Lynne Sherriff: Die wunderbare Welt der Weine

Lynne Sherriff arbeitet seit über 30 Jahren im Weingeschäft und ist eine von nur circa 340 Personen weltweit, die den Titel Master of Wine tragen dürfen. Dieser Titel stellt die höchste Qualifikation in der Weinwelt dar und wird durch das Institute Master of Wine in London verliehen. Die Ausbildung gilt in der Weinbranche weltweit als eine der schwierigsten überhaupt.

Über Lynne Sherriff

Von Kapstadt nach London

Lynne Sherriffs Faszination für Wein begann während ihrer Hotelfachausbildung in einem 5-Sterne-Hotel in Kapstadt. Nach Abschluss ihrer Ausbildung wechselte sie von der Hotel- in die Weinbranche und studierte Weinbau und Kellertechnologie in Südafrika und Deutschland. Sie war bereits viele Jahre im Weinhandel tätig, bevor sie sich am Institute Master of Wine bewarb. Als unabhängige Beraterin und Dozentin ist Lynne Sherriff international sehr gefragt. Die gebürtige Südafrikanerin lebt mit ihrem Mann in London.  

Bewertungssystem

Unser aktuelles Sortiment unter der Lupe

Exklusiv für Kaufland verkostet und bewertet Lynne Sherriff Weine aus unserem aktuellen Sortiment. Ihre Punkte vergibt sie nach strengen, international anerkannten Kriterien und auf Grundlage eines 100-Punkte-Bewertungssystems. Das System wurde erstmals von dem amerikanischen Weinkritiker Robert Parker eingeführt und wird in der ganzen Welt verwendet.

95 – 100 Punkte

Klassiker

schwarzes Signet kennzeichnet Klassiker

„ Ein großartiger Wein“: Klassiker bestechen durch ihre Einzigartigkeit und Ausdrucksstärke

90 – 94 Punkte

Herausragend

goldenes Signet kennzeichnet einen herausragenden Wein

„Außerordentlicher Charakter“: Herausragende Weine verkörpern die typischen Eigenschaften ihrer Region.

85 – 89 Punkte

Sehr gut

silbernes Signet kennzeichnet sehr gute Weine

„Wein mit besonderen Eigenschaften“: Mit „sehr gut“ bewertete Weine sind von überdurchschnittlicher Qualität.

Weine aus Deutschland

Deutsche Winzerkunst

Weinberge in Deutschland

Die 13 Weinregionen in Deutschland gehören zu den nördlichsten der Welt. In dem kühlen, kontinentalen Klima reifen dennoch feine, charaktervolle Weine heran. Besonders der deutsche Riesling zählt weltweit zu den Spitzenweinen.


Weine aus Italien

Italienische Rebenlust

Italienisches Weingut

Italien ist einer der größten Weinproduzenten der Welt. In allen 20 Regionen des Landes werden Reben angebaut. Die beiden bekanntesten Anbaugebiete sind die Toskana und das Piemont. Aber auch in anderen Regionen werden hervorragende Weine produziert, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.


Weine aus Frankreich

Französische Lebensart

Weinreben in Frankreich

Frankreich produziert im Herzen Europas traditionell Weine von einzigartiger Qualität. Bordeaux, Burgund und die Champagne sind nur drei von 300 Anbaugebieten der Grande Nation des Weines. Hier wird Wein wie vielleicht in keinem anderen Land geliebt und genossen.


Weine aus Spanien

Spitzenreiter Spanien

Rebstöcke in Spanien

Spanien ist mit einer Rebfläche von circa einer Million Hektar das größte Weinbauland der Welt. Gleichzeitig stehen dort traditionell so wenige Rebstöcke auf einem Hektar wie in keinem anderen Weinanbauland Europas. Wein gab es hier schon immer, doch noch nie wurde so viel guter und auch preiswerter Wein produziert wie heute.


