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Baby & Kind / 04. Juni 2016

Selbst isst das Kleinkind: Die trendige Baby-Ernährung Baby-led Weaning

Mit Essen spielt man nicht! Diesen Spruch hören viele Kinder von ihren Eltern. Bei der neuen Ernährungsweise Baby-led Weaning geht es jedoch genau darum: Spielerisch tasten sich Babys an die Vielfalt der Lebensmittel heran. Sie bestimmen selbst, wieviel und was sie essen. Was nach Kleinkindchaos im Schlaraffenland klingt, ist für viele Experten und Eltern die Offenbarung in Sachen Baby-Ernährung. Worauf zu achten ist, wenn man dem Nachwuchs sprichwörtlich freie Hand beim Essen lässt, erklären wir hier.

Selbst isst das Kleinkind: Die trendige Baby-Ernährung Baby-led Weaning
© allari - Fotolia

Baby-led Weaning: Die „babygesteuerte Beikosteinführung“

Übersetzt bedeutet die Ernährungsform Baby-led Weaning „babygesteuerte Beikosteinführung“ oder auch „vom Baby gelenkte Stillentwöhnung“. Als Begründerin von BLW, so die Abkürzung, gilt die britische Hebamme und Stillberaterin Gill Rapley. Gemeinsam mit der Journalistin und überzeugten BLW-Anhängerin Tracey Murkett hat sie das Buch „Baby-led Weaning – Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg“ geschrieben. Darin wird aufgezeigt, ab wann Eltern mit der Ernährungsmethode beginnen können, welche Lebensmittel sich dafür eignen und welche Vorteile sich aus der vom Baby gelenkten Beikostaufnahme ergeben.
Ähnlich wie das übliche Zufüttern mit Brei beginnt das Baby-led Weaning für Stillkinder im Alter von etwa sechs Monaten. Normalerweise füttern Eltern ihren Nachwuchs nach fünf bis sieben Monaten Stillzeit oder Milchnahrung aus der Flasche zusätzlich mit fein pürierten Speisen. So ersetzen sie nach und nach die Milchmahlzeiten: Zunächst wird Gemüsebrei aufgetischt, der nach wenigen Wochen auch um Fisch und Fleisch ergänzt wird. Schließlich folgen Obstbreie und Brote. So soll der erhöhte Energie- und Nährstoffbedarf des Babys gedeckt und die Entwicklung des Kleinen optimal unterstützt werden.
Beim Baby-led Weaning geht es prinzipiell um nichts anderes. Der große Unterschied besteht darin, dass die Babys keine pürierten Speisen, sondern die Zutaten stückweise serviert bekommen. Sie werden nicht gefüttert, sie bedienen sich selbst. Die Kinder müssen sich nicht strikt schrittweise an neue Lebensmittel herantasten – beim BLW gilt: Erlaubt ist, was schmeckt!

Baby steuert die Ernährung auf eigene Faust

Spätestens wenn das Kind Interesse an der Nahrungsaufnahme der Familienmitglieder zeigt und selbst mit am Esstisch sitzt, können Eltern die Ernährung des Babys mit Fingerfood neu ausloten. Das Baby hat aber natürlich nicht vollkommen freie Wahl bei den Speisen: Die Eltern bieten verschiedene Lebensmittel an, das Baby probiert, schmeckt, genießt, begreift mit allen Sinnen. Nicht alles wird dem feinen Gaumen munden, von anderem wird der kleine Nimmersatt nicht genug bekommen können.

Baby-led Weaning: Diese Lebensmittel eignen sich

Um den Nachwuchs gemächlich an neue Nahrungsmittel und Geschmäcker heranzuführen, eignen sich für den Anfang besonders die folgenden Lebensmittel:

  • Gurke

  • gekochte Kartoffel oder Möhren

  • Mango

  • Banane

  • Apfel

  • Reiswaffel

  • gegarter Brokkoli oder Blumenkohl

  • Babymais

  • gedünsteter Fisch

  • weiches Brot 

Was müssen Eltern bei der Ernährung ihres Babys beachten?

Wichtig ist, kein Fast Food sowie keine stark gesalzenen oder gezuckerten Speisen anzubieten. Achtung auch bei ganzen Weintrauben, Kirschen oder Nüssen: Hier besteht Erstickungsgefahr. Die servierten Stücke sollten gut in die kleine Kinderhand passen oder sich mit den Fingern aufnehmen lassen – so schulen die Kleinen nicht nur ihren Geschmackssinn, sondern auch ihre motorischen Fähigkeiten. Gerade am Anfang dieser Beikosteinführung werden die Mahlzeiten alles andere als sauber ablaufen: Vieles von dem, was die Eltern anbieten, wird auf Kleidung, Stuhl und Boden landen.
Falls die Happen nicht satt machen oder noch nicht so recht im Magen landen wollen, bleibt immer noch die Muttermilch oder die Flaschennahrung, die wie gewohnt bei Bedarf zur Verfügung steht. Das Baby bestimmt selbst, wann und wie der Übergang von ausschließlich flüssiger zu fester Nahrung erfolgt. Eltern dürfen ihr Kind nicht zwingen, mehr Fingerfood zu essen und weniger Milch zu trinken.

Verschluckgefahr: Babys wissen sich selbst zu schützen

Oftmals wissen Eltern gar nicht, dass sie zumindest teilweise Baby-led Weaning praktizieren. Zum Beispiel, wenn sie ihr Kind immer wieder neue Speisen probieren lassen, die sie selbst gerade essen. Babys sind neugierig und stecken sich alles in den Mund, was sie zwischen die Finger bekommen. Deshalb lassen Eltern den Nachwuchs beim Essen auch nicht aus den Augen. Die Angst, das Baby könnte sich verschlucken, ist unbegründet. Der Würgereflex wird bei Babys noch sehr weit vorn im Mund ausgelöst, weshalb sie sich selbst gut vor zu großen Stücken schützen können. Bei Angst vor Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten oder Verdauungsproblemen ist ein Gespräch mit dem Kinderarzt hilfreich. Wenn das Baby neben Milch und Fingerfood gern Brei isst, ist eine Mischform aus Baby-led Weaning und normaler Beikostzugabe möglich.

Vorteile der selbstbestimmten Baby-Ernährung

Die Vorteile der Ernährung per Baby-led Weaning liegen klar auf der Hand: Die Familie kann gemeinsam am Tisch sitzen und essen, niemand ist ausschließlich mit Füttern beschäftigt. Das Kind muss auch keine „Extrawürste“ bekommen: Beim BLW darf der Spross genau das essen, was Mama und Papa verputzen – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um zu stark Gewürztes. Das Kind lernt Nahrungsmittel von Beginn an in ihrer ursprünglichen Form und ihrem natürlichen Geschmack kennen. Es kann mit dem Essen experimentieren und gleichzeitig ein optimales Sättigungsgefühl entwickeln. Das Abstillen verläuft wie von selbst: Je mehr Gefallen das Baby an der festen Ernährung findet, desto mehr isst es davon.