturlinien zum Einsatz.
  • Codenummer der Kontrollstelle: Die Codenummer der Kontrollstelle kennzeichnet, wer das Unternehmen kontrolliert, das den letzten Erzeugungs- oder Aufbereitungsschritt übernommen hat.
  • Herkunftsangabe: Die Herkunftsangabe gibt Aufschluss darüber, woher die Rohstoffe, aus denen das Produkt hergestellt worden ist, stammen. Zum Beispiel: „EU-Landwirtschaft“, „Nicht-EU-Landwirtschaft“ oder „Deutsche Landwirtschaft“.
  • Zutatenverzeichnis: Das Verzeichnis der Zutaten stellt transparent dar, welche Zutaten ökologischen-landwirtschaftlichen Ursprungs sind. Das erfolgt beispielsweise über die Verwendung eines zutatenbezogenen Bio-Hinweises (Bio-Eier, Bio-Milch) oder die Kennzeichnung mit einem Sternchen (Eier*; *aus ökologischer Landwirtschaft). Stammen alle Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft, ist der pauschale Hinweis „Alle Zutaten stammen aus ökologischer Landwirtschaft“ erlaubt.
  • Produzentenanschrift: Die Anschrift des Produzenten liefert weitere Informationen über die Herkunft des Produkts. Dort ist nicht nur der Herkunftsort vermerkt, sondern die gesamte Adresse.

Kriterien und Kontrollen

Sicherstellung der Bio-Qualität

Damit ein Produkt das Bio-Siegel tragen darf, muss es einige Kriterien erfüllen:

  • Alle Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs, die bei der Herstellung des Produkts zum Einsatz kommen, müssen aus dem ökologischen Landbau stammen. Ein Anteil von bis zu fünf Prozent der Zutaten darf nicht-ökologisch sein. Dafür gelten jedoch besonders strenge Regeln: Sie dürfen nur Verwendung finden, wenn sie nicht in ökologischer Qualität verfügbar sind.
  • Die Erzeuger sowie die Verarbeitungs- und Importunternehmen müssen den Anforderungen der Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau entsprechen und sich den vorgeschriebenen Kontrollen unterziehen.
  • Bei der Kennzeichnung der Produkte ist die Angabe der Codenummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle Pflicht.

Mindestens einmal im Jahr wird kontrolliert

Teil dieser Kriterien ist also die regelmäßige Kontrolle durch unabhängige Dritte. Alle Produzenten von Öko- beziehungsweise Bio-Produkten müssen sich bei einer zugelassenen Kontrollstelle anmelden. Sie müssen regelmäßig unter Beweis stellen, dass sie ökologisch wirtschaften und damit den Anforderungen des Bio-Siegels gerecht werden. Um eine einwandfreie Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten, dürfen die Produzenten keine konventionellen Rohstoffe mit Bio-Waren vermischen. Bei einer ersten Prüfung stellt der Kontrolleur grundsätzlich fest, ob sich der Betrieb für die Herstellung von Bio-Produkten grundsätzlich eignet. Nachfolgend erfolgen mindestens einmal im Jahr Kontrollen – teils auch unangemeldet.


Biologischer Anbau am Beispiel einer Tomate

Vom Anbau über die Ernte bis hin zum Transport

Tomaten sind ein beliebtes Bio-Produkt. Dem Bundeszentrum für Ernährung zufolge werden in Deutschland auf knapp 400 Hektar Tomaten angebaut und über 100.000 Tonnen geerntet. Etwa ein Sechstel dieser Fläche wird ökologisch bewirtschaftet. Bio-Tomaten machen etwa ein Zehntel der gesamten Erntemenge aus. Der Vorteil von Bio-Tomaten ist der Geschmack. Dieser ist besonders aromatisch. Wie aber ist der Weg der Bio-Tomate vom Anbau bis in den Supermarkt?

Anbau

Tomaten lieben es warm. Deswegen kommen die meisten aus dem Mittelmeerraum. Bei ihrer Ankunft in deutschen Supermärkten haben sie also schon eine lange Strecke zurückgelegt. Der Anbau in Spanien verbraucht viel Wasser, außerdem kommen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Der ganzjährige Tomatenanbau ist in Deutschland nur in beheizten Gewächshäusern möglich. Die Erzeugnisse müssen dabei zwar keinen langen Weg zurück legen, klimafreundlicher sind sie dennoch nicht. Denn das permanente Heizen verbraucht Energie. Bio-Tomaten werden in der Regel im Folien- oder  Gewächshaus saisonal angebaut. Viele Produzenten verzichten auf das Beheizen. Außerdem kommen keine chemischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz und der Weg in den Supermarkt ist kurz.

Ernte

Der Erntezeitpunkt von in Deutschland angebauten Bio-Tomaten ist dann, wenn sie rot sind. Bei der Ernte in Spanien haben die Tomaten meist noch eine grünliche Färbung, weil sie während des Transports nachreifen. Die Produzenten hierzulande ernten ihre Tomaten zwei bis drei Mal in der Woche – immer dann, wenn die perfekte Farbe erreicht ist. 

Verpackung und Transport

Die geernteten Tomaten landen direkt in einer Kiste. Dabei ist zu beachten, dass sie höchstens in drei Lagen gepackt werden. Sonst entstehen Druckstellen. So verpackt gelangen sie anschließend in den Supermarkt.


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