Weine aus Kalifornien, Südafrika, Australien und Chile

Der Geschmack der neuen Welt

Weinberge

Kalifornien, Südafrika, Australien und Chile – eines haben die vier interkontinental gelegenen Anbaugebiete gemeinsam: sonnendurchflutete Weinlandschaften in Ozeannähe. Im milden Küstenklima reifen die Reben dort unter besten Bedingungen. Das Ergebnis sind feine Weine, die Kenner und Genießer weltweit begeistern.



Interview: Lynne Sherriff, „Master of Wine“, stellt sich vor

Frau Sherriff, wie sind Sie ein Master of Wine geworden? Die Prüfungen gelten als sehr schwierig …

Ich habe fast fünf Jahre Weinbau und Kellertechnik studiert. Das hat mir den theoretischen Teil der Prüfung erleichtert. Der praktische Teil war für mich viel schwieriger, weil ich in Südafrika aufgewachsen bin und man dort viele Weine, die man kennen muss, für die Prüfung nicht kaufen konnte. Deshalb bin ich nach Hong Kong gereist und anschließend nach London: Hier war es viel einfacher, weil es dort in den Supermärkten oder Fachläden 700 oder 800 verschiedene Weine zu kaufen gibt.

Welche Aufgaben bekommt man für die Prüfung zum Master of Wine gestellt?

Eine Frage im Bereich „Weinbau“ könnte zum Beispiel lauten: „Beschreiben Sie die Unterschiede der Rebenerziehung in der Toskana und im Napa Valley“. Das können Sie natürlich nicht alles auswendig lernen - das heißt, man muss vorher ein bisschen in diese Weinanbaugebiete reisen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. „Aha, so sieht die Toskana aus, so sieht Napa Valley aus“. Es werden auch Fragen zum biologischen Säureabbau gestellt – das ist alles reichlich kompliziert. Eine weitere Frage war bei mir: „Was ist der Unterschied in der Kellertechnik zwischen einem Beaujolais und einem Pinotage aus Südafrika?“. Da muss man dann wissen, dass man Beaujolais auf eine bestimmte Art produziert und den Pinotage in Südafrika auf eine ganz andere Weise.

Hat man als Master of Wine jemals ausgelernt. Oder entwickeln sich der Wein und die Weinszene laufend weiter?

Man muss ständig dazu lernen. Ich mache deswegen immer wieder Weinreisen in verschiedene Länder und nehme an Weiterbildungskursen teil. Außerdem stehen Weinproben in London, in Wien oder anderen Städten weltweit regelmäßig auf dem Plan. Das ist sehr wichtig. Man lernt beim Wein nie aus. 

Was verändert sich? Die Produktion? 

Die Jahrgänge. Jeder Jahrgang ist ja anders. Und da ändert sich ja fast jedes Jahr etwas, weil ein Wein ja durchschnittlich ein bis zwei Jahre auf dem Markt erhältlich ist. Und dann kommen schon neue Jahrgänge und der eine Jahrgang ist besser als der andere. So ist immer etwas Neues da, das man lernen muss. (lacht)

Mag man als Master of Wine automatisch jeden Wein?

(lacht) Man hat natürlich Favoriten, aber ich hab so viele Favoriten, dass ich wirklich nicht zu einem speziellen Wein sagen würde: „Den würde ich nicht trinken“. So etwas gibt es bei mir nicht, weil es in jeder Kategorie Weine gibt, die für mich persönlich besser schmecken als andere. Grundsätzlich bin ich also offen für jeden Wein. (lacht)

Ist die Qualität eines Weins immer auch eine Frage des Preises?

Auf keinen Fall! Es gibt hervorragende Weine in jeder Preisklasse. Es gibt herrliche Weine, die nicht viel kosten, die man täglich trinken könnte – und natürlich gibt es auch die teureren Weine, die man sich zu besonderen Anlässen gönnt. Das ist das Tolle bei Wein: Es ist für jeden Geschmack und jeden Anlass etwas dabei.

Als Kunde steht man ja schnell mal vor dem riesigen Weinregal und weiß nicht, was man nehmen soll. Welchen Tipp können sie da mitgeben?

