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Kulinarisch Unterwegs / 19. Januar 2017

Von Afrika bis zur Türkei: Tee-Bräuche weltweit

Während Tee in einigen Teilen der Welt gar nicht süß genug sein kann, mögen es andere eher würzig und wohltuend. Auch hierzulande finden sich ganz besondere Tee-Bräuche. Welche das sind und wie man in anderen Ländern den Tee am liebsten trinkt, lest ihr hier.

Von Afrika bis zur Türkei: Tee-Bräuche weltweit
© GreenArt Photography - Fotolia

Tee-Bräuche in Afrika: Rooibostee

Für viele Tee-Kenner ist der Rooibostee eigentlich kein Tee: Statt aus einer Teepflanze wird das von Natur aus fruchtig-süße Getränk aus dem Rotbusch gewonnen, einem Strauch, der dem Ginster ähnelt. Die Khoikhoi, Ureinwohner des Westkap in Südafrika, waren vor hunderten Jahren wohl die ersten, die einen Rooibostee zubereiteten. Dazu zerhackten sie den Rooibos mit Äxten, zerkleinerten ihn mit Hämmern und Steinern, fermentierten die Pflanzenteile und ließen sie dann an der Sonne trocknen. So wird der Tee noch heute produziert – mittlerweile natürlich im großen Stil. Ein russischer Immigrant begann 1904, das südafrikanische Nationalgetränk zu exportieren und damit weltweit bekannt zu machen.

Tee-Bräuche in Deutschland: Ostfriesentee

Angeblich trinken die Ostfriesen so viel Tee wie niemand sonst auf der Welt. Zumindest im innerdeutschen Vergleich kann keiner den Norddeutschen das (Tee-)Wasser reichen. Obwohl die Ostfriesen ihren kräftigen Schwarztee, eine Mischung aus verschiedenen Assam-Sorten, zu jeder Uhrzeit genießen, findet die traditionelle „Teetied“ am Nachmittag statt. Dann kommen statt Kaffeegedeck die meist weiß-blauen, mit Blumen verzierten Teetassen aus feinem Porzellan auf den Tisch. Zur Teezeit gehören neben dem Ostfriesentee unbedingt Kandis und Sahne. Gießt ihr den sorgfältig aufgebrühten Tee auf die Kluntjes, wie der Kandis genannt wird, knistern die Zuckerstücke leise. Ein Klecks Sahne rundet nicht nur den Geschmack ab, sondern ist auch ein Hingucker bei der Teezeremonie. Lasst ihr den Löffel nach dem Trinkgenuss in der Tasse, signalisiert ihr: Ich habe genug. Drei Tassen sind in Ostfriesland jedoch Minimum – alles andere gilt als unhöflich.

Tee-Bräuche in England: Fünf-Uhr-Tee

Auch die Briten können rund um die Uhr Tee trinken. Am bekanntesten ist aber wohl der Fünf-Uhr-Tee. Natürlich inklusive der berühmten Sorte Earl Grey, benannt nach einem britischen Grafen. Ein Schluck Milch mildert den kräftigen Geschmack ab. Gebäck darf ebenfalls nicht fehlen, etwa Shortbread oder Scones. Weil die Steuern auf Tee früher sehr hoch waren, war die Tea Time vor Beginn des 19. Jahrhunderts lediglich den wohlhabenden Bürgern Großbritanniens vorbehalten.

Tee-Bräuche in Indien: Masala Chai

Ein Chai-Latte gehört mittlerweile zum Standard-Angebot in Café-Bars. Kein Wunder: Masala Chai (indisch für Gewürztee) bietet ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis. Der Tee besteht aus kräftigem Assam, verfeinert mit zahlreichen Gewürzen wie Kardamom, Nelken, Fenchelsamen, Anis, Ingwer und Zimt. Zusammen mit aufgeschäumter Milch und Honig ergibt sich ein herrliches Zusammenspiel aus süßen und schärferen Aromen.

Tee-Bräuche in Japan: Grüner Matcha

Wehe dem, der einfach Wasser auf das jadegrüne Matcha-Pulver kippt! Matcha ist der Inbegriff der Teezeremonie. In alter Geisha-Tradition solltet ihr das Pulver mit einem Bambusbesen, dem Chasen, schaumig aufschlagen und dann aus der Schale genießen. So entfalten sich das sanfte Aroma sowie die leistungs- und konzentrationsfördernden Eigenschaften am besten. Weil die Japaner ihr feines Pulver, das ausschließlich aus den wertvollsten Teilen der getrockneten Grünteeblätter besteht, selbst so sehr schätzen, exportieren sie nur einen Bruchteil davon in andere Länder exportiert.

Tee-Bräuche in Marokko: Frischer Minztee

Die Marokkaner lieben ihren Pfefferminztee. Den brühen sie mit Blättern der frischen Minze Nana auf und füllen ihn aus großer Höhe und einer silbernen Kanne in kleine bunte Gläser. Den Tee süßen die Marokkaner dann mit reichlich Zucker nach. Einerseits, um den leicht bitteren Geschmack der Minze abzumildern. Andererseits, weil Zuckerkristalle dort als Statussymbol gelten. Das Nationalgetränk der Marokkaner wirkt erfrischend, stimuliert Körper und Geist.

Tee-Bräuche in Russland: Samowar

Wer in Russland einen Tee trinken will, muss nicht in die Küche gehen. In vielen Haushalten steht dafür an einem beliebigen Ort in der Wohnung ein Samowar bereit. Die Teemaschine, deren Name so viel wie „Selbstkocher“ bedeutet, bereitet einen starken schwarzen Tee auf ganz besondere Weise zu. Während der metallene Samowar früher mit glühender Kohle gefüllt war, sorgt heute im unteren Teil eine elektrische Heizspirale für die nötige Hitze. Darauf befindet sich ein großer Kessel mit Wasser, im zweiten Kessel darüber ein Teekonzentrat. Nach Belieben gießt ihr euch dann zunächst etwas von dem konzentrierten Tee ein und zapft dann heißes Wasser vom Samowar bis die Tasse voll ist.

Tee-Bräuche in der Türkei: Fruchtiger Apfeltee

In der Türkei ist der Apfeltee ein Zeichen von Gastfreundschaft. Zu jeder Gelegenheit kommt man für ein kleines Glas zusammen. Dem fruchtigen Tee wird ein hoher Vitamin-C-Gehalt nachgesagt. Die Türken mögen ihren Tee sehr süß und sparen nicht an Zucker oder Honig. Anders als grüner oder schwarzer Tee besteht der türkische Apfeltee nicht aus getrockneten Blättern, sondern aus getrockneten Apfelstückchen oder Instant-Granulat.