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Kulinarisch Unterwegs / 14. August 2016

Der Siegeszug des Caipirinha

Caipirinha – schon der Name verheißt Sonne, Samba und süße Verführung. Denken zumindest wir Europäer. Tatsächlich ist der Ursprung des weltweit bekannten Cocktails auf Basis von Zuckerrohrschnaps (Cachaça) deutlich weniger malerisch als man denken könnte.

Der Siegeszug des Caipirinha
© HandmadePictures - Fotolia

Das „kleine Hinterwäldler-Mädchen“


So ganz genau weiß heute niemand mehr, warum das Getränk Caipirinha heißt. Der Name geht auf das portugiesische caipara zurück, was abwertend mit „Landbewohner“ und auch „Hinterwäldler“ übersetzt werden kann. Die weibliche Verkleinerung Caipirinha bedeutet also „kleines Hinterwäldler-Mädchen“. Tatsächlich war der Zuckerrohrschnaps Cachaça zunächst bei wohlhabenden Landwirten beliebt und setzte sich erst später in den Städten durch.

Der Ur-Caipirinha sollte nicht nur Genuss verschaffen, sondern zudem Leiden lindern. Im Jahr 1918 schenkte ein portugiesischer Barkeeper in São Paulo seinen Gästen diesen Drink ein – als Schutz vor einem grassierenden Grippevirus. Der Erfolg war durchschlagend. Oder zumindest schmeckte das Getränk den Kranken so gut, dass sie ihre Krankheit kurzzeitig vergessen und sich dem köstlichen Zuckerrohrgemisch hingeben konnten. Rasch hatte sich der Caipirinha als Hausmittel gegen jegliche Art von körperlichen und seelischen Beschwerden etabliert und wurde zum Lieblingsgetränk der Oberschicht. Erst recht, als das Getränk auf Partys auftauchte, die der Schriftsteller Oswald de Andrade (1890 – 1954) zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Künstlerin Tarsila do Amaral (1886 – 1973), für Brasiliens intellektuelle Elite ausrichtete. Kurz danach fand der Caipirinha auch seinen Weg nach Europa, wo er aber erst in den vergangenen Jahrzehnten zum echten Cocktail-Hit auf Partys und in Bars wurde.

Faustregel beim Caipirinha: Viel von allem!


Ein Caipirinha ist relativ einfach zu mischen. Es gilt die Faustregel: Man nehme viel von allem! Ein echter Caipirinha muss nämlich ordentlich stark sein. Übrigens: Die Brasilianer verwenden für ihr Nationalgetränk keinen braunen Zucker, wie wir es oft tun, sondern feinen weißen Zucker. Auch schwimmen im brasilianischen Caipi-Glas oft Eiswürfel, während wir hierzulande meist mit Crushed Ice arbeiten.

Für einen Caipi benötigen wir eine Limette, zwei bis drei gehäufte Esslöffel Zucker, vier Zentiliter Cachaça und eben Eis. Die gevierteilte Limette wird für etwa eine Minute zusammen mit dem Zucker im Glas gestampft. Anschließend das Glas mit Eis und Cachaça auffüllen. Ist nicht genug Flüssigkeit im Glas, Schnaps nachschenken – und nicht etwa Wasser! Eventuell nachzuckern. Umrühren und genießen!

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