Meiner Meinung nach ist man heutzutage manchmal etwas überfordert: Man steht dann vor dem Regal und hat 300 bis 500 Etiketten vor sich und weiß nicht, wo man anfangen soll. Mein Tipp lautet: Jeder Mensch hat irgendwo schon mal einen Wein getrunken, der ihm geschmeckt hat – im Toskana-Urlaub oder beim Spanien- oder Frankreichaufenthalt. Und wenn man dann grob weiß, dass der Pinot Grigio, der Rioja oder der Riesling geschmeckt haben, dann sollte man ein, zwei Weinproduzenten aus dieser Region testen. So vermeidet man einen Fehleinkauf und kann trotzdem immer neue Lieblingsweine entdecken. Ich persönliche suche mir aber immer auch noch einen Wein aus, den ich noch nie getrunken habe. So bekommt man Stück für Stück einen immer besseren Überblick. Ich würde nie jedes Mal das Gleiche trinken wollen.

Weinkenner verkosten ja regelmäßig verschiedene Weine. Worauf kommt es dabei an?

Grundsätzlich geht es darum, einen Wein zu riechen, zu schwenken und zu schlürfen. Wichtig ist es als Weinliebhaber, dass man den Wein im Mund hat und dass der Geschmack mir dann zusagt. Natürlich ist der Geruch auch wichtig, weil angenehme Aromen natürlich auch zum Probieren anregen.

Und wenn man jetzt z.B. privat auch lernen möchte, Aromen wie Brombeere oder Himbeere herauszuschmecken. Wie lerne ich das?

Jeder von uns weiß sicherlich, wie eine Erdbeere oder eine Brombeere riechen. So viel anders ist es beim Herausschmecken nicht. Im Wein gibt es sehr viele einzelne Elemente und man hat manchmal verschiedene Früchte oder Aromen gleichzeitig – zum Beispiel Vanille oder Holz. Die alle herauszuschmecken, das kriegt man erst mit der Zeit heraus. Die Qualität eines Weines erkennt man unter anderem aber daran, dass man die Aromen zuerst mit der Nase wahrnimmt und anschließend auch auf der Zunge hat.

Helfen beim Herausschmecken von Aromen die gängigen Einsteiger-Sets für Verkostungen?

Wissen Sie, wenn man mit einer Prüfung im Weinbereich liebäugelt, kann man das sicherlich machen. Wenn Sie als Laie oder Weingenießer aber wirklich etwas lernen wollen, dann geht das am besten in einer Runde mit Freunden. Dann tauscht man seine Eindrücke und Informationen aus. „Was riechst du denn da? Ich rieche Himbeere.“ Und der andere sagt: „Ich rieche eher Erdbeere heraus.“ So in der Art. Dadurch lernt man sehr schnell.

Gibt es denn auch beim Wein aktuelle Trends und angesagte Sorten?

(Lacht) Die gibt es tatsächlich. Riesling ist sehr im Kommen – das liegt daran, dass die asiatische Küche gerade sehr angesagt ist. Riesling hat nämlich öfters einen kleinen Hauch Restzucker und eine starke Säure und das passt sehr gut zur asiatischen Küche. Auch die Weißweine aus Spanien sind derzeit sehr gefragt – vor allem die Albariño- und Verdejo-Weine. Rosé ist ebenfalls noch sehr angesagt. Nach wie vor begehrt sind auch die Malbec-Weine aus Argentinien. Und man darf natürlich nicht Italien vergessen: Hier sind der Pinot Grigio und der Prosecco so stark nach wie vor.

Welchen Geschmack sollte denn ein guter Wein idealerweise mitbringen? Himbeere, Schokolade, Karamell, Quitte – es gibt über 500 verschiedene Aromen, da fällt die Auswahl schwer…

(Lacht). Der Wein muss mir schmecken, alles andere ist zweitrangig. Die Aromen herausfiltern zu können, kann man lernen und das dauert seine Zeit. Es ist noch kein Weintester vom Himmel gefallen. Aber das Wichtigste ist kurz und knapp: Der Wein muss meinen Geschmack treffen.